Dieses Schuljahr macht unheimlich Spaß. Meine Viertklässler haben in den letzten drei Jahren so viel gelernt. Und ja, die Mehrheit hat auch endlich die richtige Groß- und Kleinschreibung verinnerlicht, auch wenn ich am Erreichen dieses Ziels lange zweifelte ;-) aber irgendwann hat es wohl Klick gemacht. 

Und so ist es auch mit anderen Dingen. Sie sind so groß geworden. So vernünftig. Und haben so viel von mir aufgenommen. Besonders freut es mich, dass alle gute Umgangsformen miteinander führen und sich wirklich wohl fühlen in der Klasse, wie sie immer wieder betonen. 

Jeden Tag freue ich mich auf meine Schüler. Wenn ich in mein Klassenzimmer reinkomme, fallen alle anderen Schwierigkeiten, Probleme, Mehrbelastungen etc., die leider auch in unserem Beruf an der Tagesordnung stehen und das Durchhalten manchmal erschweren, von mir ab. Denn egal, womit ich ankomme, es wird mit Freude, Interesse und Neugier von meinen Schülern aufgenommen. Das ist wirklich ein großer Segen. 

Als ich die Kinder nun in die Herbstferien entließ, musste ich schon vorweg denken: an den Tag, an dem ich sie einmal in die Sommerferien und damit an eine weiterführende Schule entlassen muss. Mit jedem Tag, der vergeht, kommt dieser Moment näher. Vielleicht bindet man sich an seine erste Klasse am allermeisten? Zum Teil wird es mit den Jahren sicher zur Normalität. Zum Teil wird es aber auch bestimmt immer ein mulmiges Gefühl bleiben, sie gehen zu lassen. Loszulassen. 

Meine erste Klasse, die ich dann vier Jahre begleitet habe, die so viel gelernt und auch mich als Lehrerin so viel gelehrt haben, am Ende des Schuljahres zu verabschieden, wird mir unglaublich schwer fallen. Ein bisschen fürchte ich mich davor. Und so erlebe ich ein Schuljahr, das voll gepackt ist mit Projektvorhaben, Empfehlungsgesprächen, der Verkehrserziehung und besonderen Themen wie der Familien- und Geschlechtserziehung – und es ist gleichzeitig das erste Schuljahr, bei dem ich mir nicht wünsche, dass es so schnell an mir vorbeifliegt. 

 

4. Klasse – Fluch und Segen

5 Gedanken zu „4. Klasse – Fluch und Segen

  • 2. November 2016 um 16:12
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    An dieser Stelle muss ich, ganz entgegen meiner Gewohnheit, doch einmal einen Kommentar hinterlassen. Immer wieder stelle ich bei diesem Blog fest, wie sehr mir die Zeilen hier doch aus der Seele sprechen. Ich lese jeden Beitrag mit einem Lächeln. Vielen Dank und bitte weiter so!

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    • 2. November 2016 um 21:28
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      Das freut mich zu hören :) danke

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  • 2. November 2016 um 19:00
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    Genauso geht es mir auch gerade. Ich habe immer wieder einen Kloß im Hals, wenn ich daran denke. Ich habe eine sehr schwierige Klasse, mit vielen schwierigen Jungen mit traurigen Schicksalen. Und trotzdem sind sie mir so lieb geworden und haben sich so unheimlich weiterentwickelt.

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    • 2. November 2016 um 21:27
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      Oft wachsen einem komischerweise ja gerade diese Kinder am meisten ans Herz…

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      • 3. November 2016 um 18:48
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        Da habt ihr recht. Mir geht es genauso. Ich habe aber noch etwas länger Zeit, meine sind erst Dritte. :)

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