Auf meinen letzten Beitrag gab es ja einige Reaktionen von Lehrerinnen, die sich gegen Hausaufgaben aussprechen. Ich bin eigentlich ein Verfechter von Hausaufgaben, möchte aber gerne die Diskussion anregen: Hausaufgabenfreie Schule – ja oder nein?

Da wir (noch) keine Ganztagesschule sind, sind die Kids bereits um 12 Uhr oder spätestens um viertel vor 1 zu Hause. Ich finde, dann ist der Mittag noch lang genug, um sich 30 bis 45 Minuten an Hausaufgaben zu setzen. Ich sehe da zeitlich keine Überforderung oder Überanstrengung der Schüler.

Ich empfinde Hausaufgaben als eine sehr wichtige und auch notwendige Vertiefung der Lerninhalte an, die wir am Morgen behandelt haben. Ich sehe immer wieder, wie wichtig es für die Kinder ist, das am Mittag nochmal zu wiederholen und sich ggf. von der Mutter oder vom Vater etwas erklären zu lassen.

Dazu kommt, dass ich wirklich nicht weiß, wie ich den ganzen “Stoff” (und ja, ich spreche jetzt bewusst davon, wenngleich ich natürlich auch weiß, dass wir keinen Stoffverteilungsplan mehr haben, sondern einen Kompetenzverteilungsplan) des Schuljahres durchbekommen soll, ohne dass die Schüler am Mittag nochmal üben. Ich komm ja so schon absolut in die Bredouille. Was die Verlage in ihren Lehrwerken vorschlagen, ist in einem so kurzen Schuljahr überhaupt nicht zu schaffen. Das heißt, ich kürze sowieso schon. Ohne zusätzliche Übung am Mittag müsste ich das alles am Morgen auffangen, wozu ich mich kaum in der Lage sehe.

Desweiteren sind die allermeisten Eltern doch dahinter und verlangen geradezu nach Übungsmöglichkeiten für ihre Kinder.

Natürlich gebe ich nie mehr auf als zumutbar – das sind meiner Meinung nach in einer 1. Klasse 30 Minuten, in einer 2. Klasse etwas mehr. Und bei schönem Wetter gibts natürlich auch mal weniger. Die allermeisten Kinder in meiner Klasse haben mit den Hausaufgaben auch kein Problem, sondern erledigen sie mir nichts dir nichts in kurzer Zeit. Und sie sind stolz, wenn sie sie gut und richtig gemacht haben.

Außerdem müssen die Schüler auch erstmal lernen, zu Hause alleine eine Aufgabe zu bearbeiten: das heißt, sich ganz ohne Störung zu konzentrieren, dran zu bleiben und Aufgabenstellungen umzusetzen. Und ich finde es wichtig, dass sie das lernen. In der Schule herrscht ja ein ganz anderes Lernarrangement.

Deshalb die Frage an euch:

  • Was ist eure Meinung zu Hausaufgaben?
  • Welche Gründe habt ihr dafür?
  • Wenn ihr keine Hausaufgaben aufgebt, wie schafft ihr es dann, mit den Kindern ausreichend zu üben? Ich denke da zum Beispiel auch an extra Nachspurtexte oder Abschreibtexte, die ich Kindern mitgebe, deren Schrift noch sehr krakelig ist. Wann haben die Kinder Zeit, sowas zu erledigen?

Ich bin auf eure Beiträge gespannt und bin absolut bereit, meine Einstellung zu überdenken – ist auch schon passiert ;-) Danke für die Anregungen!

