Jahrgangsgemischtes Lernen in unserer Eingangsstufe – Teil 6.1: Teamwork für unseren Wochenplan

Wie ich bereits erzählt habe, war für uns von Anfang an klar, dass wir in unserer Eingangsstufe mit Wochenplänen arbeiten möchten. Natürlich ist es auch möglich z.B. mit offener gestalteten Lehrplänen oder nach einem Lehrwerk in der Eingangsstufe zu arbeiten, aber für uns lag die Arbeit mit Wochenplänen nahe, da wir damit schon Erfahrungen gesammelt hatten. Mit welchen Methoden habt ihr in einer jahrgangsgemischten Klasse schon Erfahrungen gesammelt? Arbeitet ihr auch mit Arbeitsplänen oder nach Lehrwerk oder oder…?!

Seit nun die beiden Eingangsstufenklassen bestehen, arbeiten meine Kollegin und ich eng zusammen, da wir mit unseren Klassen parallel arbeiten möchten. Also arbeiten die Eulen und die Igel immer gleichzeitig an den gleichen Wochenplänen, so dass wir auch mit den Jahrgangsgruppen gemeinsam die Einführungen machen können.

So führt meine Kollegin z.B. mit allen gelben Kindern (den Zweitklässlern) der beiden Eingangsstufenklassen den Zahlenraum bis 100 ein, während ich zeitgleich mit allen grünen Kindern (Erstklässlern) z.B. den neuen Buchstaben einführe. Nach diesen Einführungsstunden gehen dann alle Eulen- und Igelkinder wieder zurück in ihre Klasse und arbeiten z.B. weiter an ihren Wochenplänen.

Einmal pro Woche treffen wir, meine Kollegin und ich, uns zum Planen. Dann gehen wir wie folgt vor: Wir schauen für die gelben und die grünen Kinder z.B. im Stoffverteilungsplan bzw. unserer Jahresplanung, was für die kommende Woche ansteht an Unterrichtsinhalten. Dann suchen wir die passenden Seiten aus den Arbeitsheften heraus, überlegen welche Karteien oder anderen Materialien dazu passen. Auch schauen wir uns immer an, wie gut die Kinder im letzten Plan voran gekommen sind und entscheiden, ob z.B. noch etwas vertieft oder wiederholt werden muss oder ob bestimmte Aufgaben noch gar nicht geschafft worden sind.

Anschließend planen wir für die ganze Woche die Einführungsstunden für die jahrgangsgleichen Gruppen und teilen auf, wer welche Stunde mit welchen Kindern macht. So hat sich im Laufe der Zeit entwickelt, dass ich die „Fachfrau“ für den Bereich Deutsch bin und meine Kollegin sich um Mathematik kümmert. So kann also die Aufteilung so z.B. aussehen; ich führe Montag mit den grünen Kindern das K ein, während meine Kollegin mit den Großen Übungen zum Hunderterfeld macht. Am nächsten Tag könnte es dann so sein, dass ich mit den gelben Kindern eine Stunde zum Thema Nomen mache und meine Kollegin arbeitet mit den Kleinen am Thema Zahlzerlegung bis 10 usw.

Zum Schluss planen wir die Hausaufgaben für die Woche, da wir mit Wochenhausaufgaben arbeiten. Zum Thema Hausaufgaben möchte ich aber gerne in meinem nächsten Beitrag berichten, denn das würde hier den Rahmen sprengen! Wir wechseln uns jede Woche mit der Ausgestaltung und dem Schreiben der Wochenpläne ab. So muss jeder von uns nur jede zweite Woche zwei Wochenpläne (für grüne und gelbe Kinder) schreiben und die Materialien dafür zusammenstellen und vorbereiten.

