sprach’s heute aus mehreren Ecken des Klassenzimmers und die betroffenen Kinder kuckten schuldig und sprachen immer leiser und leiser.

Einmal tief durchatmen, dachte ich und tat es auch. Doch es nutzte nix. Ich war einfach niedergeschlagen. Hilfslos. Mutlos. Genervt. Dreihundert Tage hintereinander das gleiche Spiel. Gefühlt sage ich jeden Tag das selbe und es nutzt einfach nix. “Ich hab sie halt vergessen…” ist die beliebteste Ausrede. Und ich weiß einfach nicht mehr, was ich noch machen soll bei betreffenden Kindern. Nichts passiert. Die üblichen Konsequenzen für die Kinder – “Strich”, nachholen, nachsitzen – fruchten 0,0. Da müssen härtere Geschütze her, wie der Ausschluss von … allem möglichen, was mir so einfällt. Auch wenn das wirklich das Letzte ist, was ich will.

Manchmal erwische ich mich dabei, wie ich denke, dass es mir doch grad egal ist. Sollen die Kids das doch vergessen oder nicht, machen oder nicht, wieso soll mich das noch jucken. Gemein!! Ich weiß. Unprofessionell noch dazu. Aber manchmal könnt ich verzweifeln und hab sowas von keine Handhabe. Nur noch ein tiefer Seufzer und der Selbstzwang, es mir nicht so doll anmerken zu lassen, dass ich grad tierisch genervt bin.

Was macht ihr in solchen Situationen?

Ich hab die Hausaufgaben vergessen…

7 Gedanken zu „Ich hab die Hausaufgaben vergessen…

  • 3. Juli 2015 um 15:12
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    Wenndas Kind in den Hort geht ist der Hort bei uns zuständig dafür dass er im Hausaufgabenheft nachschaut und dafür sorgt dass diese gemacht werden.
    Wenn es nicht klappt kooperiert Lehrer mit Hortmitarbeiter.
    Ist das bei euch nicht so?

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    • 3. Juli 2015 um 16:11
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      Doch, genauso ist es bei uns auch. Allerdings hat sich ein Mädchen gerade in den Kopf gesetzt, die Hausaufgaben lieber zu Hause mit der Mutter zu machen und wird zur Zeit glaub auch früher aus dem Hort abgeholt… beides funktioniert also nicht. Ich muss aber unbedingt nochmal mit der Betreuerin sprechen.

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  • 3. Juli 2015 um 15:42
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    Ja, wer kennt diese Tage nicht und die ewig gleichen Ausreden und Entschuldigungen, weil die Hausaufgaben mal wieder fehlen! Habe ich ein Patentrezept?! Leider nein! :-( Bei uns an der Schule konnten wir eine Hausaufgabenbetreuung vom Jugendamt einrichten. Dort wird dieses Problem wenigstens für die “härtesten Fälle” bei uns aufgefangen! Seitdem läuft es für diese Kinder ganz gut, weil die Hausaufgaben eben verlässlich in der Betreuung erledigt werden und zu Hause und in der Klasse dann kein Stress mehr entsteht. Und ansonsten?! Vielleicht mal mit einem Belohnungssystem es versuchen? Oder hast du das auch schon durch?! Habe damit schon gute Erfahrungen gemacht: Hausaufgabenvertrag mit Vereinbarungen mit dem Kind abschließen und Belohnung verabreden, wenn es z.B. eine Woche klappt! Ich wünsche dir weiterhin gute Nerven……die Ferien sind ja schon nah!!! :-)

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  • 3. Juli 2015 um 16:15
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    Bei mir suchen sich die Kinder selber eine Hausaufgabe. Diese ist dazu mehr oder weniger freiwillig. Sprich: Ich rege die Kinder an, sich eine Hausaufgabe zu suchen. Wenn aber mal jemand keine machen möchte, ist es auch ok. Dann hat das Kind an diesem Tag eben hausaufgabenfrei. Kommt ganz selten vor, dass mal jemand die Hausaufgaben vergisst. Ein Mädchen hat gefragt, ob sie dienstags immer hausaufgabenfrei haben kann, weil sie da nachmittags so viel vor hat. Kein Problem. Jetzt macht sie montags etwas mehr (was auch nicht unbedingt sein müsste, denn sie schafft sowieso in der Schule schon viel). Einige Kinder fragen sogar freitags, ob sie sich Arbeit mit nach Hause nehmen dürfen. Ich lasse dann immer ein gequältes Ja verlauten, aber nie ohne den Zusatz, dass das Wochenende doch Zeit zum Spielen bieten soll. In diesem Sinne: Euch ein schönes Wochenende! Und spielt mal wieder!

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  • 3. Juli 2015 um 22:40
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    Ja, das kenne ich natürlich auch. Aber du hast ja selbst die Gründe genannt. Da dieses Problem in vielen Schulen vermehrt auftritt, wird doch deutlich, dass es sich um ein gesellschaftspolitisches Problem handelt. Wir können das mit “Strichen” nicht lösen. Ich gehen ähnlich vor wie Chester um so für alle Beteiligten des Stressfaktor zu reduzieren und setzte mich vehement für eine hausaufgabenfreie Schule ein. Einen kleinen Erfolg habe ich schon errungen: Bei uns ist immer freitags hausaufgabenfrei. Wir alle wissen ja wann sie sonst gemacht werden.
    Hausaufgaben passen in der herkömmlichen Form nicht mehr in die Lebenswirklichkeit der Kinder.
    Bald sind Ferien!
    Liebe Grüße

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  • 23. Oktober 2016 um 15:15
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    Zum Glück haben wir uns gegen Hausaufgaben entschieden, seit wir vor zwei Jahren zu einer teilgebundenen Ganztagsgrundschule geworden sind. Es gibt im Nachmittagsbereich eine Übungszeit, in der die Kinder unter Aufsicht ihrer Lehrerin oder Erzieherin individuelle Aufgaben bearbeiten. So können wir auch besser erkennen, was das Kind kann (im Gegensatz zu “Fleißarbeiten der übereifrigen Mütter”). Die Schule liegt in einem sozialen Brennpunkt, d.h. die meisten Eltern haben eher schlechte Erfahrungen mit Schule gemacht und sind eher bildungsfern. Und wenn die Kinder um 16 Uhr Schulschluss haben, sollten sie ihre Freizeit genießen und spielen dürfen.

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