Seit einigen Wochen lese ich mit meiner Klasse “Das Vamperl” von Renate Welsh. Es hat 112 Seiten und 11 Kapitel. Die Kapitel variieren in ihrer Länge, zwischen 4 und auch mal 10 Seiten ungefähr. Die Schrift ist etwas größer und es finden sich immer wieder Illustrationen zwischen den Texten. Insgesamt ist das Buch für meine Drittklässler wirklich gut zu lesen, die Schwierigkeitsstufe passt.

Die Sprache ist auch recht einfach gehalten. Die Struktur der Sätze wiederholt sich ab und zu und die Sätze sind nicht zu lang. Fremdwörter kommen nur sehr wenige im Text vor.

Die Handlung überzeugt alle Kinder: Frau Lizzi, die Hauptfigur – eine ältere Dame, die alleine lebt – findet eines Tages in ihrer Wohnung einen kleinen Vampir – das Vamperl. Obwohl die Nachbarn voller Sorge möchten, dass sie ihn entsorgt, behält sie ihn und zieht ihn groß. Bald stellt sich heraus, dass das Vamperl gar kein Blut saugt, sondern Menschen in die Galle sticht! Und zwar nur die bösen und gemeinen Menschen, die dann nach dem Stich des Vamperls plötzlich lieb und nett sind.

Dadurch, dass auch immer wieder Kinder mitspielen und Streitsituationen in der Handlung vorkommen, gibt das Buch Anlass, über Konflikte zu sprechen. Wie praktisch wäre es doch, auch im wahren Leben ein Vamperl zu haben! ;-) Da dies aber nicht der Fall ist, lassen sich durch szenische Methoden und im Gespräch andere Strategien für die Konfliktlösung finden.

Die Lektüre bietet viele Möglichkeiten für szenisches Spiel. Die Anzahl der Figuren, die in einem Kapitel vorkommen, sind immer gut überschaubar und die wörtliche Rede deutlich gekennzeichnet. So lesen wir immer wieder mal in verteilten Rollen und spielen auch die Handlung in Gruppen nach.

Zeitlich habe ich für diese Einheit 5 Wochen eingeplant, womit ich gut hinkomme, glaube ich. Bereits in der 2. Woche hatten einige Kinder das Buch fertig gelesen, andere lesen Schritt für Schritt. Alle finden das Vamperl süß und beschäftigen sich gerne mit der Lektüre. Somit kann ich das Buch wirklich nur empfehlen. Für die 2. Klasse wäre es meiner Meinung nach noch zu lang und zu schwer zum Lesen, hier bieten sich andere Lektüren an. Für die 4. Klasse wäre es allerdings auch noch geeignet, denke ich.

Wir führen zur Lektüre ein kleines Lesetagebuch. Die Unterrichtsstunden sind immer in gemeinsames Lesen und Arbeit an der Lerntheke und dem Lesetagebuch aufgeteilt. Natürlich dürfen die Kinder auch alleine oder mit einem Partner lesen. Die Lerntheke stellt viele verschiedene Aufgaben zu allen Kapiteln bereit: sowohl Schreibaufgaben für das Lesetagebuch, als auch Leseaufgaben, szenisches Spiel und Malaufgaben. Viele Ideen für die Lerntheke habe ich aus einer Werkstatt vom Verlag an der Ruhr, einige sind selbst konzipiert.

Integriert in die Literatureinheit habe ich das Thema Groß- und Kleinschreibung (eine Wiederholung!). Anhand von Lernwörtern, die im Text vorkommen, üben wir außerdem weiterhin Rechtschreibstrategien. Indem wir dann Teile des Textes als Übungsdiktate schreiben, üben die Kinder sowohl die Lernwörter als auch die Groß- und Kleinschreibung.

Da die Lektüre ein offenes Ende hat, beschäftigen wir uns gegen Ende der Einheit damit, wie man Geschichten weiterschreibt. Wir werden uns dann langsam vom Vamperl lösen. Toll finde ich aber, dass es einige Folgebücher vom Vamperl gibt. Das heißt, wir können zum Einen sogar herausfinden, wie die Geschichte tatsächlich weitergeht, zum Anderen kann ich den Kindern die Folgebücher empfehlen und sie so zum (Weiter-)Lesen motivieren.

