Ich habe beim letzten Mal ein bisschen die Entwicklungen im Bereich der Hausaufgaben in unserer Eingangsstufe beschrieben und möchte nun berichten, wie wir nun mit unserer Wochenhausaufgabe arbeiten. Die Inspiration dazu erhielt ich durch einen Beitrag im Lernstübchen und dann auch in einem späteren Beitrag im Zaubereinmaleins. Außerdem entwickelte sich unsere Idee dazu in einem Arbeitskreis von Schulen mit Eingangsstufe in unserer Region weiter.

Wir gestalteten nun quasi einen Wochenplan für zu Hause. Die Kinder bekamen einen Plan mit Aufgaben, der am Montag ausgeteilt und besprochen wurde. Da wir das Problem der Arbeitsmaterialien und das leidige Einpacken und Auspacken der Schultaschen abschaffen wollten, entschieden wir uns dafür, einen separaten Hausaufgabenordner anzuschaffen, in dem alle Aufgaben als Arbeitsblatt eingeheftet wurden. So brauchten die Kinder für ihre Wochenhausaufgabe nur noch diesen einen Hausaufgabenordner und vielleicht noch mal ein Schreib- oder Rechenheft dazu.

Im Plan fanden sich immer Aufgaben zu den Bereichen Lesen, Schreiben und Rechnen. Die Vorgabe für die Kinder lautete, dass sie an jedem Tag 10 Minuten lesen, schreiben und rechnen sollen und so nach 30 Minuten ihre Hausaufgabenzeit beenden können.

Gleichzeitig machten wir aber auch den Kindern und den Eltern deutlich, dass nun mit diesen 30 Minuten Hausaufgabenzeit flexibel umgegangen werden kann. So ist es möglich, an einem Wochentag etwas mehr der Aufgaben vom Plan zu erledigen, wenn man am nächsten Tag z.B. einen Arzttermin o.ä. hat. Gleichzeitig wurde aber von unserer Seite betont, dass es wenig Sinn macht, alle Aufgaben an einem Tag fertig zu machen, um dann für den Rest der Woche frei zu haben. Also ein wenig hin und her schieben ist erlaubt und bietet den Kindern und den Eltern ein bisschen mehr Planungsfreiheit.

Am Freitag sollte der Hausaufgabenordner dann mit allen erledigten Aufgaben bei uns abgegeben werden und wurde korrigiert am Montag zurückgegeben. Fehlende Aufgaben oder Fehler werden zumeist in der Schule nachgearbeitet bzw. zur Korrektur noch einmal in den Ordner geheftet.

Dieses System funktionierte wunderbar und sowohl die Kinder als auch die Eltern waren davon sehr angetan.

Das einzige Problem an diesen Wochenhausaufgaben war der Wust an Kopien, der jede Woche in der Vorbereitung auf uns zukam. Da wir ja ausschließlich mit Arbeitsblättern und Kopiervorlagen die Hausaufgaben bestreiten wollten, um eben nicht mehr die Arbeitshefte mit nach Hause geben zu müssen, lief jede Woche unser Kopierer heiß. Vor allem für die Kleinen und die Großen jeweils passende Hausaufgaben zum aktuellen Thema oder Buchstaben zu finden, wurde eine sehr zeitaufwändige Arbeit. Hinzu kamen dann ja auch noch die Materialien für Kinder, die differenzierte Hausaufgaben erhalten sollten.

Wir hatten diese Arbeit und den Umfang der Kopien und Zettel einfach unterschätzt!

Aber da es für die Kinder so gut lief, blieben wir bis zum Ende des Schuljahres bei diesem System. Gleichzeitig überlegten wir aber schon, was sich ändern musste und wie. Zum neuen Schuljahr wollten wir einen Neustart in Sachen Wochenhausaufgaben. Das was sich als gut erwiesen hatte, sollte bleiben: Also der Plan der Wochenhausaufgabe an sich und die damit verbundenen und eingeführten Regelungen. Nur die Kopiererei musste aufhören oder zumindest wesentlich weniger werden.

So kam es zur Entscheidung für die Bereiche Schreiben und Rechnen Übungshefte anzuschaffen, die nur für die Hausaufgaben genutzt werden sollten und so den Einsatz von Kopien ein Stück weit erübrigen würde.

