Ich möchte heute keine Diskussion darüber führen oder entfachen, ob Hausaufgaben sinnvoll sind oder nicht. Ich gebe regelmäßig Hausaufgaben auf und halte sie für meinen Unterricht für sehr sinnvoll.

Vielmehr möchte ich auf Organisatorisches eingehen, was für andere Kollegen vielleicht interessant sein könnte. Und auch hier, wie bei allen Beiträgen auf meinem Blog, lade ich zum Erfahrungsaustausch ein.

Zu Beginn des Schuljahres habe ich die Wochen-Hausaufgaben eingeführt. In einem weiteren Beitrag werde ich in Kürze genauer darüber berichten. Im Grunde ist es ein Wochenplan an Aufgaben, den die Kinder zu Hause bearbeiten.

Montags gebe ich den neuen Wochenplan raus, und erst am Montag drauf sammele ich die Aufgaben ein. Dies hat zwei Gründe: zum Einen können die Kinder am Wochenende noch etwas nachholen, was sie unter der Woche evtl. nicht geschafft haben. Zum Anderen habe ich am Wochenende nicht den Stapel Hefte und damit mächtig Arbeit auf meinem Schreibtisch liegen (das ist natürlich rein psychologisch!).

Für die Hausaufgaben habe ich eine Punktetafel, die als Belohnungssystem fungiert.

Gibt ein Schüler alle Hausaufgaben pünktlich und vollständig ab, erhält er einen Punkt. Gibt er pünktlich ab, aber unvollständig, passiert auf der Tafel nichts weiter, außer dass er die fehlende Hausaufgabe am nächsten Tag nachzeigen muss. Intern mache ich mir einen Vermerk. Passiert dies zu häufig, muss derjenige nachsitzen. Wer die Hausaufgaben am Montag vergisst mitzubringen, verliert einen Punkt und muss sie selbstverständlich auch am nächsten Tag bringen.

Ich habe mich bewusst für diese Variante entschieden: Am Abgabetag ist mir das Einhalten des Termins, also die Pünktlichkeit, wichtiger als die Vollständigkeit. Absprachen und Termine müssen einfach eingehalten werden.

Hat ein Schüler 5 Punkte gesammelt, darf er beim Neuordnen der Sitzordnung seinen Wunschplatz bestimmen und sich einen Wunschnachbarn aussuchen. Diese Belohnung ist für alle der absolute Renner :)

Natürlich verteile ich die Punkte erst, wenn ich alle Aufgaben kontrolliert habe. In den allermeisten Fällen kontrolliere ich nicht nur auf Vollständigkeit, sondern auch auf inhaltliche Qualität, streiche Rechtschreibfehler an und schreibe Bemerkungen an den Rand. Diese Arbeit kostet mich natürlich viel Zeit, spart mir wiederum aber Zeit und Arbeit im Unterricht direkt. Ob und wie ich auf erledigte Aufgaben nochmal zu sprechen komme, werde ich wie gesagt in Kürze noch näher erläutern.

Montags haben die Kinder dann also ihre Schnellhefter mit den Plänen und ggf. Arbeitsblättern, sowie ihre Hefte abgegeben. Den neuen Plan, den sie dann erhalten, bewahren sie bis am Dienstag in ihrer Postmappe auf. Oft lesen sie am Montag nur (ist ein wiederkehrender Teil des Plans) oder bearbeiten ein Arbeitsblatt. Falls sie zuhause etwas aufschreiben, was eigentlich ins Heft gehören würde, schreiben sie es auf ein liniertes Blatt und heften das am nächsten Tag in ihren Schnellhefter dazu.

Habt ihr ähnliche Systeme?

Hausaufgaben: Organisatorisches und Konsequenzen

10 Gedanken zu „Hausaufgaben: Organisatorisches und Konsequenzen

  • 11. April 2016 um 17:25
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    Danke für deine Erläuterungen , das finde ich hilfreich ! Ich habe nochmal eine rein organisatorische Frage: wenn du die Hefte, Arbeitshefte etc. dann montags einsammelst und kontrollierst , was machen die Kinder, die dann schon die neue Wochenhausaufgabe beginnen? Theoretisch haben sie ja dann keine Hefte, um darin zu arbeiten, oder?
    Das mit dem Punktesystem finde ich eine tolle Idee , ich ärgere mich oft darüber, dass immer dieselben ihre Hausaufgaben vergessen und die , die zuverlässig alles machen, zu wenig positives Feedback dafür bekommen. Danke für die Idee!

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    • 11. April 2016 um 17:43
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      Hallo Silke, ich habe den Beitrag oben um deine Frage ergänzt, schau mal ans Ende :) du hast recht, das verursachte nämlich am Anfang bei mir auch ein Problem ;) Freut mich, dass es dir hilft. Danke für das Feedback!

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  • 11. April 2016 um 18:20
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    Ich halte Hausaufgaben ebenfalls für sehr sinnvoll, allerdings kann ich mir Wochen-Hausaufgaben nicht vorstellen: Die Kinder arbeiten dann ev. schon vor, obwohl wir das Thema z.B. erst am Do behandeln.. Außerdem fallen mir einige Eltern ein, die die HÜ dann gerne an 2-3 Tagen erledigt hätten und die HÜ nicht auf die ganze Woche verteilt wird.

