Da sich die Kinder in ihrem eigenen Tempo durch die Arbeitspläne arbeiten und das noch auf unterschiedlichen Niveaus, sind Hausaufgaben eine komplexe Angelegenheit. Im zweiten Schuljahr habe ich mithilfe von Kopiervorlagen und anderen Arbeitsheften versucht, kleine Hefte passend zum Arbeitsplan zu kopieren.

Dabei hatten dann alle Kinder dieselben Hausaufgaben, die ich wochenweise eingesammelt und korrigiert habe. Dieses Verfahren war zum Einen recht aufwendig und zum Anderen nicht zufriedenstellend, da doch wieder alle die gleichen Aufgaben bearbeitet haben.

Daher bin ich im dritten Schuljahr dazu übergegangen, dass ich die Aufgaben des Arbeitsplans so eingeteilt habe, dass die Kinder in jeder Stunde mindestens eine Aufgabe erledigen (also 5 pro Woche) und zusätzlich als Hausaufgabe eine Aufgabe (also 4 pro Woche, da freitags hausaufgabenfrei ist). So habe ich den Zeitraum für den jeweiligen Arbeitsplan festgelegt (eher großzügig, da noch die Aufgaben aus dem Freiarbeitsregal eingerechnet werden). Durch dieses Vorgehen sind die Kinder wieder entsprechend ihres Lerntempos und Niveaus passend gefördert.

Da meine Klasse mittlerweile auf 29 Kinder angewachsen ist, heißt das auch, jedes Wochenende 29mal Hefte und ggf. Mappen zu korrigieren. Dieser Aufwand hat mich wiederum gestört. Daher habe ich einen Hausaufgaben-Parkplatz in der Klasse eingerichtet, an dem die Kinder ihre Hefte und Mappen am Ende der Stunde ablegen. Passend dazu habe ich ein rotierendes System: in der einen Woche nehme ich freitags die Hefte von der einen Hälfte der Kinder mit, in der anderen Woche nehme ich freitags die Hefte der anderen Hälfte mit. So haben die Eltern an einem Wochenende einen Einblick und können üben, an dem anderen Wochenende kann ich mich mit den Heften beschäftigen.

Dabei verschaffe ich mir in Klasse 1 noch einen sehr genauen Überblick (so kontrolliere ich jede Aufgabe), in Klasse 2 kontrolliere zu Beginn ebenso noch sehr genau und gehe dann sukzessiv dazu über, mir einen gröberen Überblick zu verschaffen und nur, wenn mir Fehler gehäufter auffallen, schaue ich genau hin. Natürlich habe ich auch den einen oder die andere in meiner Klasse, bei denen ich auch heute noch ganz genau hinsehe.
Zu meiner Übersicht lege ich mir eine Tabelle an, in der ich meinen Eindruck dokumentiere:

In den jeweiligen Feldern markiere ich zwei Dinge:
– entsprechend des bearbeiteten Niveaus male ich das Feld grün (1 Stern), gelb (2 Sterne) oder rot (3 Sterne) aus;
– entsprechend der Güte der Bearbeitung trage ich ++ oder + oder – oder – – ein.

Zusammen mit den Ergebnissen der Lernzielkontrollen, der Kurztests und meiner Beobachtungen während der Arbeitsphasen habe ich so eine differenzierte Sicht auf die Kinder.

Diese Hausaufgabenform hat sich in der Praxis mittlerweile bewährt. Die Kinder machen am Ende der Stunde und am Ende der Hausaufgaben einen roten Strich unter ihre Aufgaben. So sehe ich einerseits wie viele Aufgaben sie in der Stunde und was sie als Hausaufgabe geschafft haben. Für die Eltern war es wichtig, dass sie am Wochenende üben können, für mich war es wichtig, dass ich am Wochenende ebenso einen Blick in die Hefte der Kinder werfen kann. Daher ist dies ein guter Kompromiss gewesen.

Wie löst ihr das “Problem“ mit den Hausis? Oder habt ihr die Hausaufgaben schon zu Lernzeiten in der Schule umgewandelt?

Beim nächsten Mal berichte ich euch, wie ich Kindersprechstunden nutze, um mit den Kindern ihr Lernen gemeinsam zu reflektieren und um ihr weiteres Lernen zu planen.


Jörgs Konzept basiert auf folgendem Buch:

Individuelles Lernen mit System: Ein praxiserprobtes Jahreskonzept für alle Grundschulklassen (Partner-Link)

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Mathe individuell: Hausaufgaben

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