Es ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber die Arbeit mit einem Klassen(plüsch)tier bietet gerade jungen Grundschülern eine Möglichkeit der Identifikation und schafft ein Zugehörigkeitsgefühl: “Wir sind die Drachenklasse! Drachen sind staaaark und mutig!” (zB.). Erstklässler können sich so viel besser merken, in welche Klasse sie gehören und finden dann zum Beispiel ihr Klassentier an der Tür zu ihrem Klassenzimmer.

Das Klassentier kann die Klasse ein Jahr oder mehrere Jahre lang begleiten. Wichtig bei solchen Ritualen ist immer, dass man als Lehrer die Stimmung der Kinder einfängt: wann nehmen sie das Klassentier gut an und wann ist die Zeit vielleicht einfach vorbei und damit die Zeit gekommen, dem Klassentier adieu zu sagen?

Hat sich die Lehrkraft im Voraus für ein Tier entschieden, ist es schön, wenn sie dieses auch als Plüschtier oder als Handpuppe besorgt, damit das Tier in der Klasse nicht nur durch Bilder präsent ist. Ein Plüschtier können die Kinder anfassen, sie können mit ihm kuscheln, sich von ihm trösten lassen, mit ihm sprechen, ihm etwas erzählen, und und und.

Natürlich braucht das Klassentier auch einen Namen! Es kann ein lustiger Name sein, der den Kindern nicht so geläufig ist, und er sollte lautgetreu geschrieben werden, damit dies kein Problem für Und hat das Klassentier die Kinder erstmal kennengelernt, gibt es zahlreiche Einsatzmöglichkeiten im Unterricht. Das bekannteste ist sicherlich, das Klassentier am Montag morgen in den Erzählkreis zu integrieren. Wer möchte dem Klassentier erzählen, was er erlebt hat? Eine andere Möglichkeit ist auch, immer freitags einem Kind das Klassentier mitzugeben und dann am Montag von den gemeinsamen Erlebnissen zu hören. Natürlich kann auch ein Tagebuch inkl. Fotos geführt werden.

Weitere Ideen sind:

– das Tier im Erzählkreis als “Erzählstein” benutzen, das heißt, derjenige, der das Tier hat, ist an der Reihe;
– das Tier als “Kummerkasten” benutzen – erzählt ihm eure Sorgen, kuschelt mit ihm, es behält alle Geheimnisse für sich;
– Briefe an das Klassentier schreiben;
– Geschichten mit dem Klassentier erfinden;
– alle Schilder / Dienste / den Klassennamen etc. an das Klassentier anpassen;
– ein gemeinsames Motto passend zum Klassentier entwerfen;
– das Klassentier kann Regeln einfordern (“Dem Tiger ist es zu laut.”);
– es kann zur Veranschaulichung von Unterrichtsinhalten eingesetzt werden;
– es kann zum Verwenden einer Fremdsprache motivieren (vielleicht hat es im Urlaub die ersten Wörter Englisch gelernt?);
– vielleicht darf es auch mal als Belohnung bei einem Schüler auf dem Tisch sitzen.

Ihr seht, die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und vielleicht habt ihr noch weitere Ideen?

Das Klassentier bringt nicht nur ein Gefühl der Identifikation und der Zugehörigkeit, sondern auch viel Spaß! Kinder lieben Kuscheltiere ;-)

Weiterführende Überlegungen zum Thema findet ihr zum Beispiel auch auf dem Betzold Blog ->


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Arbeit mit einem Klassentier

Ein Gedanke zu „Arbeit mit einem Klassentier

  • 15. April 2018 um 10:32
    Permalink

    Kann dir nur zustimmen. Wir sind eine Tigerklasse und auch wenn wir jetzt schon in der 4. sind..ein paar gibts noch immer die zwischendurch mal kommen und unseren Malu knuddeln. Den Namen hab ich damals so gewählt, damit wir relativ rasch damit Sätze schreiben konnten. Montags war er natürlich auch immer mit dabei beim Morgenkreis.
    Da ich nächstes Jahr wieder eine 1. klasse hab, werden wir zu Schildkröten.. hab auch schon 2 Kuscheltiere ..bei den Namen bin ich nur noch am schwanken :)
    lg aus Österreich
    stephanie

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