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    • 11. April 2016 um 18:35
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      Hallo Susanne. Du hast recht, diese Dinge gilt es zu bedenken. Ich werd im nächsten Post erklären, wie ich das gelöst habe.

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  • 11. April 2016 um 18:32
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    Vielleicht als Tipp für die, die mit Wochenhausaufgabe arbeiten…
    An einer Schule hab ich es erlebt, dass es pro Kind zwei Mappen gab. Eine die gerade zur Korrektur bei der Lehrerin war und eine für die aktuelle Wochenahusaufgabe. Das wechselte dann eben jede Woche. Hat den Vorteil, dass du für dich einfach länger Zeit für die Korrektur hast und die Kinder eben nicht das Problem der nicht vorhandenen Mappe haben…

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    • 11. April 2016 um 18:36
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      Hallo Judy, ja das habe ich auch schon überlegt! Letztlich habe ich entschieden, dass die Postmappe dafür ausreicht. Ich hatte auch schon überlegt, ein zweites Heft führen zu lassen. Aber dann sehe ich das Problem, dass alles so zerstückelt ist und keiner mehr weiß, in welchem Heft was steht.

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  • 11. April 2016 um 20:15
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    Hallo,
    ich gebe seit diesem Schuljahr auch Wochenhausaufgaben (Kl.2). Das wird von den Kindern und Eltern sehr positiv aufgenommen, da sie sich die Zeit selbst einteilen können. Es gibt ja soooo viele Nachmittagstermine. :) Ich habe zu Beginn einen gedruckten Plan ausgegeben, was mir aber zu viel “unnötiges” Papier wurde. Daher schreiben wir jetzt immer am Montag die Hausaufgaben ins HA-Heft. Abgabe ist ebenfalls am Montag. Gemachte Hausaufgaben werden mit einer Perle belohnt und in einem Glas für jeden Schüler gesammelt. Ist das Glas voll, bekommt das Kind eine kleine Überraschung (in Anlehnung an das Smartie-System). Nicht gemachte HAs werden im HA-Heft der Kinder vermerkt. Werden sie später nachgezeigt, streiche ich die Markierung im HA-Heft, es gibt aber keine Perle. Montags werden manche HAs gemeinsam besprochen, andere kontrolliere ich bzw. es gibt Lösungsblätter, die während der Lernzeit bereits während der Woche von den Kindern zur Kontrolle der HAs genutzt werden. Gerade in Mathe achte ich darauf, dass die Hausaufgaben zur Vertiefung möglichst eine Selbstkontrolle beinhalten. (Lösungszahlen durchstreichen, Bild entsteht, Lösungswort,…). Hausaufgaben die wir gemeinsam besprechen sind immer so, dass es auch sinnvoll ist, dass alle zuhören (Geschichten, Matheaufgaben als Quizfragen erfinden –> einer kontrolliert mit dem Taschenrechner, Gedichte aufsagen, geübte Texte betont vorlesen, …).
    Mir spart dieses Vorgehen viel tägliche Zeit und bei mir kommt der Frust über nicht gemachte Hausaufgaben nicht jeden Tag. Durch den Plan habe ich aber kaum noch vergessene HAs, da auch die Eltern viel Zeit haben sich einen Überblick über die HAs zu verschaffen. Durch die Perlen gibt es auch einen regen Absatz an freiwilligen Zusatzhausaufgaben.
    Je nachdem wie es gerade mit dem Stoff aussieht, gebe ich manchmal eine Einschränkung bis wann oder ab wann eine Hausaufgabe zu erledigen ist. Muss ich z.B. erst noch die Division einführen und mache das am Dienstag, dann schreiben wir auf, dass die HA erst abe Dienstag geht. Bei ABs gebe ich diese auch erst nach der Einführung mit heim. Oder wenn eine Aufgabe ganz wichtig vor Montag fertig sein muss, dann schreiben wir das eben auch auf. Mit der Zeit kommt man da ganz gut rein.
    Viele Grüße

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    • 11. April 2016 um 20:17
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      Danke für die ausführliche Darstellung :) das läuft bei mir ganz ähnlich ab! Bin mit dem System zur Zeit auch sehr zufrieden. Liebe Grüße

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  • 13. April 2016 um 21:46
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    Ich frage mich, wieso man für eine erledigte Hausaufgabe einen Pluspunkt erhält.
    Hausaufgaben sind Pflicht und müssen erledigt werden – fertig. Wieso werden Kinder zunehmend für ein normal zu erwartendes Verhalten positiv verstärkt?
    Kannst du mir das pädagogisch sinnvoll erklären?

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    • 14. April 2016 um 16:48
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      Weil ich ein Gegner davon bin, immer nur negatives Verhalten zu bestrafen! Warum sollen die, die immer zuverlässig und ordentlich arbeiten, nicht für ihre Arbeit belohnt werden? Und in meinem Fall ist es eine wirklich kleine Belohnung – nach frühestens 6 Wochen, in denen man die HA immer wie gefordert erledigt hat, darf man für eine Woche bestimmen, wo man sitzt. Die gleiche Frage kann man ja in Bezug auf Verhalten stellen: warum soll man positives Verhalten belohnen, wenn es doch das ist, was man erwarten kann – ruhig sitzen, melden, mitmachen, freundlich sein? Weil es eben nicht selbstverständlich ist und weil die Kinder dadurch motiviert werden (Stichwort positive Verstärkung).

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