Hausaufgaben – ja oder nein

14 Gedanken zu „Hausaufgaben – ja oder nein

  • 4. Juli 2015 um 11:37
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    Als Lehrerin gebe ich dir völlig recht. Hausaufgaben sind einfach eine Möglichkeit, noch einmal intensiver zu üben oder teilweise auch mal etwas vorzubereiten. Und bei den meisten klappt das auch prima, die Eltern sind dahinter und kontrollieren zumindest.
    Als Mutter habe ich bei einem unserer drei Kinder die Erfahrung gemacht, dass Hausaufgaben für alle zur Hölle werden können und das ganze Familienleben kaputt machen. Es gab nur Streit! “Ich will nicht!”
    Wie gut, dass die anderen unproblematisch die HA machten, weil ich jeden Tag mit nur einem beschäftigt war.Ab der 3. Klasse wurden Hausis nicht mehr
    vollständig aufgeschrieben und ich konnte es nicht mehr kontrollieren. Nun war es in der Grundschule nicht weiter tragisch, weil das Kind trotzdem alles konnte – bis auf nachsitzen keine Konsequenzen. Aber das Lernen hat es dadurch nicht gelernt.
    In der Klasse praktiziere ich es so, dass ich zwar die HA kontrolliere (ich gebe sie also auch auf!), es aber weiter nicht tragisch finde, wenn Teile nicht gemacht werden. Dann werden sie nachgeholt oder – sie sind eben nicht da. Es kostet mir auch zuviel Kraft und Zeit, ständig alles zu kontrollieren und dem nachzugehen. Irgendwo sind für mich da auch Grenzen. Wenn die Eltern nicht dahinter stehen …!?

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  • 4. Juli 2015 um 13:05
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    Hallo,
    ich gebe für zu Hause nur mündliche Aufgaben auf, wie Gedichte, Lesen oder Kopfrechnen. Dieses sind entweder kontinuierliche Aufgaben (z.B. Lesen jeden Tag! Was gelesen wird, ist mir egal.) oder langfristige Aufgaben, wie das Lernen von Gedichten. Die langfristigen Aufgaben unterstütze ich, indem ich das Gedicht trotzdem täglich mindestens einmal in der Schule vortrage. Immer freitags bekommen alle ein Rechenblatt mit individuell angepassten Aufgaben. Dieses Angebot richtet sich vor allem an die Eltern, die gerne mit ihrem Kind arbeiten möchten. Es ist eine komplett freiwillige Aufgabe. Ich kontrolliere weder, ob sie erledigt wurde, noch die Richtigkeit der Ergebnisse – das schaffen in Klasse 1 und 2 die Eltern.
    Ich finde, gerade im Sinne der Chancengerechtigkeit sind Hausaufgaben nicht mehr zeitgemäß. Kinder, die in der Schule alles verstanden haben, also auch in der Lage sind die HA selbst zu erledigen, brauchen diese eigentlich nicht. Kinder, die nicht alles verstanden haben, benötigen Hilfe. Wer keine Hilfe zu Hause hat, kann die Aufgaben nicht lösen. Daher belohnen HA schnelle Lerner und fleißige Mütter mit weiteren Erfolgserlebnissen, sie sind schwierig für schwache Lerner ohne Unterstützer und benachteiligen diese beim Lernen zusätzlich. Sie bedrohen den Familienfrieden bei langsamen Kindern mit aufmerksamen Eltern.
    Da ich an einer verlässlichen Halbtagsschule arbeite, gibt es ausreichend Zeit für individuelles Lernen. Im offenen Frühbeginn, im Mittagsband, in der Lernzeit am Nachmittag. Immer mit Betreuung, immer mit der Möglichkeit, sich mit anderen Kindern auszutauschen und Lernwege zu diskutieren.
    Auch wenn die Schule keinen Ganztag hat, kann man bestimmt Lücken finden, um Kindern Lernzeit zu geben. Vielleicht lässt sich der Unterricht entschlacken? Nicht immer ist es sinnvoll, dass alle Kinder alle Aufgaben lösen. Wer etwas schon sehr gut kann, kann sich (im Sinne der Steigerung der Sozialkompetenz) als Lernpate für Mitschüler engagieren. Wem eine Aufgabe extrem schwer fällt, darf sich Hilfen holen oder sie auch nur teilweise bearbeiten. Wer bei der Schreibschrift krakelt, der schreibt eben Druckschrift. In Freiarbeitsphasen können sich Kinder dafür entscheiden, Aufgaben zu üben, mit denen sie noch Probleme haben. Das machen auch Erstklässler schon sehr verantwortungsbewusst.
    Ansonsten kann ich nur empfehlen, sich mit den nicht erledigten HA nicht weiter zu belasten. Die Kinder müssen es schaffen, für sich selbst und ihr eigenes Lernen Verantwortung zu übernehmen. Das gelingt sicher nicht durch Strafen, sondern durch gezielte Selbstreflektion und die Vermittlung geeigneter Methoden. Nur Selberlernen macht klug!
    Liebe Grüße aus dem sehr warmen Brandenburg
    Heike

