… ist das, was ich am wenigsten gern mache!! Wenn ich schon einen ganzen Stapel Hefte oder Schnellhefter mit nach Hause nehmen muss, wird es mir schon anders. Mich das packt das nackte Grauen. Ich sehe mich schon stundenlang am Schreibtisch sitzen und die Irrungen und Wirrungen der Schüler entziffern, Punkte suchen, wo eigentlich keine sind…

Und am Ende frag ich mich dann jedes Mal: hab ich wirklich objektiv alle Aufgaben und Schüler gleich bewertet?

Natürlich gibt es Aufgaben, die sind einfacher zu bewerten als andere. Solche, bei denen es kaum Interpretationsspielraum gibt. Entweder ist es richtig oder es ist falsch.

Schwieriger wird es bei längeren Textaufgaben. In den letzten Jahren habe ich mir ein paar Dinge angeeignet, über die ich entscheide, wenn ich die Lernkontrolle konzipiere:

1. Wie werde ich die einzelnen Teile der Aufgaben bepunkten?
2. Wenn ich alle verschiedenen Aufgaben mit ihrer zu erreichenden Punktzahl vergleiche, ergibt sich dann ein ausgewogenes Verhältnis? Sprich, ist es gerechtfertigt, dass die eine Aufgabe so viele mehr Punkte hat als die andere? Oft ändere ich danach nochmal etwas ab.
3. Was erwarte ich bei einer längeren Textaufgabe? Welche Inhalte müssen drin sein? Für solche Aufgaben erstelle ich mir einen Kriterienkatalog mit Punkten.

Von der Vorgehensweise beim Korrigieren habe ich schon verschiedenes ausprobiert. Manchmal korrigiere ich eine Lernkontrolle nach der anderen. Manchmal auch erst alle Aufgaben Nr. 1, dann alle Aufgaben Nr. 2 und so weiter. Letztere Vorgehensweise macht es leichter, Leistungen zu vergleichen. Vor allem bei Abschlussprüfungen halte ich mich an letzteres Verfahren.

Habe ich eine Arbeit fertig korrigiert, schreibe ich noch keine Note darunter, sondern errechne zunächst alle Gesamtpunktzahlen. Dann schaue ich erstmal, wieviele Punkte die beste und wieviele die schlechteste Arbeit erreicht haben. Das ziehe ich zur Hilfe, um zu entscheiden, wie ich den Notenspiegel berechne. Je nachdem gibt es dann beispielsweise schon bei 58 von 60 Punkten eine 1 oder eben erst bei 60 oder ich rechne sogar mit 62.
Ein praktisches Tool hierfür ist der Punkte-Noten-Rechner von www.lehrerfreund.de.

Erst dann kann die Benotung beginnen. Habe ich alle Arbeiten benotet, ordne ich sie nach den Noten und vergleiche nochmal, ob ich alle richtig benotet habe ich und ob die eine Punktzahl auch die gleiche Note bekommen hat wie die selbe Punktzahl beim anderen. Denn eins ist sicher: nach stundenlangem Wälzen von Schülerarbeiten kann man schon mal etwas verwirrt sein – irren ist menschlich.

Jetzt seid ihr dran: wie geht ihr beim Korrigieren vor?

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Arbeiten und Tests korrigieren und konzipieren

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