Den Kindern ein Gehör zu geben, ist mir unheimlich wichtig. So haben sie täglich die Möglichkeit, von Dingen zu erzählen, die sie beschäftigen und die sie gerne loswerden möchten. Seit Jahren praktiziere ich das in meiner Klasse auf unterschiedliche Weise.

In den Klassen 1 und 2 hatten wir noch ein festes Frühstücksritual nach den Pausen. Es galt dabei immer, dass jeder ruhig auf seinem Platz sitzt und isst. Flüstern mit dem Nachbarn war erlaubt. In diesen Pausen im Klassenzimmer hatten die Schüler aber auch die Möglichkeit, etwas Mitgebrachtes vorzuzeigen und dazu etwas zu erzählen. Sie nahmen das auch regelmäßig in Anspruch.

In Klasse 3 gab es die Wandzeitung. An einer Pinnwand stellten wir solche Dinge der Kinder aus, die nichts mit dem Unterricht zu tun hatten, sondern die sie gerne mitbringen wollten und der Klasse zeigen wollten. Das waren mal Urlaubsfotos, Urkunden oder auch mal Medaillen oder Postkarten. Diese hingen sie auf und erzählten der Klasse etwas dazu. Anschließend hingen sie vielleicht 1-2 Wochen an der Wand, bevor die Kinder sie wieder mit nach Hause nahmen.

In Klasse 4 habe ich nun in der Mitte des Klassenzimmers einen “Ich erzähl’ euch was-Tisch” gestaltet:

Tisch

Dies ist möglich, weil ich eine Sitzordnung habe, die in einem großen Rechteck angeordnet ist. Der Tisch in der Mitte gefällt mir im Moment besonders gut, weil er einfach ein Blickfang darstellt in der Mitte der Kinder. Ich kann darauf gelegentlich auch die Mitte passend zum Tageseinstieg gestalten. Der eigentliche Sinn und Zweck des Tisches ist jedoch, dass die Kinder wieder Dinge mitbringen können, die sie zeigen möchten. Wichtig dabei ist, dass alles auf völliger Freiwilligkeit beruht.

Morgens kommen sie dann bei Gelegenheit auf mich zu und sagen mir, dass sie etwas dabei haben. Das dürfen sie dann auf den Tisch legen. Die übrigen Kinder haben dann schon Gelegenheit, es sich in der Pause anzusehen. Es gilt natürlich die Regel, alles Mitgebrachte von anderen vorsichtig zu behandeln und nur anzufassen, wenn es von dem Kind erlaubt wurde. Nach unserem Kalenderritual hat das entsprechende Kind dann die Möglichkeit, etwas zu seinem Gegenstand zu erzählen. Die übrigen Kinder dürfen dazu auch noch ein paar Fragen stellen.

Ich finde einfach, soviel Zeit muss am Morgen sein. Das Ganze findet ja höchstens in 3-4 Minuten statt und stört den Unterrichtsablauf überhaupt nicht. Die Kinder fühlen sich gehört und wertgeschätzt. Und wir als Klasse erfahren Persönliches, was den Klassenkameraden wichtig ist.

Ich erzähl’ euch was… Sprechanlässe im Klassenzimmer

Ein Gedanke zu „Ich erzähl’ euch was… Sprechanlässe im Klassenzimmer

  • 22. September 2016 um 8:24
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    Eine ganz tolle Idee, liebe Diana!
    LG Sabine

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