Sowohl im Sachunterricht als auch im Kunstunterricht greifen wir ebenfalls das Vamperl auf: wir recherchieren in Gruppen zur Fledermaus, erstellen Plakate und präsentieren. Darüberhinaus malen und basteln wir Fledermäuse in unterschiedlichen Formen.

Wer Interesse an der Lektüre hat, dem kann ich ein paar Materialien empfehlen:


(Partner-Links)

Vom dtv gibt es außerdem eine Spezial-Seite zum Vamperl mit Informationen zum Buch, zur Autorin, einer Bastel- und Malecke und vielem mehr: hier klicken.

Wer hat auch schon mit dem Vamperl gearbeitet und kann von Erfahrungen berichten? Und welche anderen Lektüren könnt ihr empfehlen?

Das Vamperl als Lektüre in Kl. 3

3 Gedanken zu „Das Vamperl als Lektüre in Kl. 3

  • 5. November 2017 um 18:30
    Permalink

    Hallo & danke für den Einblick in deine Arbeit mit dem Buch. Wie organisierst du die Arbeit an der Lerntheke? Pro Kapitel eine Aufgabe oder wie kann man sich das vorstellen? Stelle mir das irgendwie schwierig vor, wenn du sagst, dass manche Kinder das Buch schon komplett gelesen haben und andere nicht. Das heißt, das Kind muss erst Kapitel so und so lesen, um dann die Aufgabe an der Lerntheke zu lösen, oder? Bin gespannt auf deine Antwort! Liebe Grüße, Laura :)

    Antworten
    • 15. November 2017 um 8:25
      Permalink

      Liebe Laura, zu den Kapiteln kann es mal eine Aufgabe, mal mehrere Aufgaben geben, je nachdem, wieviel das Kapitel hergibt. Ja, es ist eine Herausforderung, wenn manche Kinder das Buch bereits komplett gelesen haben. Trotzdem will ich ein Kind nie im Lesen bremsen! Ich habe im Voraus klipp und klar gesagt, dass man schon weiterlesen darf, aber dass man dann auch immer wieder etwas nachlesen muss, wenn man es für die Arbeit im Unterricht nicht mehr weiß. Außerdem habe ich den Kindern meistens am Vortag gesagt “Ab morgen beschäftigen wir uns mit Kapitel …” (wir haben im Unterricht auch viele Plenumsphasen zu den einzelnen Kapiteln gehabt) und dann hieß das für einige, dass sie das Kapitel zu Hause nochmal nachlesen oder zumindest querlesen mussten. Das hat geklappt! Liebe Grüße

      Antworten
  • 14. November 2017 um 17:05
    Permalink

    Hallo,
    auch ich lese zur Zeit mit meiner 3. Klasse das Vamperl. Im Zusammenhang damit erstellen die Kinder eine Leserolle, d.h. alle Arbeiten, die sie zum Thema anfertigen, kleben sie als “Schriftrolle” aneinander und bewahren sie in einer hübsch gestalteten Chipsdose auf. Die Kinder (Mädchen und Jungen gleichermaßen!) lieben die Geschichte vom Vamperl sehr und es macht ihnen große Freude, ihre Schriftrolle wachsen zu sehen. Wir lesen allerdings immer gemeinsam die einzelnen Kapitel und es gibt dann Pflicht- und freiwillige Zusatzaufgaben dazu, die sich inhaltlich mit dem Thema des Kapitels beschäftigen. Parallel arbeiten die Kinder in Sachkunde an einer Gruppenarbeit zur Fledermaus und erstellen ein Plakat bzw. üben einen Vortrag. Außerdem besuchen wir demnächst einen bei uns ansässigen Verein, der uns durch Gewölbe führt, in denen die Fledermäuse ihren Winterschlaf machen können – die Winterschlafquartiere sind natürlich für den Besuch zur Zeit gesperrt.
    Ich muss gestehen, die Unterrichtseinheit macht mir immer wieder viel Spaß und bisher waren die Schüler auch hoch motiviert und viele haben sich zu Weihnachten einen der Folgebände des Vamperl gewünscht (was mich natürlich immer besonders freut ;-))
    Liebe Grüße,
    Andrea

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.