Beim Lesetandem handelt es sich um eine Leseübung in Partnerarbeit. Ein beliebiger Text wird ausgesucht und Paare finden sich oder werden bestimmt. Gelegentlich kann es sinnvoll sein, Partner zu bestimmen, die entweder ähnlich gut lesen oder die gerade sehr unterschiedlich stark lesen. Ein andermal dürfen sich die Kinder selbst jemanden aussuchen.

Die Schüler suchen sich dann möglichst auf dem Gang und im Klassenzimmer ein ruhiges Plätzchen. Wichtig ist, dass beide den Lesetext vor sich haben. Sie bestimmen, wer beginnt. Derjenige liest laut vor. Der andere liest mit den Augen leise mit. Sobald der Vorleser einen Fehler macht, sei es, er überliest ein Wort, verändert es, übersieht oder verwechselt einen Buchstaben, etc. wird gestoppt und der andere Schüler liest laut weiter. Beim nächsten Fehler wird wieder gewechselt.

Diese Übung kann immer mal wieder zwischendurch für 10- max. 15 Minuten eingefügt werden. Wichtig ist es meiner Meinung nach, die Übung im Voraus gut zu erklären und deutlich zu machen, dass Fehler nicht schlimm sind und dass sich niemand über einen Fehler lustig machen darf.

Die Art der Übung mag zunächst darauf hindeuten, dass die Fehler durch den Ablauf hervorgehoben werden. Nach dem ersten Durchgang jedoch werden eure Schüler sehr schnell erkennen und auch benennen können, worum es wirklich geht:

nämlich sich sehr gut zu konzentrieren, aufmerksam mitzulesen, sehr sorgfältig hinzuschauen und genau zu lesen.

Eine Reflektion der Übung bietet sich demnach nach dem ersten Durchgang an.

Das Lesetandem – eine Leseübung

2 Gedanken zu „Das Lesetandem – eine Leseübung

  • 7. Oktober 2016 um 17:59
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    Ich kenne das Lesetandem etwas anders. Dabei setzen sich die Tandems immer aus zwei Schülern mit unterschiedlichem Leseniveau zusammmen. Der stärker Leser ist der “Trainer”, der schwächere der “Sportler”. Der “Trainer” liest gemeinsam mit dem “Sportler”, passt sein Tempo diesem an und korrigiert bei Lesefehlen (für eine ganz genaue Beschreibung fehlt mir gerade die Zeit, es findet sich dazu aber allerhand im Netz). Was ich mir bei der von dir beschriebenen Variante gerade nicht gut vorstellen kann, ist der Wechsel nach jedem Lesefehler, insbesondere wenn die Partner einen sehr unterschiedlichen Lesestand haben. Das würde ja dann dazu führen, dass der bessere Leser deutlich mehr liest als der Schwächere (im Extremfall liest er dann den kompletten Text fehelrfrei vor….) . Auch stelle ich es mir für schwächere Leser schwierig vor, mit dem Lesetempo des besseren Lesers mitzuhalten. Wenn beide einen ähnlichen Satnd haben, ist es sicherlich ein schöne Übung, aber auch da sehe ich das Problem bei zwei sehr guten Lesern, die einfach keine Fehler machen und zwei sehr schwachen, die sich dann womöglich kaum gegenseitig unterstützen können.

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    • 7. Oktober 2016 um 21:13
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      Stimmt, eine Übung wie du sie oben beschreibst, kenne ich auch unter dem Namen. Zu deinen Fragen/Zweifeln: zumindest in meiner Klasse ist es so, dass sogar die richtig guten Leser mal einen Buchstaben überlesen. Und dann heißt es für den anderen, sehr gut mitlesen und den Fehler überhaupt bemerken. Zu unterschiedlich sollte das Niveau meiner Meinung nach nicht sein, damit nicht das eintritt, was du auch schreibst.

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