In einem Gewinnspiel vom 04.06.2016 hat Miriam eine Ausgabe des “Komm zu Wort Bilderwörterbuchs” vom Finken Verlag gewonnen. Nachdem nun der erste Abschnitt des Schuljahres vorbei ist, berichtet sie uns von ihren Erfahrungen mit dem Material. An dieser Stelle nochmal vielen Dank, Miriam, für deine Rezension und weiterhin viel Freude mit dem Buch! An alle anderen: “stay tuned”, wie man so schön sagt, das nächste Gewinnspiel steht in den Startlöchern. Eure Diana

Erfahrungsbericht zum Einsatz des Hör-Bilder-Buches „Komm zu Wort 1“ des Finken-Verlags

Der Einsatz des Buches gestaltete sich von Beginn an kinderleicht. Da ich bereits einen Ting-Stift besaß, war direkt klar, dass zu Beginn eine Aktivierung notwendig ist – dann kann es direkt losgehen.

Auf der ersten Seite findet sich ein lautiertes Alphabet. Da ich eine erste Klasse unterrichte, passt das natürlich perfekt zum Schriftspracherwerb bzw. zur Alphabetisierung, die ohnehin alle Kinder meiner Klasse derzeit durchlaufen. Auf den beiden darauffolgenden Seiten gibt es dann 2 Seiten mit Hinweisen zum Konzept sowie zu den Themenbereichen des Buches (In der Schule, Das bin ich, Wohnen und In der Stadt). Im Prinzip ist aber alles selbsterklärend.

Die ersten inhaltlichen Seiten beinhalten die Vorstellungen zweier Kinder, Lara und Karim. Diese stellen sich in mehreren Sprechblasen vor. Der Ting-Stift liest die Sprechblasen beim „Draufhalten“ vor. Karim kommt übrigens aus Syrien, so wie einige meiner DaZ-Kinder. Gleich zweimal kam es vor, dass Kinder Karim direkt antworteten, weil sie sich so freuten, als er „erzählte“, dass er aus „ihrem“ Land komme. :-)

Jeder Themenbereich beginnt anschließend mit einem Poster, einer Art Wimmelbild. Die Kinder können hier verschiedene Situationen sehen und bereits einzelne Wörter erlernen. Auf den darauffolgenden Seiten folgen dann Ausschnitte. Beim Themenfeld „In der Klasse“ folgen auf das Poster zum Beispiel Seiten mit den folgenden Unterpunkten „In der Klasse“, „In der Schultasche“, „Im Federmäppchen“ usw. Erst wird immer ein Wort mit Artikel „vorgelesen“, auf der darauffolgenden Seite dann ein Satz (z.B. „die Tafel“ – „Das ist die Tafel“ oder „das Buch“ – „Das Buch ist gelb“). Später steigert sich dann der Schwierigkeitsgrad und die Verbformen sowie die Personalpronomen werden thematisiert („Maria malt.“ – „Sie malt.“). Im weiteren Verlauf des Buches werden die Sätze teilweise länger und schwieriger.

Grundsätzlich ist es als DaZ-Lehrerin eine Mammutaufgabe, geeignetes Material zu finden. Besonders schwierig gestaltet sich die Suche nach Material für nicht-alphabetisierte Kinder sowie nach Material, das im Regelunterricht eingesetzt werden kann. Ich war bereits auf der Didacta ratlos unterwegs, weil die Verlage entweder nichts Entsprechendes angeboten haben oder weil ich absolut unzufrieden war mit dem, was angeboten wurde. Der Finken-Verlag hat hier, meiner Meinung nach, das nahezu perfekte Material entwickelt. In meiner Klasse sind 27 Kinder, davon einige Kinder mit Deutsch als Zweitsprache. Diese Kinder haben sich regelrecht darum gerissen, mit dem Ting-Stift am Hör-Bilder-Buch zu arbeiten. Gewundert hat mich das nicht, denn sowohl die wundervolle Gestaltung als auch der motivierende Faktor des „Neuen“, d.h. des Umgangs mit dem Ting-Stift, war für alle 27 Kinder der Klasse wohl gleichermaßen vorhanden. Es ist normalerweise unmöglich, den DaZ-Kindern im Regelunterricht gerecht zu werden und ihnen die Förderung zu bieten, die sie benötigen. Wenn sie älter sind, kann ich sie sicherlich auch mal an der PC setzen und dort arbeiten lassen, nach den paar Wochen Schule funktioniert das aber definitiv nicht. Das Material ist selbsterklärend, die Kinder stören die restliche Klasse nicht bei der Bearbeitung der Aufgaben (durch den Einsatz eines Kopfhörers) und sie können ganz normal zwischen den anderen Kindern sitzen. Für mich ist das Komm zu Wort Bilderbuch die perfekte Ergänzung.

Bemängeln könnte man vielleicht die hohen Anschaffungskosten, vor allem wenn man mehrere DaZ-Kinder in der Klasse hat. Vor allem der Ting-Stift ist nicht ganz günstig und ich habe ihn mir auch privat zugelegt, da die Schule ja meist doch viel zu wenig Geld hat. Schön finde ich, dass der Finken Verlag mittlerweile eine zweite Version veröffentlicht hat – die werde ich mir sicherlich auch demnächst zulegen.

Ich bedanke mich sehr herzlich für den tollen Gewinn. Dieser ist eine absolute Bereicherung für meinen Unterricht sowie für meine DaZ-Kinder.
Miriam

Daz-Material Komm zu Wort: Gastrezension

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