In der jahrgangsgemischten Klasse 3 /4 stand das Thema „Magnete und Kompass“ an. Ich habe beschlossen, dass es keine Arbeitsblätter geben wird, sondern jedes Kind ein Forscherheft anlegt und dort seine Ergebnisse festhält. Hier wird jede/r nach seinen Möglichkeiten arbeiten, ich achte aber ein wenig auf die Zusammensetzung der Paare (oder Gruppen).

Da ich den Luxus habe, dazu einen „roten Koffer“ von Cornelsen nutzen zu können, muss ich mich nicht um das Material kümmern. Nur die Versuchsbeschreibungen habe ich angepasst.

In der ersten Woche fanden wir heraus, was der Magnet alles anzieht. Dazu haben wir nicht nur die Materialien aus dem Koffer untersucht, sondern natürlich auch alles was das Schulgebäude hergibt. Zusätzlich haben wir noch ein Fahrrad untersucht, denn die Teile, die vom Magneten angezogen werden, sind besonders gefährdet für Rost.

Und so läuft eine Forscher(doppel)stunde bei uns normalerweise ab:

Die Kinder suchen sich aus den aufgebauten Experimenten eins aus, lesen die Beschreibung und führen den Versuch selbstständig durch. Dann tragen sie die Ergebnisse ins Forscherheft ein – das fällt ihnen natürlich noch schwer. Dazu gibt es Tippkarten mit Fragen, die helfen sollen den Eintrag zu formulieren. Eine Zeichnung rundet das ganze ab. Um die Verwendung von Fachsprache zu fördern, gibt es auf der letzten Seite einen Wortspeicher, auf den wir immer wieder zurückkommen. Meistens schaffen die Kinder so 3-4 Versuche pro Doppelstunde.

Am Ende wird aufgeräumt und es gibt noch Zeit, zu überprüfen ob auch wirklich nichts vergessen wurde (Datum, Überschrift). Dann dürfen einige Kinder präsentieren was sie herausgefunden haben und wichtige Fachwörter werden besprochen.

Besonders viel Spaß hat die Hausaufgabe gemacht: Der große Büroklammer-Test. Da nun klar war, dass eine Büroklammer aus Eisen ist und somit von Magneten angezogen wird, haben wir zu Hause nach Magneten gesucht. Und wir haben ganz schön viele gefunden: In der Kühlschranktür, am Akkuschrauber, an der Fliegengittertür, am Laptop, der Handyhülle…

Und hier habe ich auch noch eine wichtige Lektion gelernt: Ich muss immer auf die Details achten. Der Unterricht war schon zu Ende, ein Schüler fragte im Herausgehen, ob er denn auch alles ins Forscherheft schreiben soll, an dem die Büroklammer hängen bleibt. Da ich schon auf dem Weg ins nächste Klassenzimmer war, habe ich wohl eher mit „Jaja, alles aufschreiben.“ geantwortet. Ich hatte es schon fast vergessen, als mir der Schüler stolz (und todernst) seine Hausaufgabe präsentierte:„An gekautem Kaugummi bleibt sie kleben, bei ungekautem klappt es nicht.”

Mein erstes Fazit: Die Kinder sind hochmotiviert und ich genieße es, meinen Unterricht ohne Zettelchaos zu gestalten. In dieser Woche werden wir dann die Magneten selbst genauer untersuchen.


 

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Ablauf einer Forscherstunde zu Magneten

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