Dies ist eine echte Arbeitserleichterung und ich kann nur sagen, je öfter man Wochenpläne schreibt, umso schneller geht es einem von der Hand. So haben wir im ersten Jahr für unsere Planungen und Vorbereitungen der Wochenpläne noch wesentlich länger gebraucht. Nun im zweiten Jahr läuft Vieles leichter und man kann ja auch auf Materialien aus dem letzten Jahr zurückgreifen.
Sind die Pläne dann für die neue Woche geschrieben, mailen wir sie uns noch einmal zu, um noch letzte Fragen zu klären oder noch kleine Änderungen vorzunehmen. Getreu dem Motto „Vier Augen sehen mehr als zwei!“

Arbeitet ihr auch mit euren Parallelkollegen zusammmen oder ist das schwierig?


Wenn du die vorherigen Beiträge der Serie “Jahrgangsgemischtes Lernen” nochmal lesen möchtest, klicke bitte hier.

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Jahrgangsgemischtes Lernen: Teamwork mit meiner Kollegin

6 Gedanken zu „Jahrgangsgemischtes Lernen: Teamwork mit meiner Kollegin

  • 22. Oktober 2017 um 9:50
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    Das hört sich wirklich toll an! Sind bei der Erarbeitung der Buchstaben immer alle Erstklässler dabei? Wie macht es ihr mit Kindern, die die Buchstaben noch nicht sicher beherrschen? Sind sie bei der Erarbeitung dabei und machen in ihrem Wochenplan noch Aufgaben zum “alten” Buchstaben?

    Einen schönen Sonntag wünscht Sabine

    Antworten
    • 22. Oktober 2017 um 15:54
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      Hallo Sabine, Ja, bei den Einführungen sind immer erst einmal alle dabei, auch wenn Kinder noch z.B. Probleme mit den bisher eingeführten Buchstaben haben. Sie bearbeiten dann einfach nur die Nachspurübungen und sind bei den gemeinsamen Lautübungen dabei. Wir haben aber auch in einigen Stunden zusätzlich eine Doppelbesetzung während der Einführung, so dass dann einzelne Kinder noch einmal gezielt gefördert werden können und Dinge aufarbeiten können. LG FrauUrbi

