Seit einigen Jahren wünsche ich mir Stunden für eine AG. Leider klappte es bisher nicht. Dieses Jahr wurde mein Wunsch erfüllt und eine Idee konkretisierte sich: selbst eine leidenschaftliche Bloggerin, wollte ich einen Schülerblog ins Leben rufen.

Meine eigentliche Vorstellung war, den älteren Schülern einen Einblick in WordPress, Websitengestaltung, Urheberrecht, SEO uvm zu geben. So war meine AG für die Klassen 4-9 ausgeschrieben. Leider kam es zu Terminkollisionen mit Nachmittagsunterricht und anderen AGs, sodass sich letztlich “nur” viele Viertklässler und ein paar Siebtklässler bei mir anmeldeten.

Somit musste ich meinen ursprünglichen Plan noch einmal umwerfen. Ziel sollte sein, eine Art digitale Schülerzeitung auf die Beine zu stellen. Die Schüler sollen am Computer über aktuelle Geschehnisse an der Schule schreiben, über Schüler, Lehrer, und eigene Interessen. Diese Texte sollen dann online gestellt werden.

Wie ich das Ganze genau organisiere, werde ich in kommenden Posts beschreiben.

Bevor ein solches Projekt gestartet werden kann, müssen etliche Rahmenbedingungen abgeklärt werden:

  • Wird das Projekt von der Schulleitung unterstützt?
  • Gibt es einen Computerraum in der Schule inkl. Internet mit ausreichend vielen PCs?
  • Wenn nicht, gibt es dann in den Klassenzimmern oder sonstwo Computer, die genutzt werden können?
  • Werden die Computer an diesem Tag noch von anderen Lehrern und Schülern gebraucht?
  • Braucht jeder Teilnehmer einen eigenen PC oder können mehrere an einem arbeiten?
  • Wo sollen die Texte veröffentlicht werden?
    • Soll eine eigene Seite entstehen mit eigener URL?
    • Könnte es eine Unterseite der Schulwebsite sein?
    • Wird es ein Menüpunkt auf der bereits bestehenden Schulwebsite?
    • Kann ein Newsletter eingerichtet werden?
  • Wer lädt die Inhalte hoch?
  • Gibt es eine Kommentarfunktion? Wenn ja, wer verwaltet die eingehenden Kommentare?
  • Wie machen wir den Schülerblog bekannt?

Ich habe mich in Absprache mit der Schulleitung letztlich dafür entschieden, einfach einen Menüpunkt auf der bereits bestehenden Schulwebsite zu erstellen und mit Unterkategorien zu füllen. Dadurch sind die Schüler, die nun am Projekt teilnehmen, ausschließlich inhaltlich tätig und nicht technisch oder gestalterisch. Eine Kommentarfunktion ist nicht vorgesehen, womit sich auch die Frage erübrigt, wer das Ganze tagesaktuell pflegt.

Die Anforderungen musste ich einfach an die teilnehmenden Schüler anpassen. Für Viertklässler ist es bereits eine große Herausforderung, Artikel zu planen, ggf. online zu recherchieren und in Word einen längeren Text zu tippen. Die Siebtklässler unterstützen in der Regel die kleineren und finden sich mit ihnen bei Themen zusammen, die sie auch interessieren.

Eine Leserin, Lari, hat ebenfalls einen Blog ins Leben gerufen und beschreibt das Projekt wie folgt:

“Hallooo :)
Auch ich habe in diesem Schuljahr erstmals einen Schülerblog ins Leben gerufen. Bei mir arbeiten Schüler der 3. und 4. Klassenstufe eine Stunde pro Woche an dem Blog. Meine Ziele sind die gleichen wie deine. Die Kinder arbeiten nur inhaltlich an dem Blog.
Zunächst wählen sie ein Thema. Ihren Artikel schreiben sie mit Hand auf Papier vor. Ggf. gehen sie dafür noch Informationen einholen. Anschließend überlegen sie, welches Bildmaterial sie verwenden wollen/ dürfen (selbst welches erstellen, jemanden fragen usw.). Wenn das alles geklärt ist, schreiben sie ihren Text auf dem Computer ab. Artikel und Bilder reichen sie bei mir ein, ich prüfe Inhalte und Bildmaterial und stelle es dann online.
Die Kommentarfunktion ist bei uns freigeschaltet. Die Kinder freuen sich total, wenn sie Rückmeldungen von Eltern oder Mitschülern bekommen und antworten da auch selbst gerne drauf. Ich verwalte die Kommentare.
Zu erreichen ist unser Blog u.a. über einen Menüpunkt der Schulhomepage. Allerdings läuft er über eine eigene Domain, damit ich sie von zu Hause aus verwalten kann.
Die Kinder haben viele Ideen und arbeiten sehr motiviert. Sogar die Drittklässler gehen schon toll mit dem Computer um. Wir haben z.B. schon über Ausflüge, die Einschulungsfeier, die Bücherei, den Schulhof, das Nachmittagsangebot und verschiedene Erlebnisse im Unterricht berichtet.
Aber auch im täglichen Unterricht lässt sich der Blog gut nutzen. Die Kinder meiner 4. Klasse haben ausführlich über jeweils eine Stationen bei den Waldjugendspielen geschrieben. So hatten wir am Ende einen ausführlichen Blogbeitrag sowie eine tolle Nachbereitung im Unterricht.

Ich wünsche euch ganz viel Spaß mit dem Blog und würde mich freuen darüber weiter zu lesen.
Lg, Lari”

Ein Schülerblog entsteht

Ein Gedanke zu „Ein Schülerblog entsteht

  • 29. Oktober 2016 um 13:18
    Permalink

    Gute Idee! Ich habe auch einen Schüler-Blog mit meiner AG.
    Wir haben ns zum Ziel gesetzt, Interviews zu führen, Berichte über das Schulleben zu schreiben und Umfragen zu machen. Die Kinder sind mit Motivation dabei (zumindest finde ich die Motivation für die Uhrzeit und nach einem langen Schultag so okay).
    Leider habe ich bisher das Gefühl, als würden wir nur für uns bzw. die Lehrer schreiben. Wir haben uns in den Klassen zwar vorgestellt und auch die Eltern haben in einem Elternbrief von uns erfahren. Viel Rückmeldung kommt aber weder von anderen Schülern noch von Eltern.
    Gut, das Ganze läuft erst an und bis wir richtig schreiben können, vergehen Wochen, wenn nicht sogar Monate. Wir besprechen immer genau, wie man Interviews schreibt, worauf man bei Berichten achten muss usw.
    Dennoch bin ich momentan etwas enttäuscht über die wenigen Rückmeldungen. Die Kinder geben sich nämlich wirklich sehr viel Mühe (auch die Zweitklässler!) und die geht unter :(

    Wie habt ihr das denn so toll publik gemacht? Ich habe überlegt, eigene T-Shirts anfertigen zu lassen, die die Reporter bei Schulveranstaltungen dann tragen. Aber ob das die Aufmerksamkeit lenkt?!? Vor allem ist es auch eine finanzielle rage. Den Eltern möchte ich das Geld dafür nicht aufbrummen, aber die Schule hat auch andere finanzielle Baustellen.

    Freue mich, wenn es läuft, aber der Anfang ist wie immer geht – wie immer – sehr schleppend voran.

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