Einen meiner Zweitklässler hatte ich zum Nachsitzen verdonnert. Es war das erste Mal für ihn. Da ich an dem Tag noch Nachmittagsunterricht bei den 10. Klässlern hatte, nahm ich ihn in deren Klasse mit. Das war ihm gar nicht geheuer. Diese 1,90m großen Jungs, die ihn so komisch anstarrten. Ich setzte ihn an einen freien Platz, gab ihm was zu tun und begann meinen Unterricht – von dem er nicht viel verstand, da es Englisch war.

An dem Tag besprach ich mit den 10. Klässlern ihre letzte Klassenarbeit. Eine Aufgabe war gewesen, einen englischen Zeitungsartikel sinngemäß ins Deutsche zu übersetzen. Ein Schüler las gerade seine Lösung vor: “In dem Artikel steht, dass Frau DaSilva eine sehr hübsche Schauspielerin ist.”

“Ja”, unterbrach ich ihn auf Deutsch, “so kann man das sagen, das war korrekt. Man könnte es auch noch anders formulieren?”

Während sich einige der 10. Klässler meldeten, rief plötzlich mein Zweitklässler rein: “Man könnte auch sagen: In dem Artikel steht, dass Frau D. eine ganz tolle Lehrerin ist.”

Mein Herz schmolz und die 10. Klässler bekamen den Mund nicht mehr zu. “Oooooohhhhhh ist der süüüüß!”, säuselten die Mädels im Chor.

“Tja, auf die Kleinen ist noch Verlass!”, sagte ich mit einem Augenzwinkern zu den Großen.

Komplimente von Schülern: Klappe die III.

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