Jahrgangsgemischtes Lernen in unserer Eingangsstufe – Teil 4: Grüne Eulen und gelbe Igel?!

Wie ich beim letzten Mal schon berichtet habe, hatten wir den neuen Kindern, die im Sommer mit in unserer Eingangsstufe starten sollten, Paten zugeteilt. Ein erstes Kennenlernen und die erste Zusammenarbeit hatten schon beim Besuch vor den Sommerferien stattgefunden und alles war prächtig gelaufen. Nun stand uns die Teilung der Starterklasse bevor, da wir bei einer Teilungsgrenze von 24 Schülern in der Eingangsstufe zwei Klassen einrichten konnten.

Wir machten uns also im Vorfeld darüber seeeeeeehr viele Gedanken und diskutierten lange über die Zusammensetzung der zwei Hälften und welche der Einschulungskinder welcher Klasse zugeordnet werden sollten. Natürlich mussten hierfür viele Faktoren bedacht werden, wie Freundschaften, Verhältnis Jungen-Mädchen, die Patenschaften usw. Außerdem mussten wir darauf achten, heterogene Gruppen zu schaffen, da es ja nicht eine starke und eine schwache Gruppe geben sollte.

Ich denke solche Entscheidungen sind immer schwierig und gerade die Eltern hatten hier viele Bedenken und Sorgen, da ihnen ja noch nicht bewusst war, dass diese Klassenteilung ja keine Trennung auf ewig und letzlich auch keine „echte“ bedeuten würde. Trotz der Tatsache, dass wir diese Klassentrennung ja schon immer wieder angekündigt und erläutert hatten, war der Moment in dem es ausgesprochen wurde, schwierig. Wir stellten die neuen Klassenzusammensetzungen auf einem Elternabend vor, auf dem auch die Eltern der neuen Einschulungskinder dabei waren. Die meisten Eltern der „Starterkinder“ konnten unsere Aufteilung gut akzeptieren, aber es gab auch enttäuschte Gesichter. Den Eltern der neuen Kinder fiel es leichter, sich auf zwei Klassen einzulassen, da für sie ja von Anfang an feststand, dass die Kinder in zwei Klassen aufgeteilt werden.

So sollten im neuen Schuljahr die Eulenklasse und die Igelklasse gemeinsam an den Start gehen mit jeweils ca. 7 „Zweitklässlern“ und jeweils ca. 6 „Erstklässlern“. Während es manchen Eltern zunächst schwer fiel, diese Aufteilung zu akzeptieren, kamen die Kinder ganz gut damit zurecht, da sie schnell verstanden, dass sie ja mit ihren „alten“ Klassenkameraden immer wieder zusammen kommen würden, und zwar vor allem in den jahrgangshomogenen Einführungsstunden. Außerdem sind wir ja eine Zwergschule und da spielen sowieso alle Kinder immer zusammen in den Pausen und Betreuungsstunden. Ich denke, dass in einem größeren System mit mehr Schülern so eine Klassenteilung mehr ins Gewicht fallen würde.

Die Entscheidung für eine Eulen- und eine Igelklasse war reine Geschmacksache und da wir unsere zwei Eingangsstufenklassen nicht ES1 und ES2 oder so ähnlich nennen wollten, kamen wir auf die Idee mit den Tiernamen. Auch hier gibt es ja zahlreiche andere Ideen…. Wichtiger wurde für uns noch die „Benennung“ der unterschiedlichen Jahrgangsgruppen. Wir wollten ja bewusst die Klasseneinteilung in Erst- und Zweitklässler aufheben, da nun ja alle in einer Klasse gemeinsam lernen. So entschieden wir uns, angelehnt an eine Idee, die wir in einer Hospitationsschule kennen gelernt hatten, für eine Unterscheidung durch Farben.

Also wurden die „Zweitklässler“ zu den gelben Kindern und die „Erstis“ die grünen Kinder. So können wir nicht nur die Kinder leichter aufteilen, wenn einmal jahrgangshomogen unterrichtet wird, sondern können auch durch diese Farben die unterschiedlichen Materialien im Klassenraum farblich kennzeichnen. Aber nicht nur die farbliche Kennzeichnung der unterschiedlichen Materialien, Regale usw. musste vorbereitet sein, sondern auch unsere Klassenräume mussten für unsere Eingangsstufenarbeit vorbereitet sein. Aber hierzu nächstes Mal mehr.


Wenn du die vorherigen Beiträge der Serie „Jahrgangsgemischtes Lernen“ nochmal lesen möchtest, klicke bitte hier.

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Jahrgangsgemischtes Lernen: Grüne Eulen und gelbe Igel

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