      Antworten
  • 22. Oktober 2017 um 10:18
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    Hallo Frau Urbi,
    ich arbeite seit 2006 in der gemischten Eingangsklasse. ;o) Im Laufe der Zeit haben sich Strukturen, Teampartner aber vor allem auch die Kinder, die die Klassen besuchen und die personellen Ressourcen sehr verändert. Bei uns gibt es vier Eingangsklassen, von denen jeweils 2 Klassen ein Tandem bilden. Die Arbeitsweisen in den Tandems können unterschiedlich sein.
    Ein Team arbeite zunächst mit HA-Wochenplänen, später auch mit Wochenplänen und den Fächern Mathematik udn Deutsch. Die Wochenpläne machen gerade in Übungssequenzen und Wiederholungssequenzen viel Sinn. Wir haben wöchetliche Besprechungsstunden in den Tandems aber auch im Gesamtteam 1/2 findet sehr regelmäßiger Austausch statt.
    Über die Jahre haben wir festgestellt, dass die Arbeit in zum Teil sehr heterogenen Lerngruppen mit einigen inklusiven Kindern im Sinne der indivudellen Förderung es bedingt, noch offener zu arbeiten. Meine Teampartnerin und ich kämen in unseren Klassen auf nahezu 10 verschiedene Leistungsniveaus und dementprechend auch viele unterschiedliche Wochenpläne.
    Einführungen haben wir auch schon in homogenen Gruppen von nur Erstklässler oder nur Zweitklässlern gemacht oder in den 1-2 Förderstunden pro Jahrgang, in denen jeweils nur die halbe Gruppe unterrichtet wird. Bei einer zahlenmäßig ungleichen Verteilung von Erstklässler und Zweitklässlern in einer Lerngruppe, einigen Kindern im 3. Schulbesuchsjahr bzw. Kindner mit sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf muss auch dies immer wieder neu überdacht werden. Ein für uns passendes Lehwerk haben wir nicht gefunden aber schon einige davon unter die Lupe genommen und getestet. Wir haben und auf ein einheitliche Übungsheft in Mathematik geeinigt- aber eine Hand voll Kinder bekommen auch hier “Sonderhefte”- dies nutzen wir primär für Hausaufgaben. Ansonsten haben wir uns quasi unser “Lehrwerk” selbst zusammen gestellt und arbeiten mit selbst erstellten Lernheften. In Deutsch arbeiten wir nach der aktuell politisch in NRW umstritten Methode des “Lesens durch Schreibens” erfolgreich seit nunmehr 20 Jahren- kombiniert mit einem offenen Buchstabenlehrgang. Die mögliche Bandbreite und Vielfalt an weiteren Angeboten mit vielen Bilderbüchern, Schreib- und Erzählanlässen, Kinderbüchern, individuellen Leseangeboten, Thematisierung von grammatikalischen und rechtschriftlichen Inhalten usw. müssen an dieser Stelle sicher nicht einer erfahrenen Kolegin wie dir weiter ausgeführt werden. ;o)
    Zusammenfassend wird die Umsetzung des Mathematkunterrichtest in der jahrganmgsgemischten Eingangsklasse von allen Kolleginnen anspruchsvoller empfunden als die des Deutschunterrichtes- das sind die Übergänge fließender!
    Ich selbst achte übrigens darauf, dass ich wöchentlich zwei Stunden Mathematik sozusagen in “Abteilungen” unterrichte, zwei Stunde die Aufgaben so offen stelle, so dass sich alle Kinder darin wieder finden können und mindestens 1 Stunde können die Kinder ganz offen in der Mathematik-Freiarbeit aus einem großen Fundus an Material ( auch Montessori-Material) auswählen und arbeiten . Diese Arbeit wird in einem Lerntagebuch dokumentiert. ( Die Idee hierzu entnahm ich vor einigen Jahren hierhttp://www.rechenbaer.de/.) Interessant ist dabei, dass sich Kinder dann oft sehr anspruchsvolle Angebote auswählen, die eigentlich erst einem höheren Jahrgang zuzuordnen sind und ein Erstklässler bspw. mit einem Zweiltklässler “Ketten aus dem Perlenregal” oder das “Hunderterfeld” legt.
    Nun möchte ich nicht den Rahmen des Kommentars sprengen.
    Bei Fragen oder Interesse ist auch gerne ein Privatkontakt möglich- ich finde es immer toll sich mit Schulen und Kollegen von ganz anderen Standorten austauschen zu können.

    LG BiStro

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    • 22. Oktober 2017 um 16:42
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      Liebe Bistro, vielen lieben Dank für den ausführlichen Bericht über die Arbeit in der Eingangsstufe deiner Schule! Das hört sich alles sehr gut durchdacht und nach eingespielten Teams an. Vor allem, wenn ihr als Kollegium schon so lange so intensiv zusammen arbeitet! Ihr seid auf jeden Fall an einigen Stellen, z.B. in Mathematik und der Nutzung von Lehrtagebüchern, schon viel weiter als wir! Da könnten wir noch Vieles von euch lernen!😉 Aber ich denke, wir sind mit unserem Zweier-gespann an unserer Zwergschule schon gut voran gekommen! Und schließlich wurde Rom ja auch nicht an einem Tag erbaut! 😁 Wichtig ist, dass man sich immer wieder auf den Weg macht, immer flexibel und offen für Änderungen bleibt und auch für sich immer wieder schaut, wie geht es mir mit meinem Unterricht und der Arbeitsbelastung! Ich finde den Austausch mit Kolleginnen wie dir sehr interessant und auch immer wieder “belebend” ! Danke dafür!😊

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  • 22. Oktober 2017 um 10:18
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    Sehr lesenswerter Erfahrungsbericht! Vielen Dank dafür!

    Sonnige Grüße aus Sachsen!

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