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  • 4. Juli 2015 um 13:09
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    Ich bin eher gegen Hausaufgaben.
    In Niedersachsen sieht der Erlass insgesamt 30 min für Klasse 1-4 vor.
    Wichtig ist mir, dass Hausaufgaben differenziert gegeben werden.
    Für Klasse 1/2 sehe ich Schreibübungen, Kopfrechnen, Einmaleins usw. als sinnvolle Hausaugaben. Kinder, die das Einmaleins zu Hause nicht üben, haben keine Chance, in Klasse 3/4 mitzuarbeiten.
    In Klasse 3/4 (Deutsch) dürfen die Kinder sich ganz oft selbst Aufgaben aussuchen, z.B. aus Karteien.
    Ich möchte nicht 20 min oder gar mehr für Kontrolle von HA / Erklären von HA verschwenden. Außerdem möchte ich nicht durch das Führen von Listen Zeit verschwenden.
    Jeden Tag müssen meine Schüler lesen, wobei sie zunehmend selbst wählen, was sie lesen. Eine Kontrolle ist hierbei nur bedingt möglich, daher versuche ich den Eltern die Wichtigkeit deutlich zu machen. Und das ist ein wichtiger Punkt: Es gibt Dinge, die liegen in der Verantwortung der Eltern. Ich muss mich an einer gewissen Stelle frei machen von Sachen, die ich nicht ändern kann.
    Gleichzeitig bleibt die Verantwortung dem Kind gegenüber. Es kann ÜBERHAUPT nichts dafür, dass sich seine Eltern einer Verantwortung entziehen. Das versuche ich aufzufangen, indem ich Möglichkeiten gebe, Hausaufgaben nachzuholen, z.B. auch in der großen Pause. Das ist übrigens meist sehr heilsam, eine Dauerlösung kann es nicht sein, da die Kinder ihre Bewegungspause brauchen.
    Hm, ich merke, es gibt keine Musterlösungen. Aber ich führe mir immer wieder Szenarien vor Augen, die sich bei meinen Schülern daheim abspielen KÖNNTEN: laufender Fernseher, vollgekramter Küchentisch, desinteressierte Eltern, wie soll ein Kind (vielleicht auch noch mit Lernschwierigkeiten) so konzentriert Hausaufgaben machen? Hausaufgaben, die daheim keinen interessieren und die es alleine nicht lösen kann? Das kann und will ich nicht auf dem Rücken des Kindes austragen. Da versuche ich doch lieber, durch die Öffnung des Unterrichts dem Kind Chancen zu ermöglichen, zu üben und zu wiederholen.
    Ich setze mich auch nicht unter Druck, was das Abarbeiten von Lehrwerken angeht. Ich halte mich da lieber an die kompetenzorietierten Kerncurricula, die man ganz gut schaffen kann. Es bringt mir doch nichts, stetig im Stoff voran zu schreiten und dabei immer mehr Kinder zu verlieren. Starke Schüler kommen so oder so mit. Ich versuche, ihnen herausvordernde Aufgaben zur Verfüung zu stellen. Meinen Unterricht halte ich nur dann für gut, wenn möglichst viele Kinder Inhalte verstanden haben.
    Tja, was soll ich sagen – Hausaufgaben gibt es, aber sie sind nicht der Schwerpunkt meines Lehrerdaseins.

