Ich erinnere mich nur zu gut daran, wie im letzten Jahr am ersten Schultag des neuen Jahres eine Schülerin aus meiner Klasse ein Plakat mitbrachte, auf dem sie “Unsere Vorsätze für 2016” geschrieben hatte und darunter 19 Wolken gezeichnet hatte. Alle Kinder durften dann ihre Wünsche und Vorsätze für das neue Jahr in eine Wolke schreiben und diese bunt malen. Das war eine total süße Idee!

Dieses Jahr möchte ich das neue Jahr etwas ausführlicher als Schreib- und Gesprächsanlass nutzen, da 2017 große Veränderungen für die Viertklässler mit sich bringt.

Allerdings werde ich die Kinder erstmal ganz frei zum neuen Jahr assoziieren lassen, ohne diese große, noch unbekannte Wolke namens “Schulwechsel”, die über ihnen schwebt, zu thematisieren. Sie sollen sich zunächst frei äußern: was wünsche ich mir im neuen Jahr? Was stelle ich mir vor? Was soll so bleiben wie es war? Was habe ich in meinem Leben, das ich sehr schätze? Was soll sich ändern? Und warum?

Zu diesen Fragen dürfen die Schüler frei malen oder schreiben und anschließend ihre Gedanken vorstellen, wenn sie möchten.

Vielleicht fällt ja schon das Stichwort “Schulwechsel”. Dann kann ich daran anknüpfen. Wenn nicht, werde ich durch indirekte Fragen zu dem Thema hinlenken. Ich hatte von den Eltern immer mal wieder gehört, dass sich bestimmte Kinder wünschen würden, auf die oder die Schule zu gehen. Auch gab es wohl schon Meinungsänderungen, dass zb ein Kind, das zuerst bei uns bleiben wollte (wir haben eine WRS angeschlossen), dann doch plötzlich ohne ersichtlichen Grund eine andere Schule besser fand.

Ich habe mich in den letzten Wochen immer wieder gefragt, wie sich die Kinder wohl ihre Meinung zu den verschiedenen Schulen bilden. Bisher fanden ja noch keine Tage der offenen Tür statt. Das heißt, entweder haben die Eltern bereits einen großen Einfluss, weil sie von einer bestimmten Schule überzeugt sind und von dieser sprechen; oder ein Geschwisterteil / Cousin / Freund geht bereits auf die Schule xy und das Kind möchte an die gleiche Schule. Viel mehr kann meiner Meinung nach noch gar nicht dahinterstecken.

Deswegen möchte ich das auch unbedingt mal thematisieren. Zuerst sollen die Schüler verschriftlichen, was sie sich von einer neuen Schule versprechen, was sie sich wünschen, wovor sie vielleicht Angst haben, und worauf sie sich freuen. Dabei ist es wichtig, dass sie genügend Zeit haben und in Ruhe arbeiten können.

Nach einem Austausch darüber werde ich von der emotionalen auf die sachliche Ebene wechseln und den Kindern einmal die verschiedenen Schularten vorstellen. Dabei kann ich auch auf die Wünsche und Ängste der Kinder, die sie zuvor genannt haben, zurückgreifen. Ich werde auch mal erfragen, was sie eigentlich als Unterschiede der Schulen zu wissen glauben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass hierbei viel Halbwissen zutage kommt. Vielleicht kann ich ihnen mit ein wenig Input über die verschiedenen Schularten etwas helfen.

Kurzzeitig kommt mir jedoch auch der Gedanke, ob ich damit die Eltern gegen mich aufbringe. Inwiefern wollen wohl die Eltern die Entscheidung über die Schule treffen und inwiefern nehmen sie ihre Kinder ernst? Andererseits sehe ich es auch als meine Aufgabe an, die Kinder über die verschiedenen Schularten aufzuklären, immerhin habe ich als Lehrerin auch nochmal eine andere Sicht auf die Dinge als die Eltern. Und in diesem wichtigen Prozess der Entcheidungsfindung, den die Kinder ja auch miterleben, möchte ich sie nicht außen vor lassen. Ich bin gespannt auf diese Stunden und was die Schüler zu sagen haben.

Wie handhabt ihr das? Sprecht ihr mit den Kindern über die verschiedenen Schularten?

 

Das neue Jahr und die neue Schule: ein Gesprächsanlass

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