Jahrgangsgemischtes Lernen in unserer Eingangsstufe – Teil 5.1: Alles an seinem Platz!

Nach den ersten gewichtigen Entscheidungen und Schritten in Richtung Eingangsstufe galt es nun Vorbereitungen zu treffen. Hierzu gehörte natürlich auch der Klassenraum. Da ich ja bereits mit meiner Starterklasse das Prinzip der Wochenplanarbeit eingeführt hatte, hatte ich schon meinen Klassenraum zu dieser Unterrichtsweise entsprechend gestaltet und eingerichtet.

Also hatte ich die Materialien für die Planarbeit nach den Rubriken Lesen, Schreiben, Rechnen und Sachunterricht in verschiedene Regale bzw. Fächer oder auf bestimmten Ablagetischen (oder auch auf der Fensterbank) angeordnet. Beschriftet mit passenden Schildern bzw. Symbolen fiel es den Kindern der Starterklasse recht leicht, sich schnell zu orientieren und immer die passenden Materialien zu finden.

Zusätzlich erleichtert wurde dies durch die Abbildung der gleichen Symbole oder den dazugehörigen Bildern vom Material auf unseren Wochenplänen. So finden die Kinder im Wochenplan z.B. das Symbol mit einem blauen Ablagekasten, in dem ein Rechenzettel zu finden ist, und gehen dann auch an den Schrank, auf dem dieser blaue Ablagekasten auch steht und holen sich ihr Blatt dort heraus. Oder sie sollen z.B. eine bestimmte Lesekartei bearbeiten, die sie am „Lesetisch“ selbstständig finden, weil sie mit dem gleichen Bild auf dem Plan abgebildet ist, wie sie auch „in echt“ im Kasten zu finden ist.

Zu diesen Ordnungssystemen, die auch mit verschiedenen Farben und Symbolen arbeiten, gibt es zahlreiche Beispiele und viele von euch kennen es vielleicht auch schon aus der Praxis. Wichtig ist, dass den Kindern die Struktur und Ordnung im Klassenraum hilft, sich schnell zu orientieren und selbstständig arbeiten zu können.

Daher finden sich auch alle anderen Materialien, die im Laufe des Unterrichtstages zum Einsatz kommen, immer an einem dafür vorgesehenen Platz. Die Rechenschiffchen stehen immer unten im Rechenregal und die Zettel-Lesebücher sind immer auf dem Lesetisch, damit alles schnell gefunden werden kann und die Fragerei „Wo ist dies?“ und „Wo ist das?“ gar nicht erst entsteht.

Eine weitere wichtige „Umgestaltung“ in meinem Klassenraum war, dass nicht mehr so stark die Sitzordnung vor der Tafel eine große Rolle spielte. Natürlich hat weiterhin jedes Kind seinen festen Sitzplatz, aber da während der Wochenplanarbeit so oft die Plätze gewechselt werden, weil z.B. mit einem Partner gearbeitet wird oder eine bestimmte Aufgabe erfordert, dass man vielleicht mal etwas auf dem Boden auslegt usw., ist dies nicht mehr mit einer festen Sitzordnung zu vergleichen.

Also schuf ich zusätzlich zu den „normalen“ Plätzen verschiedene „Luxusplätze“. Diese „Luxusplätze“ sind einfach freie Arbeitstische am Rand, vorm Fenster oder hinter dem Raumteiler, an denen Kinder ungestörter allein oder zu zweit arbeiten können. Zu diesen „Luxusplätzen“ habe ich bereits einmal in einem anderen Beitrag geschrieben. Vielleicht mögt ihr an der Stelle ja noch einmal nachlesen…..!?

Also entscheiden die Kinder, wo sie im Klassenraum gerade ihre Aufgaben bearbeiten wollen. Natürlich gibt es auch hier immer Kinder, die ein bisschen Hilfe brauchen, sich für einen guten „Arbeitsplatz“ entscheiden zu können. Aber erstaunlicherweise sind die Kinder sehr schnell einsichtig, wenn sie erkennen, dass sie ihre Aufgaben nicht geschafft haben, weil sie zu viel mit ihrem besten Freund gequatscht haben statt zu arbeiten. Dann entscheiden sie sich in der Woche darauf häufig für einen anderen Platz.

