Das im letzten Beitrag beschriebene Belohnungssystem führe ich in meiner 2. Klasse durch.

Folgende Regeln müssen von den Kindern verfolgt werden:

  • Ich melde mich, wenn ich etwas sagen will.
  • Ich unterbreche niemandem.
  • Ich renne weder im Klassenzimmer, noch im Flur.
  • Ich höre zu, wenn jemand etwas sagt.
  • Ich behandele mein Material und das der anderen mit Sorgfalt.
  • Ich löse Konflikte mit Worten.
  • Ich arbeite konzentriert und ruhig. (danke Karin, das hatte ich vergessen, natürlich haben Verstöße dagegen auch Konsequenzen, allerdings gibt es da zuerst eine Ermahnung, bevor ein Smiley durchgestrichen wird.)

Die Kinder sind mit den Regeln absolut vertraut, wir haben sie gemeinsam erarbeitet und im Laufe der Zeit ergänzt. 

In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass manche Kinder, die sich immer an die Regeln halten und nie Smileys verlieren, Hausaufgabengutscheine zu Hause horten. Sie sind so gewissenhaft, dass sie sie nicht einlösen möchten :-D 

Das ehrt sie natürlich, erfüllt aber nicht mehr den Zweck der positiven Bestärkung. Ich hab vor Kurzem die Klasse darauf angesprochen und gefragt, ob sie vielleicht Vorschläge bzgl. Alternativen für den Hausaufgabengutschein haben. Gemeinsam einigten wir uns auf folgende Alternativen:

  • ein Spiel aussuchen
  • einen Tag dort sitzen, wo man möchte

Ich habe nun kurzerhand ganz simple Kärtchen gebastelt, auf denen lediglich eine Blume gezeichnet ist und „Gutschein” geschrieben steht. Die Kinder erhalten ein solches Kärtchen, wenn sie am Ende der Smiley-Liste angekommen sind. Sie können den Gutschein dann für eine Belohnung ihrer Wahl einsetzen: Spiel, hausaufgabenfrei (wobei dies nur Mathe oder Deutsch gilt) oder Sitzplatzauswahl.

Habt ihr vielleicht noch andere Ideen für einen Gutschein?

Ich habe das System im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Hier kommt ihr zu den neueren Beiträgen:

Belohnungssystem in der GS (2)
Markiert in:    

11 Gedanken zu „Belohnungssystem in der GS (2)

  • 24. Mai 2015 um 6:54
    Permalink

    Hallo Diana,
    danke für die Erklärung deines Belohnungssystems. Ich überlege schon direkt, wie ich es für meine Klasse anpassen könnte. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich eine zusätzlcihe Regel brauche: Ich arbeite konzentriert (und lasse mich nicht ablenken).
    Wie handhabst du denn Kinder, die viel quatschen oder eben auch nur Löcher in die Luft starren und nicht arbeiten?
    LG Karin

    Antworten
  • 24. Mai 2015 um 7:04
    Permalink

    Ich suche auch immer nach Belohnungen, die gut und sinnvoll sind ( also z.b. keine Süßigkeiten)
    Deine Alternativen sind interessant, aber ich habe dabei folgende Bedenken: Spiel aussuchen heißt ja ein Spiel für alle wird gespielt. Leider würde das bei einigen meiner sehr häufig die Regeln übertretenden Schüler so ankommen, dass für sie am Ende ja so oder so ein Spiel rausspringen wird. Ob nun selbst ausgesucht oder nicht – egal.
    Und woanders sitzen bedeutet ja auch immer ein zweites Kind wird mit dem Wegsitzen ” bestraft”… Oder sehe ich das zu “schwarz “?

    Antworten
    • 24. Mai 2015 um 8:45
      Permalink

      Hallo Marita, hmmmm ok, bei dem Spiel hast du vielleicht in gewisser Weise recht. Daran habe ich noch gar nicht gedacht… allerdings kann ja immer noch das Kind, das den Gutschein einlöst, aussuchen, welches Spiel gespielt wird. Hast du vielleicht andere Ideen, die nur das jeweilige Kind betreffen?
      Ich denke nicht, dass ein zweites Kind beim Wegsitzen bestraft wird. Bei mir bestimmte sowieso immer ich, wer neben wem sitzt und die Sitzordnung ist rein zufällig und wird immer wieder gewechselt. Gerade deshalb glaube ich, finden es die Kinder toll, sich einmal dahin setzen zu dürfen, wo man möchte. Oder meinst du das Kind, an dessen Platz sich das andere dann setzen will? Hmmmm… ggf. muss man dann stattdessen einen neuen Platz schaffen, sodass das andere Kind nicht tauschen muss, bzw. einfach eins weiterrutschen.
      Danke für die Gedanken!

      Antworten
  • 24. Mai 2015 um 12:26
    Permalink

    Als Belohnung könnte man auch 10 min Computerarbeit anbieten. Bei mir gibt es Lernspiele auf dem Laptop und diese werden gern genutzt.

    Antworten
  • 24. Mai 2015 um 14:26
    Permalink

    Hi Diana,
    ja ich meine das Kind, das dann ja (für diesen Tag zwar nur) sich wegsetzen muss.
    Bei dem Platzwechsel denke ich da z.b. an ein liebes ruhiges Kind, welches sich nun – zwar nur für einen Tag – wegsetzen muss, weil ein “Gutscheinkind” neben seinem Sitzpartner sitzen möchte. Bestrafung habe ich zwar absichtlich in Anführungsstriche gesetzt, weil es vielleicht ein zu dramatisches Wort ist, aber es hat eine Wahl. Es muss den Wunsch des “Gutscheinkindes” mittragen, ob es will oder nicht.
    Und leider fällt mir auch nicht wirklich eine tolle Sache ein, die wirklich nur diesem einen Kind was positives bringt. Außer kleine “Geschenke” wie dein Hausaufgabengutschein.