Für den Bereich Rechnen griffen wir auf die Trainingsbegleiter von Flex und Flo zurück. Die ergänzen sehr gut, den jeweils aktuellen Stoff aus dem Unterricht und vertiefen ihn. Vorteil hier ist natürlich auch, dass den Kindern die Aufgabenformen aus den Arbeitsheften in der Schule bekannt sind.

Für das Schreiben wählten wir die Arbeitshefte vom Jandorf Verlag: Für die Kleinen führten wir das Heft zur Grundschrift und Rechtschreiben 1 ein und für die Großen das Heft Rechtschreiben 2. Zusätzlich wählten wir das Aufgabenheft Deutsch 1/2 vom vpm-Verlag für die gelben Kinder, um auch andere Übungsformate anbieten zu können.

Als Lese-Hausaufgabe hatten wir bereits vorher immer schon verschiedene Lesehefte, „Zettel-Lesebücher“ oder Lesezettel genutzt. Nun hatten wir auch das Lesebuch von Flex und Flora 1/2 für die Schule angeschafft und wollten auch dieses für die Hausaufgabenpläne nutzen.

Und so arbeiten wir bis heute mit unseren Wochenhausaufgaben: Die Kinder bekommen ihren Plan am Montag und alle Übungshefte für die Woche mit und geben dann am Freitag alles zur Durchsicht ab. Zur Erleichterung der Vorbereitung haben wir nun zwei Hausaufgabenmappen anschaffen lassen, so dass immer eine Mappe gerade zu Hause bearbeitet wird, während in der zweiten Mappe noch korrigiert oder schon wieder der Plan für die darauffolgende Woche eingeheftet werden kann und die Materialien bereit gelegt werden können.

Auch lassen wir die Übungshefte im Wechsel bearbeiten, damit es den Kindern nicht zu langweilig wird, jede Woche im gleichen Heft zu arbeiten und um uns den Zeitdruck zu nehmen, alles bis Montag wieder durchgesehen haben zu müssen.

Natürlich kommen auch immer noch Arbeitsblätter für die Hausaufgaben zum Einsatz, aber wesentlich weniger!

Ich hoffe, ich konnte unser System ein wenig darstellen und es bietet vielleicht die ein oder andere Anregung für euch! Wie immer gibt auch zu diesem Thema viele verschiedene Möglichkeiten und Praktiken, die man einsetzen kann, aber für uns läuft diese Art der Hausaufgaben gerade sehr gut und wir hoffen, dass es auch noch eine ganze Weile so bleibt! ;-)

Jahrgangsgemischtes Lernen: Die Wochenhausaufgabe

6 Gedanken zu „Jahrgangsgemischtes Lernen: Die Wochenhausaufgabe

  • 12. November 2017 um 9:14
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    Vielen Dank für deine ausführlichen Erklärungen! Ich experimentiere auch schon länger mit Wochenhausaufgaben herum. Grundsätzlich bin ich ein großer Freund davon, weil es mir unglaublich viel Arbeit und Zeit spart, dass ich nicht jeden Tag schauen muss, welche Hausaufgaben ich aufgebe, eventuell meine Planung ändern muss, wenn ich im Stoff nicht so weit gekommen bin wie ich wollte oder auch die ständigen Diskussionen um vergessene oder nicht geschaffte Hausaufgaben, weil das Kind auf einem Geburtstag war oder ein Tunier hatte.
    Zeitlich mache ich das allerdings anders als du, denn ich gebe die Wochenhausaufgaben Montags aus und sammel sie auch am Montag im Tausch gegen die neuen Hausaufgaben wieder ein. So bleibt auch noch das Wochenende, denn in der HA-Betreuung in der Schule werden viele Schüler mit ihren Aufgaben nicht fertig, weil die Zeit dort oft zu kurz ist und es in den Räumen auch immer sehr laut ist.
    Außerdem gibt es bei meinen Wochen-HA auch immer eine Vorlesezeit. Ich möchte, dass fünfmal in der Woche für 10 Minuten Vorlesen geübt wird und wenn die Eltern das eben in der Woche nicht schaffen, kann die Vorleseaufgabe dann am Wochenende nachgeholt werden.
    Spannend fand ich die Entwicklung vom Zettelplan zum Arbeitshefteplan. So ähnlich hat sich das bei mir auch entwickelt. Da ich für jedes Kind die Hausaufgaben individuell geben muss (ich arbeite in der Inklusion) habe ich anfangs oft den Überblick verloren, wer was macht oder noch nicht gemacht hat und habe auch noch versucht, dass die Hausaufgaben zum aktuellen Unterrichtsinhalt passen. Davon bin ich weg gekommen. Meine Hausaufgaben sind Wiederholungen und Vertiefungen, die unabhängig vom aktuellen Unterricht bearbeitet werden können. Auch ich nutze Übungshefte wie die Indianerhefte oder stelle mir selbst Übungshefte zusammen, die dann ebenfalls den Vorteil haben, dass ich auf einen Schlag Übungsmaterial z.B. zur Addition im ZR 10 zusammenstelle und mit diesen 30 Seiten Hausaufgabenmaterial für einige Wochen auf einen Schlag vorbereitet habe.
    Eines würde mich aber noch interessieren: Wie werden die Hausaufgaben notiert? Schreiben die Schüler sich die Aufgaben selbst auf oder gibt es einen Wochenplan? Es wäre großartig, wenn du das mal zeigen könntest. Mit der Gestaltung meines Hausaufgabenplans bin ich noch nicht zufrieden und suche noch Anregungen.
    LG Andrea

