M ü d e – vier Buchstaben, die meinen aktuellen Gemütszustand beschreiben.

Bevor ich Mutter wurde, dachte ich mir manchmal: “Wie anstrengend kann das schon sein? Schließlich muss ich zu Beginn nicht arbeiten, sondern bin ausschließlich für das Baby da. Und andere Mütter managen mehrere Kinder plus Job plus …”

Was war ich naiv!!! Natürlich ist es toll und wunderbar und erfüllend und und und, ein süßes Baby zu haben, das einen anstrahlt. Aaaaber, und das ist wirklich ein ganz fettes aber, wenn das süßeste Baby so einen schlechten Schlaf hat wie meins, und man monatelang Schlafentzug hat, dann bekommt das Ganze eine ganz andere Dimension. Ich will nicht schreiben, “dann ist man am Ende” oder ähnliches, aber manchmal fühlt es sich so an. Klar, man rappelt sich immer wieder auf. Jeden Tag aufs Neue. Und manche Tage / Nächte sind besser als andere.

Aber bei uns geht es ganz schön rund. Und das laugt mich aus. Natürlich rechnet man in den ersten Monaten mit wenig Schlaf und dank Mutter Natur und den Hormonen legen wir Frauen eine unglaubliche Stärke an den Tag. Doch irgendwann regulieren sich die Hormone… und nach 4-5 Monaten gab es auch mal zwei Wochen, in denen unser Zwerg gut schlief (ich erwarte nicht, dass er durchschläft, ganz und gar nicht) und ich dachte, jetzt seien diese schweren Nächte endlich vorbei. Doch “eine anstrengende Nacht” konnte plötzlich noch eine ganz andere Dimension annehmen.

Hatte der Sohnemann zuvor die Monate noch meist im eigenen Bett geschlafen, wurde zwar alle 2 Stunden oder sogar noch öfter wach, schlief dann aber recht schnell wieder weiter, so wollte er ab dem 6. Monat überhaupt nicht mehr in sein eigenes Bett, wurde in manchen Nächten einmal pro Stunde wach und machte sich nicht nur leise bemerkbar wie zuvor, sondern schrie und schrie und schrie. (Oder: schreit und schreit und schreit, denn: es hält an.)

Und da kann ich mir noch so oft das Mantra vorbeten: “Es ist eine Phase, es geht vorbei.” oder überall lesen: “Genieß die Zeit mit dem Baby, sie kommt nicht wieder. Es ist doch schön, wenn er bei dir schläft.” – es hilft mir nicht, denn das lähmende Gefühl bleibt: Ich kann nichts tun, um die Situation zu verbessern, ich muss da “einfach” durch. Und ich hab alles mögliche versucht, nichts wurde angenommen.

Und damit bin ich an einem Punkt, den ich mir so zuvor nicht hätte ausmalen können. “M ü d e” ist dafür wohl noch ein starker Euphemismus.

BuntesKinderzimmer: m ü d e

15 Gedanken zu „BuntesKinderzimmer: m ü d e

  • 20. März 2018 um 14:17
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    Hallo,

    Schlafentzug ist eine anerkannte Foltermethode. Du solltest das Baby anzeigen. ;o)

    Nein, im Ernst. Ich wünsche dir von Herzen, dass ihr alle besseren Schlaf findet. Ich nehme an, Familienbett wollt ihr nicht? Wäre es denn eine Option, das Babybett direkt neben euer Bett zu stellen? Dann reicht vielleicht ein leises Schschsch oder die Hand durchs Gitter zu stecken?

    Bei meiner Großen war ich diejenige, die unruhig schlief und jedes Seufzen hörte. Da hilft es vielleicht, wenn der Papa mit dem Baby schläft und du nur zum Füttern kommst. Oder ihr wechselt euch ab mit der Nachtwache…

    Also: ich drücke die Daumen für bessern Schlaf. Du bist nicht allein. Und es geht vorbei. Wirklich.