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  • 4. Juli 2015 um 13:20
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    Hallo zusammen,

    wir werden zum nächsten Schuljahr die Hausaufgaben zugunsten von Lernzeiten in der Schule “abschaffen”. Wir haben einen offenen Ganztag, den rund zwei Drittel der Schüler besuchen. Dort kam es im Rahmen der Hausaufgabenbetreuung immer wieder zu Irritationen, da teilweise Rechenwege anders erkärt wurden als im Unterricht besprochen.
    Die “Hauskinder”, die zu Hause Hausaufgaben machen, haben ähnliche “Kämpfe” mit ihren Eltern gehabt wie oben beschrieben, oder die Hausaufgaben wurden elternbedingt nicht gemacht bzw. nicht nachgesehen. Demnach gab es ein klares “Ungleichgewicht” bzgl. der Hausaufgaben als wertvolle Übung. Zudem haben wir Lehrerinnen immer Wochenhausaufgaben aufgeben, die individuell erteilt wurden. Wir hatten dann jedes Wochenende stundenlang mit der Kontrolle und dem Zusammenstellen der Hausaufgaben für die nächste Woche zu tun. Somit blieb auch eine zeitnahe Rückmeldung für die Kinder aus – wenn etwas Montag nicht verstanden wurde, konnte man erst in der nächsten Woche darauf reagieren, sofern das Kind nichts gesagt hat.
    Jedes Kind hat jetzt zusätzliche Stunden in der Schule, wo es Übungen macht – unter Begleitung der eigenen Klassenlehrerin. Das Material liegt bereits in den Räumen, das man nutzen kann und man kann es je nach Bedarf flexibel einsetzen. Bei den Eltern ist das Konzept gut angekommen. Wir proben das jetzt erstmal eine Schulstunde pro Woche – das deckt bei den Kleinen zwei Hausaufgabentage ab. Die anderen Tage bekommen sie “Fleißaufgaben”, die gut in der Betreuung oder zu Hause gemacht werden können, z.B. Lesen, Kopfrechnen, Einmaleins, Schwungübungen. Wir sind gespannt!

    Antworten
  • 4. Juli 2015 um 13:27
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    Die Hattie-Studie zeigte, dass Hausaufgaben,so wie sie derzeit üblich in Schulen aufgegeben werden, keinen Beitrag zum Lernerfolg haben. So schlicht und ergreifend sieht es aus.

    J.H.

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  • 4. Juli 2015 um 13:32
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    Wir sind eine Ganztagesschule und bei uns haben die Kinder immer Deutsch und Mathe als Hausaufgaben auf (es sei denn es ist so heiß wie momentan, dann ist HA-frei). Ich bin eigentlich auch FÜR Hausaufgaben, aber momentan sind wir gerade in einer “Umbruchphase” und denken über eine sogenannte “Lernzeit” nach. Es würde so aussehen, dass die Klassen 1 und 2 zwei Stunden pro Woche Lernzeit haben, die Klassen 3 und 4 drei Stunden. Die Lernzeit sollte so aufgebaut sein wie ein Wochenplan, der auch differenzierte Aufgaben enthält, sodass auch die leistungsstärkeren Schüler gefordert werden. Momentan weiß ich noch nicht so genau, was ich davon halten soll, denn ich sehe jede Menge Arbeit auf unser Kollegium zukommen… Hat jemand schon Erfahrung damit gemacht ?

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  • 4. Juli 2015 um 14:43
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    Tja, Hausaufgaben sind ein leidiges Thema! Ich halte es so wie Brigitte! Ich gebe Hausaufgaben auf, hake ab, ob sie da sind, mache aber auch kein Drama daraus, wenn mal ein Teil vergessen wurde. Erst wenn konsequent die HA nicht gemacht werden, werde ich tätig und versuche heraus zu bekommen, wo das Problem liegt. Wenn es zu Hause einfach “Krieg” bei den HA gibt, habe ich gute Erfahrungen mit einem HA-Vertrag gemacht. Grundsätzlich finde ich aber auch, dass es ganz ohne auch nicht geht! Neben den anderen offensichtlichen Gründen pro HA, habe ich oft zu hören bekommen “sonst weiß ich ja gar nicht, was mein Kind gerade so in der Schule macht”! Also wenn Mama nicht jeden Tag “gezwungen” wäre mit Kindchen HA zu machen, würde so mancher Elternteil dann auch nicht mitbekommen, was gerade so gelernt und geübt werden müsste. Also Fazit: Hausaufgaben ja, aber in einer gesunden, aber regelmäßigen Dosis und halt nicht zu ernst nehmen! Erschreckend finde ich es dann z.B. wenn bereits in Klasse 1 HA nicht gemacht werden, keiner danach schaut usw.! Dann weiß ich leider aus leidvoller Erfahrung, wo für dieses Kind die “Reise” hingeht….. :-/