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    • 12. November 2017 um 13:35
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      Liebe Andrea, vielen Dank für den ausführlichen Kommentar! Sehr interessant zu erfahren, wie auch bei dir sich die Wochenhausaufgabe allmählich entwickelt hat. Ich sehe einige Parallelen zu unserem System. Auch bei uns hat sich der Stellenwert der Hausaufgaben durch diese Form verändert. Auch bei uns steht die Vertiefung im Mittelpunkt und hat sich etwas vom jeweils aktuellen Unterrichtsthema gelöst. Die Hausaufgabenzeit soll mehr eine individuelle Übungs- und Lernzeit sein. Den Plan mit allen Hausaufgaben für die Woche erhalten die Kinder von uns fertig geschrieben! Die Aufgaben sind nach Lesen, Schreiben und Rechnen unterteilt und werden dann pro bearbeiteten 10 Minuten angekreuzt. Als Leseaufgaben gibt es Lesezettel, Zettel-Lesebücher oder Leseheftchen. Als zusätzliche Leseübung nutzen wir das Lesefleiss-programm von Antolin und auch das Online-Leseprogramm Leseludi. Ich hoffe, ich konnte dir damit weiter helfen! LG FrauUrbi

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  • 12. November 2017 um 13:14
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    Danke für den Einblick! Mich würde interessieren, wie genau du kontrollierst… also nur grob drüber geschaut oder jeder Fehler markiert? Falls ja, hast du dann montags eine Zeit, in der Fehler verbessert werden? Lg Anna

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    • 12. November 2017 um 13:45
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      Liebe Anna, Danke für deinen Kommentar! Am Freitag nehme ich mir Zeit zum Kontrollieren der Hausaufgaben-mappen und kontrolliere die meisten Aufgaben ausführlich. Ich schau mir auch gerade bei schwächeren Kindern die Ergebnisse genau an, um zu sehen, wie sie damit zu Hause zurecht kommen. Sind es nicht zu viele Fehler, überarbeiten die Kinder diese einfach im Laufe des nächsten Hausaufgaben-Planes! Zeigen sich grössere Probleme nehme ich mir dieses Kind in der Wochenplanarbeit in der Schule mal einzeln zu mir um die Aufgaben noch einmal zu überarbeiten. Ich muss aber auch sagen, dass ich bei 13 Kindern natürlich auch mir mehr Zeit nehmen kann, alles genau anzusehen. Bei einer größeren Klasse würde ich sicherlich auch mehr “grob überfliegen “! LG FrauUrbi

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  • 12. November 2017 um 13:46
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    Vielen Dank… mich würde mal interessieren, wer diese Übungs- und Arbeitshefte finanziert.

    lg Jana

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    • 12. November 2017 um 16:41
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      Hallo Jana, die Übungshefte haben wir ganz normal über die Eltern anschaffen lassen. Wir haben einige andere Arbeitshefte für den Wochenplan weggelassen, die sich für uns als nicht so sinnvoll erwiesen haben. Ausserdem sind die Übungshefte z.B. von Jandorf ja nicht teuer. So war der Preis für alle Arbeitsmaterialien zusammen nur geringfügig höher als sonst. Die Eltern waren auch gerne bereit, die zusätzlichen Übungshefte zu bezahlen, da sie es auch praktikabler finden als die vielen, vielen Kopien. LG FrauUrbi

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