    Liebe Grüße
    Frau Pappelheim

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    • 20. März 2018 um 15:45
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      Liebe Frau Pappelheim, danke für deine Worte! Aufgrund der „Situation“ haben wir zur Zeit ein Familienbett, ja ;) sonst haben wir alles probiert. Augen zu und durch, wahrscheinlich… deinem ersten Satz stimme ich uneingeschränkt zu!!

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  • 20. März 2018 um 16:57
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    Meine zweite Tochter war auch so eine Katastrophe. Sie wachte ständig auf und zog mir dann an den Haaren, weil sie etwas zum Kuscheln haben wollte. Eine Haarfetischistin. Witzig fand ich das nicht. Ich fühlte mich einfach nur fertig und ging nach der Elternzeit mit einem gefühlten halben Jahr Schlafdefizit wieder zur Schule. Das war echt ein Fehler. An viele Dinge im ersten Jahr meiner Jüngsten kann ich mich gar nicht erinnern. Gedächtnisverlust! Nach einem von diesen Entwicklungsschüben, der ewig dauerte, schlief sie dann mit ca. eineinhalb Jahren endlich richtig gut und tut dies auch heute noch. Ich habe damals einige Wochen gebraucht, bis ich wieder richtig gut durchschlafen konnte.
    Mein Tipp: Nimm dir öfter eine Auszeit. An ein bis zwei Tagen in der Woche ist der Papa einfach mal dran und du schläfst in einem anderen Zimmer. Mit Kopfhörern oder Ohrstöpseln. Notfalls gehst du mal in ein Hotel oder übernachtest woanders. Vor allem: Ohne schlechtes Gewissen!

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    • 21. März 2018 um 7:58
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      Liebe Sonja, danke für deine Nachricht! Papa hat immerhin die Hälfte der letzten Nacht übernommen, was 5 Stunden ungestörten Schlaf für mich bedeutete :-) Ja ab und zu müssen wir das wohl so machen, bevor mein Akku ganz leer ist. Da der Knirps noch gestillt wird, kann ich (noch) nicht ganz weg ;-)

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  • 20. März 2018 um 17:15
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    Liebe Diana,
    ich weiß wo von du sprichst! Leider kann ich dir nur raten, hör auf dein Herz und dein Baby!!!!
    Man ist verzweifelt, verwirrt, fragt andere um Rat oder wie es bei denen läuft, hat ein schlechtes Gewissen (hab ich den Kleinen zurück gelegt oder bin ich vor lauter Erschöpfung eingeschlafen?)…
    Auch wir haben viel probiert. Uns half ein Babybett direkt neben dem Ehebett (….ohne Gitter auf der elterlichen Seite. So hatte jeder sein eigenes Bett. Der Zugang zum Bett war übrigens ein sportliches Event,;)) Ohne den “Teufel an die Wand” zu malen: Die Nächte wurden ruhiger, aber erst richtig als er in die Schule kam… Zwischendurch haben wir uns mit dieser Situation irgendwie arrangiert, ich musste wieder arbeiten und ach ja….wir “ließen” zwei weitere Knirpse in unser Heim und Herz. Seine Brüder schliefen eher durch. Heute sind wir echt “vorbildliche” Eltern! Meist schlafen wir eher als unsere Kinder. ;o … Sie sind 20, 18 und 16.
    Die ältere Dame, die mir damals sagte : “Kleine Kinder kleine Sorgen, große…” habe ich dafür gehasst ;) Meine Erfahrung…es hält sich die Waage: Am Anfang brauchen sie dich rund um die Uhr (was einen ganz schön auszehren kann), später hast du Verschnaufpausen und es kommt geballt.
    Ich hoffe für euch, ihr findet einen Weg! Gemeinsam!
    Liebe Grüße von der Schmökerliese

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    • 21. März 2018 um 8:00
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      Liebe Schmökerliese, danke für deine Worte! Und Respekt für das Großziehen von drei Kindern!! Die Sorgen wird man wohl nie los ;-)

