Kinder lernen im Kindergarten bereits sehr viele Fertigkeiten, die sie später in der Schule brauchen. Vieles wird in der Schulzeit neu gelernt, vieles auch weiterentwickelt und gefördert. Neben dem Kindergarten können aber auch die Eltern bereits einen großen Beitrag dazu leisten, die Voraussetzungen zu schaffen, damit das Kind die erste Klasse mit vielen Erfolgserlebnissen durchlebt.

Neben etlichen physischen, motorischen, emotionalen und kognitiven Fertigkeiten, die sich im Laufe der ersten Lebensjahre entwickeln und bei ärztlichen Untersuchungen – auch bei der Feststellung der Schulreife – überprüft werden, wünschen wir Lehrerkräfte uns, dass ein Kind, das eingeschult wird, im Idealfall bereits mit folgenden Dingen vertraut ist:

  • Lieder und Abzählreime
  • alltägliche Rituale zu Hause, Regeln und Konsequenzen bei deren Nichteinhaltung
  • Respekt vor anderen
  • Bücher und Bastelmaterial

Darüberhinaus ist es von Vorteil, wenn ein Kind die meisten der folgenden Fertigkeiten – zumindest in Teilen – bereits erlernt hätte:

  • deutlich und in Sätzen sprechen können und über einen gewissen Wortschatz verfügen;
  • einige Zeit still sitzen können, Ruhe wahrnehmen können;
  • Spiele spielen können, dabei gewinnen und verlieren können;
  • mit Enttäuschungen umgehen können;
  • warten können;
  • zuhören und erzählen können;
  • aufräumen und sorgfältig mit Dingen umgehen können;
  • mit Stiften, Schere und Kleber umgehen können;
  • sich alleine an- und umziehen können;
  • Schuhe binden können.

Wie bereits erwähnt, trägt der Kindergarten bereits einen sehr großen Teil zu dieser Entwicklung der Fertigkeiten bei. Trotzdem bleibt die Erziehungs- und Fürsorgepflicht vor allem bei den Eltern.

Was können Sie als Eltern tun?

  • Lesen Sie Ihrem Kind regelmäßig vor. Sprechen Sie über das Gelesene und über Bilder im Buch.
  • Spielen Sie mit Ihrem Kind Spiele und fördern Sie soziale Kontakte mit Gleichaltrigen.
  • Sprechen Sie viel mit Ihrem Kind, geben Sie ihm Aufmerksamkeit und hören Sie ihm zu.
  • Vereinbaren Sie feste Regeln zu Hause und fordern diese auch ein. Bestimmen Sie Konsequenzen bei Nichteinhaltung der Regeln. Aber loben Sie auch viel und ermutigen Sie!
  • Versuchen Sie, die Tagesabläufe zu rhythmisieren, d.h. soweit möglich feste Abläufe und Zeiten festzulegen und einzuhalten. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind feste Rituale, wie zb das Vorlesen vorm Schlafengehen o.ä.
  • Versuchen Sie nicht, Ihr Kind vor allen Enttäuschungen, Frustrationen und Misserfolgen zu bewahren! Lassen Sie Ihr Kind Fehler machen, sprechen sie über sie und lassen es aus seinen Fehlern lernen.
  • Fördern Sie die Selbständigkeit Ihres Kindes: übertragen Sie ihm Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu Hause und unterstützen Sie es bei deren Umsetzung.
  • Über allem stehen für mich als Lehrerin drei Schlagworte: Anerkennung, Lob und Freude.
Einschulung: was Kinder können sollten und was Eltern tun können
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2 Gedanken zu „Einschulung: was Kinder können sollten und was Eltern tun können

  • 5. August 2015 um 9:20
    Permalink

    Schuhe binden erwarte ich nur, wenn die Eltern ihre Kinder mit Schnürschuhen in die Schule schicken. Ansonsten tragen die ja eh alle Schuhe mit Klettverschlüssen. Unser Jüngster (6) kann das auch nicht. Da fehlt ihm auch das Übungsmaterial. Und die Große hat es auch erst gelernt, als es aktuell war. Da waren die neuen Schuhe dann auch Ansporn genug. In der Schule weigere ich mich auch konsequent für die Kinder die Schnürsenkel zu binden. Wer solche Schuhe hat, soll das mit seinen Eltern auch üben.

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