Seit Tag 1 an, als die kleinen Zwerge eingeschult wurden, legte ich sehr großen Wert auf ein freundliches und höfliches Miteinander. Natürlich gab es immer wieder “Fallbacks” und unzählige Male war ich am Rande der Verzweiflung. Und doch denke ich, heißt es gerade beim sozialen Lernen: durchhalten, durchhalten, durchhalten und immer wieder thematisieren.

Heute kann ich durchaus stolz behaupten, dass meine Klasse einen sehr guten Zusammenhalt hat und einen sehr wertschätzenden Umgang miteinander pflegt. Über die Jahre trugen etliche verschiedene Methoden und Übungen zu diesem guten Klassenklima bei:

  • eine wechselnde Sitzordnung (ich setze die Kinder seit 3,5 Jahren alle 2 Wochen um und bestimme die Sitzordnung, sodass jeder mal neben jedem sitzt; nur durch das Einlösen eines Gutscheins, den man sich verdienen kann, kann man einmal seinen Wunschplatz und seinen Wunschnachbar wählen);
  • das gemeinsame Erarbeiten von Klassenregeln, die Reflektion derer und das ständige Fordern, diese einzuhalten;
  • viele viele Partner- und Gruppenarbeiten;
  • das Thematisieren von Partner- und Gruppenarbeiten und das Trainieren dieser Methoden;
  • immer wieder Partnerkontrolle, Lerntempoduetts, Expertenrollen, etc.;
  • die Vorbereitung auf und die Aufnahme von neuen Schülern;
  • das Zurseitestellen von Paten für neue Schüler;
  • die Arbeit mit Patenklassen, ob jüngere oder ältere;
  • das Durchführen von Ausflügen, Übernachtungen und Klassenfahrten;
  • Methodenprojekte in Gruppen sowie Projekte zum sozialen Miteinander;
  • zahlreiche Kooperationsübungen immer und immer wieder;
  • Übungen wie der geheime Freund oder die warme Dusche;
  • Rituale wie das Feiern von Geburtstagen oder das Komplimente-machen;
  • eine gute Kommunikation untereinander und den Kinder das Gefühl zu geben, sie werden gehört und ihre Meinungen und Gedanken sind wichtig;
  • der Klassenrat, der schließlich von den Kindern weiterentwickelt wurde;
  • Klassendienste;
  • das Amt des Streitschlichters;
  • …(ich habe sicher noch einiges vergessen)…
  • eine gute Zusammenarbeit mit dem Elternhaus, das Einbeziehen der Kinder und eine enge Verzahnung von Elternhaus und Schule;
  • und, natürlich, ein gutes Vorbild im wertschätzenden Umgang zu sein.

Vielleicht gewährt euch diese Liste ein erster Überblick darüber, was über die Jahre hinweg alles möglich ist. Natürlich kann nicht alles in einem Schuljahr untergebracht werden. Aber manche Dinge sind sehr grundlegend und sollten immer wieder einen Platz im Schulalltag finden. Gerne könnt ihr eure Gedanken und Tipps ergänzen.

Das Klassenklima – ein Mammutprojekt

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