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  • 20. März 2018 um 18:58
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    Liebe Diana,
    ich wünsche dir viel mütterliche Kraft und erinnere mich an die lang vergangene Babyzeit mit meiner Kleinen. Sie hat ab der 7ten Woche schon 6-7 Stunden durchgeschlafen und ich denke, das lag an mir und meinem damals schlechten Gesundheitszustand. Ich war einfach nicht in der Lage, mich nachts groß um sie zu kümmern. Ich hatte sie neben mir in der Wiege und wenn sie maunzte, hab ich sie schlaftrunken im Dunkeln angelegt. Sie hat wohl sehr schnell begriffen, dass es nachts keine “Action” gab. Als sie älter wurde, mit ein paar Monaten, habe ich gemerkt, dass Madame umso ruhiger schläft, je mehr sie tagsüber wachblieb. Je sehr man auch versucht ist, tagsüber jedes Babynickerchen auszunutzen, habe ich schnell mitbekommen, dass ich es nachts büßen musste, wenn sie tags zu viel schlief. So haben wir dann den Nachtschlaf kontinuierlich auf 10 Stunden gesteigert. Dafür war ihr Mittagsschlaf schon mit 3 kein Thema mehr. Jetzt mit 20 schläft sie auch gerne mal 14 Stunden ;-)

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    • 21. März 2018 um 8:01
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      Liebe Diana, ja, du hast da sicher recht – wenn es anders gehen muss, dann geht es ja auch irgendwie! Ach ich freu mich schon auf das Teenie-Alter, wenn ich mein(e) Kind(er) dann mal morgens aus dem Schlaf reißen kann :-P

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  • 20. März 2018 um 20:03
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    Oh ja! Ich kenne das zu gut!
    Aber es ist wirklich meist nur eine Phase! Problem: Sie wird durch die nächste Phase abgelöst :-)
    Spaß beiseite – ja Kinder sind anstrengend!
    Mein Sohnemann schläft eigentlich ganz gut – zum Glück- aber auch jetzt (mit fast 4,5 Jahren) gibt es immer wieder Nächte, da hat er dann Albträume, ganz dringend nachts um 3 Durst oder aktuell ganz blöde Wachstumsschmerzen. Dann sind es immer wieder sehr schlaflose Nächte, in denen er uns als Mama und Papa eben braucht, in denen er zu uns kuscheln will oder einfach kurz beruhigt werden muss. Das ist zu Zeiten, in denen du es “gewöhnt” bist nachts aufzustehen schon hart, noch härter aber, wenn du dich wieder an mehr Schlaf gewöhnt hast. Meist sind es bei uns dann so ganz üble Uhrzeiten zwischen 3 und 4. Und wenn du dann am nächsten Tag aufstehen und in die Schule musst, dann ist das heftig. Aber – so haben wirs wollen ;-)
    Und es geht auch irgendwie, ganz sicher! Ich hatte heute so einen Tag – da mussten die Kids in der Schule eben auch mal einfach einen schnöden Arbeitsplan abarbeiten und ich konnte 2 Gänge runterschalten, denn m ü d e und volle Power in der Schule geht manchmal, aber nicht immer ;-)
    Ich wünsche dir von Herzen viel Power und gute Nächte, damit du zum Krafttanken kommst! Aber ACHTUNG: die erste Nacht, in der das Kind ungewöhnlich lange schläft oder gar durch schläft, kann auch eine sehr unruhige Nacht sein, weil man im Unterbewusstsein darauf wartet und sich manchmal auch verrückt macht, ob wohl alles okay ist ;-)

    Grüße Tanja

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    • 21. März 2018 um 8:03
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      Liebe FrauS, ganz genau – die eine Phase löst die nächste ab und so weiter! Und ja, man gewöhnt sich so schnell an etwas und findet dann eine Verschlechterung dessen als ganz schlimm, auch wenn es nur halb so schlimm ist wie zu Beginn ;-) Wenn man am nächsten Tag arbeiten muss, ist es natürlich doppelt schwer. In der Schule dann mal einen Ganz runter zu schalten, ist wichtig und richtig! Die Schüler merken das ja oft gar nicht ;-)

