In meiner noch recht jungen beruflichen Laufbahn habe ich bisher erst wenige Klassen verabschieden müssen. Doch schon bei den letztjährigen 10. Klässlern fiel es mir schwer – 3 Jahre lang hatten wir gemeinsam gelernt, gelacht und auch gekämpft. Irgendwie ging dann alles ganz schnell. Die Abschlussfeier kam und weg waren sie.

Dieses Jahr verabschiede ich eine 9. Klasse, die ich bereits seit 5 Jahren begleite. Und das fällt mir sichtlich schwerer. Alle haben ihre Eigenarten und jeder Einzelne hat mich auch schon des Öfteren auf die Palme gebracht. Und doch habe ich jeden Einzelnen schätzen und mögen lernt. Und mittlerweile sind sie mir richtig ans Herz gewachsen – jeder auf seine Weise.

Als ich heute meinen Unterricht gab, sagte plötzlich eine Schülerin in die Stille hinein “Oh Gott, wir haben heute das letzte Mal Englisch mit Ihnen.” Ich war kurz aus dem Konzept gebracht. War das wirklich wahr?

Ich hatte es so rein gar nicht auf dem Schirm gehabt. Ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen, aber innerlich fuhren meine Gefühle doch ein bisschen Achterbahn. Tag für Tag habe ich diese Klasse gerne unterrichtet und ich bin richtig stolz auf das, was sie alles gelernt haben und darauf, was schon aus ihnen geworden ist. Kleine, starke Persönlichkeiten.

Worte des Abschieds konnte ich in diesem Moment keine finden – eher sowas wie “Wir laufen uns schon noch über den Weg, und die Abschlussfeier kommt ja erst noch.” – denn sonst wäre es mir noch schwerer ums Herz geworden. Stattdessen machte ich einen Scherz und schenkte ihnen ein Lächeln. Trotzdem lag bei einigen schon ein Hauch von Melancholie in der Luft.

 

 

Abschied nehmen

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