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  • 4. Juli 2015 um 19:52
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    Ich stimm dir zu, dass es nötig ist, Lerninhalte zu Hause zu wiederholen. Allerdings nicht für alle. Manche meiner Schüler brauchen keine Vertiefungshausaufgaben, da sie schon sehr fit sind. Für die sind eher fortführende, knobelnde HAs gut. Ich arbeite mit einem sehr offenen Wochenplan, bei dem die leistungsstärkeren Schüler manchmal nichts mehr auf haben, die Schwächeren aber nochmal zu Hause üben müssen. Aber auch bei leistungsstärkeren Schülern hab ich einige “Sauklauen”-Kandidaten, die als Hausaufgabe manchmal ganz stupide ihre Arbeit nochmal aufschreiben müssen, damit sie lernen, ordentlich zu arbeiten.

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  • 5. Juli 2015 um 10:56
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    Ich finde Hausaufgaben nach wie vor richtig und wichtig. Es müssen ja nicht gleich Stunden sein, aber ein wenig Hausaufgabe gibt es bei mir jeden Tag für Deutsch und Mathe. Warum soll den Kindern heute das alles nicht mehr zumutbar sein? Bringt es in Kinder denn wirklich weiter, wenn man sie so in Watte packt und jede Anstrengung von Ihnen fernhält? Wie sollen sie später im Berufsleben einmal bestehen können, wenn sie es gewöhnt sind, dass sie nur jammern müssen und ihnen dann alles abgenommen wird. Ich finde das bedenklich!
    Als Mutter bin ich auch froh, wenn meine Kinder Hausaufgaben haben. So sehe ich, was in der Schule gerade gemacht wird und ob sie es auch verstanden haben, oder ob sie Hilfe brauchen. Ohne Hausaufgaben hätte ich da gar keinen Überblick. Und auf der weiterführenden Schule gibt’s ja auch Hausaufgaben. Da zweifelt die dann plötzlich keiner mehr an. Sorry, aber das musste mal gesagt werden.
    Tanja

    Antworten
  • 5. Juli 2015 um 14:23
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    Auch ich gebe täglich Hausaufgaben auf. Ich glaube, dass viele Kinder diese zusätzliche Übung in unserem Schulsystem mit den wenigen Schulstunden einfach brauchen. Die Kontrolle führe ich in Klasse 1 und 2 aber nicht immer durch, weil da ja sehr viel Zeit verloren geht und die schwachen Kinder zu einer sinnvollen Kontrollen nicht in der Lage sind. Ich nehme die Eltern von daher in die Pflicht und bei den meisten klappt es ja auch, wenn ich ihnen erkläre, warum ich das so
    handhabe. Für die wenigen Kinder, bei denen es nicht klappt, versuche ich Lösungen zu finden. Aber wir Lehrer können einfach nicht alles auffangen, was in der Politik und im Elternhaus versäumt wird.
    Liebe Grüße und Danke für deinen Blog, den ich sehr gerne lese.
    Inge

