Die Fertigkeit Sprechen steht im Zentrum des Fremdsprachenunterrichts. Aus diesem Grund versuche ich, Dialoge und Rollenspiele regelmäßig und zu allen Themen des Unterrichts zu integrieren. Das ist kein schwieriges Vorhaben, denn man braucht nicht unbedingt Material und auch nicht viel Vorbereitung dafür.

In der Regel unterrichte ich die Klassen 7 bis 10 in Englisch. Obwohl die Siebtklässler noch weiter von den Prüfungen entfernt sind, beginne ich auch hier schon, regelmäßig Dialoge zu üben. Die Vorgaben können hier noch freier sein, sodass jeder nach seinen Möglichkeiten einen Dialog ausgestalten kann. Sprachliche Korrektheit ist hier nicht das oberste Gebot, sondern Ausprobieren und Sprechen der Sprache.

Nach oben hin werden dann die Dialoge und Kontexte schwieriger, manchmal die Vorgaben auch genauer, um möglichst grammatikalisch-korrekte Sprache herauszufordern.

Ich skizziere mal ein paar Beispiele für die einzelnen Klassenstufen.

  • Klasse 7, Thema London: vielleicht wurden im Vorfeld Sehenswürdigkeiten erarbeitet und präsentiert. Oder der Listening-Teil drehte sich um Sightseeing-Touren in London. Dann könnte ein möglicher Kontext für einen freien Dialog sein: “You are a tourist. You are going on a trip to London. You go to a Visitor’s Center. You’re partner works at the Visitor’s Center. Ask for information.” oder auch: “You want to go to London. Tell a friend about it.
  • Klasse 8, Thema National Parks: “You are a park ranger. You introduce visitors before they enter the park. The visitors have a lot of questions. You tell them what to do, what to see, and what not to do.
  • Klasse 9, Thema Fast Food: “You spend the afternoon with a friend. You want to have lunch at a Fast Food restaurant. You friend prefers to cook at home.” oder auch: “You are working at a Fast Food restaurant. A customer is giving you a hard time.” oder auch: “You are a passenger on the street. A tourist is asking you where to find the best Fast Food restaurant.”
  • Klasse 10, Thema Peer Pressure: “You have a problem with the other students in your class. In the afternoon, you have an appointment with your teacher/friend/father.”

Solche Aufgabenstellungen sind zu jedem denkbaren Thema leicht zu finden und zu formulieren. Ich verstehe sie als Anregung für Dialoge und Rollenspiele. Sie sind in den Vorgaben recht frei. Oft lasse ich die Schüler frei wählen, wie genau sie den Dialog inhaltlich ausschmücken. Hier darf ruhig auch Kreativität eingebracht und gefordert werden. Meistens lasse ich die Dialoge im Sinne der Vorbereitung auf die mündliche Prüfung in Partnerarbeit erarbeiten. Manchmal bietet es sich aber auch an, mehrere Rollen im Kontext zu erfinden und in der Gruppe ein Rollenspiel zu kreieren.

Schwächeren Schülern kann man mit beispielhaften Vorlagen, die sie teilweise übernehmen, aber anpassen können, unter die Arme greifen.

Gelegentlich fasse ich die Vorgaben für alle enger, in dem ich Rollenkarten, sog. Prompt Cards, ins Spiel bringe. Hier gibt es eine Karte für Partner A und eine Karte für Partner B. Zum Beispiel muss Partner A von Partner B Informationen erfragen und hat auf seiner Prompt Card nur die Fragewörter “Where and when?” und vielleicht noch ein paar Stichworte wie “meeting point? number? …” stehen. Partner B hat dann auf seiner Karte entsprechende Informationen, die er passend zu den Fragen in Sätze verpacken muss.

Diese Art von Prompt Cards kann man sehr leicht selbst erstellen, ein Muster dafür gibt es zum Beispiel auf den Seiten der Landesakademie für Fortbildungen BW. Auch Verlage bieten Materialsammlungen zum Dialogtraining an, zum Beispiel der Klett Verlag.

 

Englisch in der Sekundarstufe: Dialoge und Rollenspiele
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