Aus einer Fortbildung über das Thema „Spiele“ brachte ich eine interessante Idee in meine Klasse: ein alter Karton wurde mit vielen fröhlichen Bildern beklebt und damit zu einer Art „Briefkasten“ verwandelt. Ein Schlitz oben, alles andere war zu. Geöffnet werden durfte der Karton erst am Ende des Schuljahres.

An jedem zweiten Montag, oder kurz vor den Ferien, fragte ich die Kinder: „Was haben wir neulich Schönes gemacht?“ Die Kinder durften entscheiden, was sie als „Schön“ empfunden haben. Mal war es ein Museumsbesuch, mal die Probestunde einer Referendarin, die sich besonders viel Mühe gab, auch ein Klassenspiel zum Thema Ostern wählten die Kinder. Wer wollte, durfte darüber einen Zettel schreiben, wie zum Beispiel: „Gestern haben wir einen Wer Wie Was Film angeschaut“.

So füllten wir unsere Erinnerungsbox über das ganze Schuljahr hinweg. Beim Frühstück am Ende des Schuljahres diente das Brotmesser als Türöffner und wir schütteten die Zettel auf dem Tisch aus. Die Kinder durften selbst versuchen vorzulesen, bei Schwierigkeiten wegen Handschriften half die Lehrerin. Fast die ganze Stunde war mit „Jaaaa, stimmt!“-Kommentaren gefüllt. Sachen, die wir längst vergessen hatten, kamen wieder ins Gespräch und andere Kinder ergänzten die kollektiven Erinnerungen mit Detaills.

Ein Junge war so begeistert von der Idee, dass er sagte: „Das müssen wir unbedingt am Anfang des nächsten Jahres nochmal machen“. Und das machten wir dann auch, um Ideen zu sammeln, was wir im nächsten Schuljahr alles unternehmen wollten.

Eine Erinnerungsbox über das Schuljahr

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