Vor nunmehr 2 Jahren habe ich in meiner damals 2. Klasse ein neues Belohnungssystem ausprobiert, das ich mir damals selbst ausgedacht habe. Eine Belohnung soll dabei lediglich positives Verhalten bestärken, es hat nichts mit gemachten oder vergessenen Hausaufgaben oder anderen Leistungen zu tun. Im Folgenden sei es kurz dargestellt:

Jeder Schüler hat drei laminierte Smileys auf seinem Tisch kleben, die jeweils für einen Tag gelten. Stört ein Kind oder misachtet die Regeln, bekommt es einen Smiley durchgestrichen, natürlich auch von den Fachlehrern (mittlerweile machen das die Kinder schon selbst). Meistens reicht bereits das Verlieren eines Smileys, um die Kinder an die Einhaltung der Regeln zu erinnern. Verliert ein Kind alle Smileys, muss es eine Zusatzaufgabe zu Hause erledigen. Am Ende des Tages frage ich die Kinder, wer wieviele Smileys behalten konnte. Das Ergebnis übertrage ich dann auf eine Tafel, auf der alle Kinder aufgelistet sind. Bei keinem verlorenen Smiley darf das Kind zwei Felder vorrücken, bei 1 verlorenen Smiley ein Feld vor, bei 2 verlorenen Smileys kein Feld vor. Wie gesagt, bei 3 verlorenen Smileys gibt es eine Zusatzaufgabe. Am Ende der Tafel (nach ca. 15 Feldern) erhält das Kind einen Hausaufgabengutschein und fängt dann nochmal von vorne an.

Zugegeben, es ist etwas aufwendig und kostet ungefähr 5 Extraminuten am Ende des Schultages, aber es hat sich bisher bewährt. Die Kinder freuen sich über die Hausaufgabengutscheine und sind, wie erwähnt, meistens schon gewarnt, wenn sie den ersten Smiley verlieren.




Zusätzlich habe ich die Streifen, auf denen die 3 Smileys draufgedruckt sind, auf unterschiedlich farbiges Papier gedruckt. Insgesamt gibt es Streifen in 4 verschiedenen Farben. Das heißt, ein Kind mit blauen Smileys ist Teil der „blauen Gruppe“. Diese Farbeinteilung nutze ich wiederum für Gruppeneinteilung oder auch um die Kinder in den Sitzkreis zu rufen: erst die blauen, dann die grünen, … etc. Hierbei sind den Einsatzmöglichkeiten keine Grenzen gesetzt.

Ich habe das System im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Hier kommt ihr zu den neueren Beiträgen:


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Belohnungssystem in der GS (1)
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11 Gedanken zu „Belohnungssystem in der GS (1)

  • 20. März 2015 um 19:00
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    Wow! Ein schönes System, hast Du dir das selbst ausgedacht? Auch mit der Farbaufteilung für andere Zwecke! Gefällt mir.

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    • 21. März 2015 um 12:24
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      Danke! Ja, hab ich mir selbst ausgedacht, aber lange dafür gebraucht, es zu entwickeln ;-) Es ist sehr praktisch, manchmal aber auch aufwändig und zeitintensiv, v.a. beim späteren Übertragen auf die Belohnungsliste. Mir ist es aber sehr wichtig, dass ich positives Verhalten bestärke, und mit meinem System kann ich gleichzeitig disziplinieren, was wirklich praktisch ist ;-)

      Antworten
  • 23. Mai 2015 um 10:17
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    Das hört sich gut an. Welche Verhaltensregeln umfasst dein System? Und in welcher Klasse setzt du es ein?

    Antworten
  • 28. Mai 2015 um 16:20
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    Hi Diana,

    mich lässt dein System nicht los ;)
    Ich habe nun noch ein paar Fragen:

    – welche Zusatzaufgaben hast du ausgewählt?
    – was geschieht bei der Nichtbearbeitung der Zusatzaufgaben? Die gleichen Konsequenzen wie bei fehlenden HA?
    – wie genau hast du die „Vorrückertafel“ organisiert? Ich vermute, du hast eine Magnettafel? (Die habe ich leider nicht…)
    – am nächsten Tag bekommen alle wieder drei „frische“ smily?
    – was ist mit Schülern – so du sie hast (ich habe sie vermutlich leider schon) – die nach dem Verlust des 3. smily weiter Regeln missachten? Gibt es noch weitere Konsequenzen?

    Sorry, viele Frage… ;)

    Marita

    Antworten
  • 16. Juni 2015 um 21:04
    Permalink

    Hallo Diana,

    dein System hrt sich sehr interessant an. Ich bin immer auf der Suche nach Anregungen und Umsetzungsmöglichkeiten von Belohnungssystemen. Die Fragen von Marita interessieren mich auch sehr, da ich bisher nur wenig praktische Einblicke habe.

