Verantwortung übernehmen, gemeinsames Lernen, voneinander lernen, Anerkennung, Fürsorge, lehren, … all das sind Schlagworte, die auf mein Projekt der Klassenpatenschaft zwischen meiner Klasse 2 und der Klasse 8 zutreffen. Diese Patenschaft besteht nun bereits im 2. Jahr. Zu Beginn des ersten Schuljahres hatten so die Kleinen schon gleich ihre “großen Freunde”, wie sie daheim stolz erzählten. Diese zeigten ihnen die Schule, redeten mit ihnen in den Pausen und gaben ihnen das Gefühl, an der Schule willkommen zu sein. Die Klassenlehrerin der 8. Klasse und ich veranstalteten dann im Laufe der Schuljahre immer wieder gemeinsame Aktionen. Wir fingen an mit gemeinsamen Lesestunden. Anfangs brachen die Großen Kinderbücher mit und lasen den Kleinen vor. Als die Kleinen schon besser lesen konnten, wurden die Rollen getauscht und die Kleinen konnten stolz ihr neues Können präsentieren. Wichtig war uns auch, dass sie über die Bücher sprachen, Bilder ankuckten und sich austauschten. Es folgten gemeinsame Spielemittage, eine Wanderung, ein gesundes Frühstück, eine Weihnachtsbäckerei und und und. Zu Beginn der Patenschaft hatte ich jedem Großen ein oder zwei kleine Kinder als Patenkinder zugeteilt. Diese Patenschaften blieben auch über die Zeit bestehen.

Wir Lehrer waren in der Zeit, in der die beiden Klassen zusammen waren, fast überflüssig. Und es ist jedes Mal wunderbar zu sehen, wie anders sich die Großen und die Kleinen im geänderten sozialen Setting verhalten. Die Großen müssen sich plötzlich darum kümmern, dass der Erstklässler seine Schuhe anzieht und die Schnürsenkel binden kann. Oder dass er zuhört und sich nicht ablenken lässt. Dass er keinen Quatsch macht. Besonders rührend war dies zu sehen, als wir einmal gemeinsam kochten. Es gab Gemüsesuppe und Apfelkuchen. Die Erstklässler durften sogar schon Äpfel schneiden und richtig beim Vorbereiten und Kochen und Backen mithelfen. Mir schwante zuvor Böses und ich hielt schon die Pflaster bereit. Aber die älteren Schüler kümmerten sich rührend, zeigten den Kleinen, wie es geht und worauf sie achten müssen und waren ganz in ihrem Element. Und alle blieben unverletzt :) am Ende aßen wir gemeinsam. Unsere letzte Aktion war ein gemeinsames Basteln vor Weihnachten, verbunden mit Singen und Frühstücken. Und immer, wenn wir eine Zeit lang nichts gemacht haben, kommen die Nachfragen der Schüler: “Wann machen wir eigentlich nochmal was mit den Achtklässlern/Zweitklässlern?” Eine richtig tolle und fruchtbare Zusammenarbeit, die Spaß macht!

Wenn du mehr darüber lesen willst, wie ich ein positives Klassenklima in meiner Klasse fördere, klicke bitte hier.

Klassenpatenschaften

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