Meine Kollegin, die die Eulenklasse im neuen Schuljahr bekommen würde, übernahm diese Struktur des Klassenraumes auch für ihren Raum, damit sich ihre Hälfte der Starterkinder direkt wieder sicher fühlten und wie gewohnt weiter arbeiten konnten.

Im neuen Schuljahr galt es dann die neuen Erstis mit in den Klassenraum zu integrieren bzw. ihnen möglichst schnell die Ordnung in der Klasse nahe zu bringen. Aus diesem Grund wurden erstmal Paten und Patenkinder für die ersten Wochen nebeneinander gesetzt, damit die Kleinen ihren Ansprechpartner immer greifbar hatten. So konnten die Großen den Kleinen schnell zeigen, wo die verschiedenen Dinge ihren Platz haben.

Sie zeigten ihnen, dass die Schultasche immer an den Schultaschen-Parkplatz (siehe auch mein Beitrag hier im Blog dazu!) gehört, wo die verschiedenen Materialien zunächst für den Buchstabenweg zu finden sind und wo die entsprechende Aufgabe im Plan angekreuzt werden muss.

Auch wichtig sind die Ablagefächer der einzelnen Kinder. Jedes Kind hat in einem Regalfach zwei Ablagekästen, jeweils in rot für Lesen, Schreiben und in blau für Rechnen. In diesen Ablagen werden vor allem angefangene Aufgaben, Blätter usw. abgelegt.

Die gelben (also 2.Klasse) und die grünen (1.Klasse) Kinder orientieren sich nun zusätzlich zu den Symbolen auch noch an den Farben gelb und grün. So erkennen die Kinder schnell, dass z.B. die Rechenaufgaben auf dem Regal mit dem gelben Symbol für die Großen bestimmt sind und die Aufgaben auf dem Schrank mit dem grünen Rechensymbol für die Erstis gedacht sind usw. .

Gerade am ersten „richtigen“ Schultag als die neuen Einschulungskinder zu uns in die Eulen- bzw. Igelklasse mit ihren vollgepackten Taschen und Tüten kamen, war die Unterstützung der Großen, der gelben Kinder, goldwert! Innerhalb kürzester Zeit waren dank der Unterstützung der „gelben Kinder“ alle Hefte, Mappen, Zeichenblöcke, Tuschkästen usw. in unseren Regalen und Ablagen verstaut und alles war an seinem Platz.

Beim nächsten Mal werde ich dann noch einmal genauer auf unsere Wochenplanarbeit eingehen und erläutern, wie wir unsere Pläne gestalten und die Arbeit im Unterricht dann aussieht. Vielleicht mögt ihr dann ja wieder mitlesen?!


Wenn du die vorherigen Beiträge der Serie “Jahrgangsgemischtes Lernen” nochmal lesen möchtest, klicke bitte hier.

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Jahrgangsgemischtes Lernen: Das Klassenzimmer

3 Gedanken zu „Jahrgangsgemischtes Lernen: Das Klassenzimmer

  • 15. Oktober 2017 um 8:31
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    Hallo Diana,
    das klingt wirklich toll! Sehr strukturiert und durchdacht. Könntest du uns auch mal einen Blick in dein Klassenzimmer werfen lassen!
    Vielen Dank für deine Berichte.
    LG Claudia

    Antworten
    • 15. Oktober 2017 um 8:34
      Permalink

      Liebe Claudia, dieser Beitrag bzw die ganze Serie ist nicht von mir, sondern von FrauUrbi ;) sie antwortet dir bestimmt noch. LG Diana

      Antworten
    • 15. Oktober 2017 um 9:44
      Permalink

      Hallo Claudia, danke für dein Interesse! Ich habe tatsächlich bereits darüber nachgedacht, meine Erklärungen mit Fotos zu ergänzen. Ich schau mal, wie ich das realisieren kann und reiche die Bilder dann nach! 😉 LG FrauUrbi

      Antworten

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