    Antworten
  • 24. Mai 2015 um 17:13
    Permalink

    Hallo Diana,
    ich habe auch ein Belohnungssystem (das ein wenig anders funktioniert) und jeden Freitag ist bei uns Tausch-Tag. Hausaufgabengutscheine gibt es bei mir nicht, da ich es wichtig finde, dass diese auch gemacht werden.
    Dafür jede Menge andere Auswahl:
    – Müffelfüße (einen Tag lang die Schuhe ausziehen)
    – Lied aussuchen / Spiel aussuchen
    – Frühstück bei einem Freund
    – kleiner Helfer
    und am allerallerallerbeliebstesten:
    – flauschiger Freund – da dürfen sie ein Kuscheltier mitbringen
    – Klassentier – unser Fuchs darf einen Tag lang am Tisch sitzen

    Platztausch habe ich auch, läuft vollkommen problemlos, da fühlt sich zumindest bei mir kein Kind bestraft :) .
    Die Gutscheine “kosten” bei mir eben unterschiedlich viel.

    Antworten
    • 28. Mai 2015 um 15:15
      Permalink

      Hallo Lena, was meinst du mit “kleiner Helfer” und “Frühstück bei einem Freund”? Deine beiden allerallerallerbeliebtesten finde ich auch klasse, die führe ich gerne auch ein ;)

      Antworten
  • 24. Mai 2015 um 20:34
    Permalink

    Hallo!
    In meiner Klasse gibt es u.a. auch Wunschpartner-Gutscheine. Das klappt auch prima und niemand fühlt sich bestraft. Meine Kinder müssen aber auch vor Einsatz des Gutscheins mit den Kindern, die von “Umsetzaktion” betroffen sind, abkären, ob es für alle ok ist. Anfangs gab es da auch mal ein Nein, aber inzwischen haben alle begriffen, dass da jeder mal von der gunst der mitschüler abhängig ist. Das Miteinander sprechen und organisieren klappt total gut. Um dem Horten von Gutscheinen entgegen zu wirken, haben wir in der Klasse ein Gutschein-Sammelglas. Die Kinder entscheiden am Anfang gemeinsam, wofür gesammelt wird (Spielestunde, Film gucken, Eis essen, Schneestunde etc) und dann können sie die Gutscheine, die sie spenden möchten, in das Glas werfen. Hat die Klasse 45 Gutscheine (= 45 Minuten) zusammen, kann die Gemeinschaftsaktion starten. Auch das klappt toll und wirklich jeder versucht, etwas zu spenden. Jeden Freitag in der Klassenlehrerstunde wird gezählt und kurz vorm Ziel wird alles zusammengekratzt, was noch zu finden ist. ;-)

    Antworten
    • 28. Mai 2015 um 15:13
      Permalink

      Hey Sandra, das ist ja ein toller Tip mit dem Sammelglas!! Danke! Werd ich mir mal überlegen… hat so einen tollen, sozialen Aspekt. Wie oft bzw. wie schnell können die Schüler denn bei dir einen Gutschein ergattern?

      Antworten
  • 23. Juni 2015 um 18:51
    Permalink

    Bei mir gibt’s zur Belohnung auch mal Lehrer sein und das klappt total super!

    Antworten
  • 28. Juni 2015 um 21:44
    Permalink

    Hallo Diana,
    meine Antwort kommt zwar etwas spät, aber sie kommt. ;-)
    Also, bei mir können die Kinder wenn sie 10 Stempel in ihrem Smikyheft gesammelt haben, würfeln. Diesen Belohnungswürfel habe ich mir bei Valessa aus dem “endlich Pause-Blog” abgeschaut. Was auf dem Würfel kommt, wurde mit den Kindern im Klassenrat abgesprochen. Da gibt es dann Dinge wie ” Wunschpartner für einen Tag” , “Hausi-Gutschein” , “Kopfhörer”, “Sitzkissen”, “Mit einem Freund in der Pause drinnen bleiben”, “Griff in die Schatzkiste” usw. Das Smilyheft ist angelehnt an das Konzept “Bei Stopp ist Schluss”. Ich nutze da aber nur die Eintragliste und das Smilyheft. Am Ende der Woche notiere ich dort die Anzahl der vergessenen Hausaufgaben, Arbeitsmaterialien, Unpünktlichkeit und das Einhalten der Klassenregeln. Im Idealfall hat man dann in einer Woche gleich 4 Stempel. Andere sammeln natürlich auch mal länger. Am Freitag ist dann in der Klassenlehrerstunde immer Würfeln angesagt. Vor allem die Kinder, die viele Stempel und somit dann auch schnell Gutscheine haben, geben ihre Gutscheine dann in unser Sammelglas. Zur Zeit wird grad für den 2. Teil von “Pünktchen und Anton” gesammelt. :-)
    Ich hoffe, du bist aus meinem Geschreibsel schlau geworden. Ist schon etwas spät und in meinem Kopf ist vor lauter “Zeugnisformulierungen” nur noch Brei vorhanden.
    Herzliche Grüße
    Sandra

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.