    LG
    Anne

    Antworten
  • 13. Dezember 2015 um 22:19
    Permalink

    Hallo Diana,

    die Sache mit den Farbgruppen: Könnte man das nicht auch dazu nutzen, um etwas Gruppendruck aufzubauen? Sprich, dass die Smileys einer ganzen Farbgruppe gezählt werden und ggf. die ganze Gruppe einen Nutzen hat bzw. die Gruppe Störenfriede selbst ermahnt?

    Schönen Gruß
    Marcel

    Antworten
    • 13. Dezember 2015 um 23:34
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      Hallo Marcel. Das wäre sicherlich möglich – aber ich persönlich finde die Idee nicht so gut. Es könnte leicht passieren, dass einem bestimmten Kind eine Außenseiterrolle zugeteilt würde und sich die anderen Gruppenmitglieder verbünden. Zudem muss man Folgendes bedenken: wenn alle als Gruppe einen Nutzen davon tragen könnten, müsste dies auch im Umkehrschluss möglich sein. Und das hieße Kollektivstrafe. Grüße

      Antworten
  • 25. Juni 2017 um 18:14
    Permalink

    Hallo :) Ich bin kürzlich auf deine Seite gestoßen und bin wirklich fasziniert von all deinen tollen Ideen!
    Ich habe noch Frage zu deinem hier beschriebenen Smiley-System: Wie streichst du die Smileys durch? Machst du das mit einem wegwischbaren Folienstift? Gibt es da nicht ein paar Kinder, die die Farbe schnell mal mit dem Finger wegwischen und die Smileys somit wieder „freischalten“? Oder kamen sie da noch nicht drauf bzw. trauen sie sich das nicht?

    Antworten
    • 27. Juni 2017 um 9:25
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      Liebe Nina, das freut mich, dass du hier fündig wirst :) Genau, ich streiche die Smileys mit einem wegwischbaren Folienstift durch. Anfangs haben ein paar Kinder versucht, sich durchzumogeln, indem sie ihr Kreuz mit dem Finger wegwischten. Aber zum Einen konnte ich mich immer gut erinnern, wer einen Smiley verloren hatte, und zum Anderen achteten die Mitschüler auch recht penibel darauf – das heißt, sie passten da gegenseitig auf, damit es nicht unfair war. Und als diejenigen, die sich hatten durchmogeln wollten, merkten, dass das so nicht funktioniert, ließen sie es rasch bleiben.

      Antworten
  • 1. Juli 2017 um 19:33
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    Hallo, ich frage mich, was eine Zusatzaufgabe mit positiver Verstärkung zu tun hat. Was ist mit Kindern, die es schwer haben, sich an Regeln zu halten? Ein Kind, das sowieso mehr Energie aufwenden muss, um ruhig im Unterricht mitzuarbeiten, wird noch damit bestraft, auch daheim länger sitzen zu müssen? Wo ist denn da die Chance, etwas Positives zu erfahren!
    Ich setze grundsätzlich nur Strategien ein, bei denen die Kinder – gerade auch die Unruhigen und Störenden- etwas für sich mitnehmen können.
    Nichts für ungut!

    Antworten
    • 1. Juli 2017 um 19:46
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      Hallo Anna, die Frage ist berechtigt! :) die positive Verstärkung ist in dem Fall natürlich nicht die Zusatzaufgabe, sondern die Motivation, das Gegenteil zu erreichen und dadurch Punkte zu sammeln. Es wird immer Kinder geben, für die ein solches System nicht zieht. Man muss individuell entscheiden, ob das Kind dann überhaupt an dem System mitmacht oder eigene Vereinbarungen braucht. Trotzdem muss meiner Meinung nach auch ein solches Kind lernen, dass es sich an bestimmte Regeln halten muss. Wenn es das wiederholt nicht tut und sich dessen bewusst ist, muss es auch negative Konsequenzen geben. Das heißt nicht, dass ich nicht zb positives Verhalten des besagten Kindes besonders lobe und dadurch versuche eine positive Verstärkung zu generieren. Ich habe in so einem Fall auch schon die Eltern ins Boot geholt und am Ende jeden Tages eine Rückmeldung zum Verhalten ins Heft gemalt, wodurch das Kind bei seinen Eltern „Punkte“ sammeln konnte und sie nach einer gewissen Anzahl mit ihrem Kind etwas besonderes unternommen haben. Es wäre sehr interessant zu hören, welche Strategien du einsetzt, um eben solchen Kindern positive Erfahrungen zu gewährleisten?

      Antworten

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