Ich hatte gestern Vertretung in einer anderen 2. Klasse, die eigentlich ganz gut lief. Am Ende der Stunde hatten die Kinder Schulschluss und ich lobte sie für ihre gute Mitarbeit. Da das Wetter gestern so toll war, wünschte ich den Kindern einen tollen Mittag mit viel Sonnenschein. Ich hatte den Satz noch nicht zu Ende gesprochen…

… da rief ein Schüler ganz begeistert rein: “Ich darf Tablet!!”

Mal die Tatsache außer Acht gelassen, dass ich über den wunderbaren Satzbau stolperte, verschlug mir vor allem der Inhalt der Aussage die Sprache. Wo sind wir denn hingekommen?? Schönstes Wetter, früh Schule aus, das Freibad in 100m Reichweite, und ein 8-Jähriger denkt an sein EIGENES Tablet? Oh du arme Welt.

Natürlich bin ich mir dieser Entwicklung durchaus bewusst. Vor allem in der Sekundarstufe wird mir andauernd vor Augen geführt, wie sehr die Schüler in der digitalen Welt leben. Viele haben teurere und aktuellere Smartphones als ich. Verabredungen, Schwierigkeiten bei Hausaufgaben und vieles mehr – leider auch negatives – wird nur noch über Whatsapp geregelt. Natürlich hat das digitale Zeitalter auch viel Gutes und die Jugendlichen müssen auch an die Mediennutzung rangeführt werden. Aber gerade Smartphones bilden so eine krasse Plattform für Mobbing, Ausgrenzung und Missbrauch: Gruppen werden gegründet und jemand bestimmtes nicht eingeladen; Pornovideos verschickt; Lehrer mitgefilmt und Videos geteilt und kommentiert; und und und. Wie kann man das – auch als Eltern – noch kontrollieren? Wie ist der Spagat zu gelingen zwischen Kontrolle und Wahren der Privatsphäre?

Dass mittlerweile auch kleine Kinder bereits Smartphones und Tablets besitzen, bewegt sich außerhalb meines Verständnisses. Ich bin und bleibe der Meinung: ein Kind soll so viel draußen spielen wir nur möglich. Klar ist zb ein Rechenspiel oder ähnliches auf dem Tablet der Eltern ab und zu mal erlaubt. Aber sonst?

“Ich darf Tablet!!” – ein Satz, der mir gestern zu denken gegeben hat.

Ich darf Tablet!!

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