    Antworten
  • 9. Juli 2015 um 4:58
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    Ich bin prinzipiell für HA. sie sind manchmal lästig, aber neben dem kleinen Wiederholungsfaktor haben sie auch noch Nebeneffekte, wie z.B lernen sich zu organisieren und sich
    etwas einzuteilen ( dieser
    Lernprozess ist sicherlich nicht immer angenehm) die interessierten Erwachsenen haben sowohl die Möglichkeit sich einen Überblick über den Stoff zu verschaffen. Sie sehen evtl. wie das eigene Kind die div. Inhalte beherrscht. Auch für die Kinder ist es eine m
    Möglichkeit in einer anderen Umgebung zu arbeiten und zu lernen als in der Klasse. Ich gebe keine Aufgaben von einem Tag auf den nächsten, da die Kinder ja außerhalb auch noch div. Aktivitäten nachgehen oder eingeladen sind. Ich gebe 1x in der Woche für jeweils zwei unterschiedliche Tage HA, so haben
    Kinder und Eltern einen Spielraum und können die Zeit individueller einteilen. Ich mache auch kein Drama, wenn die HA fehlt. Das Kind kann die HA nachbringen oder auch nicht. Ich notiere mir das schon und mache nur darauf aufmerksam, wenn die HA regelmäßig und häufig fehlen. HA sollten selbsterklärend sein und unkompliziert. Ich finde es gar nicht schlecht wenn KK die Möglichkeit haben sich mit Eltern, Onkel, Tante oder den Großeltern auszutauschen über Inhalte oder andere Rechenwege. Oft kommt so ein anderer Input. Natürlich ist mir klar, dass die “schnelleren Kinder” weniger Zeit benötigen und wenn sie in dem Fach auch stark sind, es leichter haben und der Wiederholungsfaktor größer ist. Wenn das Wetter so schön ist und gegen Ende des Schuljahres kann man auf die HA auch verzichten.

    Antworten
  • 7. August 2015 um 7:36
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    Ich stimme Tanja voll und ganz zu. Ich halte nicht sehr viel vom “in Watte packen”. Für mich hat das auch etwas damit zu tun ,den Kindern auch eine Arbeitshaltung beizubringen. Deswegen finde ich persönlich auch wichtig,dass alles gemacht wird. Später im Berufsleben wird ein Chef es nicht gerade prickelnd finden,wenn Teile der übertragenen Aufgabe fehlen. Ich gebe wenig Hausübung und auch Sachen, die die Kinder können sollten. Verglichen wird z.B. Mathematik gleich in der Früh gemeinsam. Kinder ,die Fehler haben,kriegen einen Helfer zur Seite gestellt,der mit ihnen die Aufgabe noch mal durchgeht. Manchmal tauschen auch Sitznachbarn die Hefte beim Vergleichen aus. Für Deutsch habe ich auch Helferlein, die die Hefte gewissenhaft ansehen. Stichprobenartige Kontrollen gibt es von mir. Ich finde,delegieren ist da sehr wichtig. Selbst Geschriebenes kontrolliere ich selbst. Zudem habe ich die Hausaufgaben- Vergesser Kartei (von Valessa,Blog ” Endlich Pause”). Am Ende des Monats bekommen die Eltern ein Feedback,wie viele Hausaufgaben nicht bzw. unvollständig waren oder ob die Aufgaben sorgfältig gemacht wurden. Kinder,die alle Aufgaben in dem Monat hatten,bekommen einen Hausi- Gutschein.

    Antworten
    • 7. August 2015 um 7:47
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      Danke für den Tipp! Schau ich mir gleich mal an. Ich pflichte dir bei: ich sehe es auch als meine Aufgabe an, den Kindern beizubringen, dass man gewisse Dinge einfach machen muss – ob man jetzt will oder nicht oder Zeit hat oder nicht – und zwar sorgfältig. Ist eben leider oft ein Kampf.

      Antworten
  • 15. August 2015 um 10:23
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    Was ich immer wieder bedenklich, ja teilweise schon fast fahrlässig finde, ist, dass in Grundschulen sehr selten über Forschungsergebnisse diskutiert wird und Schlussfolgerungen im Schulalltag berücksichtigt werden. So etwas wie eine Forscherhaltung im pädagogischen Betrieb, eine Haltung gegebene Dinge zu hinterfragen, wäre überaus wünschenswert. Stattdessen werden munter die eigenen subjektiven pädagogischen Wahrheiten hoch gehalten und proklamiert.

    Was ist gut für das Kind und was nicht? Geht es bei der Frage ums Kind oder geht es da nicht um die Sicht – die Ängste – der Erwachsenen?

    Antworten

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