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  • 22. März 2018 um 23:07
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    Unsere Tochter ist jetzt zehn Monate und wir hatten auch große Probleme mit dem nächtlichen Schlaf. Ich empfehle dir das Buch “Jedes Kind kann schlafen lernen “. Es wird sehr kontrovers diskutiert, aber wir mussten feststellen, dass wir als Eltern viele Fehler gemacht und unserem Kind tatsächlich zu wenig zugetraut hatten. Jetzt geht sie 21 Uhr ohne Gebrüll ins Bett und schläft bis 7:30 durch – und das hat sich nach einer kleinen Verhaltensumstellung unsererseits von ganz allein eingepegelt. Ab 6 Monaten braucht dein Kind auch nachts keine Fütterung mehr.
    Mein Tipp: mal in das Buch reinlesen und die Ratschläge darin für eine Woche umsetzen! Hat bei uns super funktioniert mit voll gestillten Baby, das bis dahin nur mit uns schlafen konnte und alle 2-3 Stunden gestillt werden wollte.

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    • 28. März 2018 um 8:01
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      Liebe Luisa, danke, ich schau’s mir mal an :-)

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  • 23. März 2018 um 21:04
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    Hallo!
    Ich habe mich eben beim Lesen ein paar Jährchen zurück erinnert – beim ersten Kind (von inzwischen Dreien) ging es uns auch so. Anfangs waren die Nächte schon schlimm, da dachten wir “Das ist eben so mit einem Baby”. Ich habe teilweise stündlich gestillt, dann haben wir eine Odyssee hinter uns gebracht, waren wir beim Kinderarzt, Homöopathen, in der Schreiambulanz – überall, wo wir hingeschickt wurden, ohne Erfolg. Schlimmer wurde es in dem Alter, in dem sie begonnen hat, sich auch mit Schlafsack umdrehen zu können (daran blieb ich in deiner Beschreibung vorhin hängen – mit ca. 5-6 Monaten).
    Erst viele, viele Monate (in ihrem 14. Lebensmonat, nach über 400 schlaflosen Nächten für Eltern und Kind…) später kam der entscheidende Tipp: Geht mal zum Ostheopathen! In unserer Verzweiflung fuhren wir in die Ambulanz für Manuelle Medizin. Der Arzt erklärte das Problem – ein blockierter Halswirbel (Atlas), wohl vom Geburtsvorgang her und eine Beckenverwringung – und garantierte uns, ab dem Tag seiner Behandlung (Atlastherapie – im Grund ein “Fingertipp” an der richtigen Stelle, also wirklich nichts Dramatisches) ein ruhig schlafendes Kind! Und so war es! Die Nacht zuvor waren wir wir üblich 10-14 mal bei unserer schreienden Tochter am Bett, in der Nacht nach der Behandlung schlief sie zum allerersten 12 Stunden am Stück. Mit den beiden Geschwistern war ich dann im ersten Vierteljahr nach der Geburt gleich dort – schließlich kamen alle auf dem selben Weg zur Welt… Bei Beiden war es nicht so schlimm.
    Vielleicht ist es bei euch ja ähnlich? Unser Kinderarzt meinte später, zum Osteopathen hätte er uns ja auch schicken können, aber sie sei für ihn nicht “eindeutig schief” gewesen, sodass er dafür keinen Grund sah… :-(
    Alles Gute und viele Grüße,
    Sonja

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    • 28. März 2018 um 8:03
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      Liebe Sonja, danke für den Tipp! Den Osteopathen haben wir recht früh besucht, daran liegt es glaube ich nicht. Aber ich habe schon öfters gehört, dass er vielen Eltern bzw. Kinder helfen konnte, das ist echt super! Bei drei Kindern habt ihr bestimmt alle Arten von “Schläfern” erlebt, oder?

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      • 2. April 2018 um 22:50
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        Ja, das stimmt! Der Jüngste hat uns dann für alle Schlafdefizite entschädigt und seinem Namen (Noah = der Ruhe Bringende) alle Ehre gemacht 😄
        Alles Gute!
        Sonja

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