Schon zu Beginn der Sommerferien startete die Planung für die erste Klasse. Da ich sowohl Mathematik als auch Deutsch unterrichte, hatte ich doppelte Arbeit. Vorweg ein paar Einblicke in den Klassenraum:

 

 

 

Ich habe mich für Gruppentische entschieden. Der feste Bankkreis ist geblieben. Ebenso die Klassenbücherei. Hinten links befinden sich Regale mit Freiarbeitsmaterialien für Deutsch (mit den Piktogrammen aus den Arbeitsplänen) und Mathe (noch leer). Die anderen Regale dienen als Stauraum für allerlei (Malkasten, Malblock und Bastelutensilien/Regenpausenspiele).

Das höhere Regal neben der Tür beinhaltet Materialien zur Wahrnehmungs- und Motorikförderung. Das kleinere Regal beinhaltet einerseits die Schubladenfächer der Kinder und andererseits dient es als Ablagefläche für meine Utensilien.

Im Fach Mathematik (sozusagen meine Heimat) ging die Planung gut voran. Ich habe mir alle Lerninhalte des Schuljahres zusammengeschrieben, diese strukturiert (insbesondere die Arithmetik), und dann auf das Jahr verteilt. Und was musste ich feststellen? Das Schuljahr ist zu kurz. Also hieß es entweder an den Zeiträumen einsparen oder aber Inhalte streichen.

Da die Kinder jedoch insbesondere in den ersten Wochen und Monaten Zeit benötigen und ich Wert auf den Anfang lege, wurde nach hinten raus gestrichen und gekürzt. So habe ich nun eine grobe Planung: diese Einteilung der Themen in die Schulwochen nehme ich als Orientierung bei den Arbeitsplänen. Im nächsten Schritt blättere ich die Flex und Flo-Hefte zu den entsprechenden Inhalten durch und teile die Aufgaben in die Pläne ein. Hierbei habe ich immer den maximalen Zeitraum im Auge, den die Kinder für diesen Arbeitsplan brauchen sollen (dabei orientiere ich mich am mittleren Anspruchsniveau und runde auf). Bei den ersten vier Plänen (Eingangsdiagnostik, Zahlen begreifen (1), Links/ Rechts und Zahlen begreifen (2)) trage ich nur die Seitenzahlen in den Plan ein. Die Differenzierung mithilfe der Sterne erfolgt erst im nachfolgenden fünften Arbeitsplan.

Am Anfang muss ich mir zunächst einen Eindruck von den Kindern verschaffen. Dazu erfolgt eine ausführliche Eingangsdiagnostik. Hierzu nutze ich die zum Lehrwerk gehörende Eingangsdiagnostik und ergänze mit weiteren Materialien (u.a. zur Differenzierung nach unten und oben).

Im zweiten Schritt geht es an den Zahlbegriff und die Zahlvorstellung. Der Arbeitsplan beinhaltet viel Handlungsorientierung, d.h. die Kinder sollen Mengen abzählen, strukturieren, Materialien sortieren und strukturieren, die Zahlenreihe kennenlernen, einen Ziffernschreibkurs durchlaufen, etc. Auf dem nachfolgenden dritten Arbeitsplan finden sich Aufgaben zur Unterscheidung von links und rechts. Die Kinder benötigen diese Begriffe u.a. bei der Bearbeitung arithmetischer Lerninhalte (z.B. „Im linken Bild sind drei Bäume“ etc.).

Der vierte Arbeitsplan beinhaltet vertiefende Aufgaben zum Thema „Zahlen begreifen“. Mengen werden durch Ergänzen oder Wegstreichen verändert und die Zahlenreihe bis 10 wird gefestigt. Diese Lerninhalte sind meiner Meinung nach so grundlegend, dass alle Kinder diese Aufgaben bearbeiten sollen (jedoch in ihrem individuellen Lerntempo). Ich werde die Kinder dabei natürlich gezielt beobachten und ggf. Aufgaben streichen oder weiterführende Aufgaben zur Verfügung stellen. Erst der fünfte Arbeitsplan greift die bekannte Differenzierungstabelle auf. Inhalt des Arbeitsplans sind das Zerlegen und Zusammenfassen von Mengen zur Vorbereitung auf die Einführung der Addition. Nicht alle Kinder können alle Zerlegungen einer Zahl finden (und das auch noch systematisch). Für diese Kinder ist es ein Erfolg einige Zerlegungen einer Zahl zu finden. Daher ist die Differenzierung auf dem Arbeitsplan sinnvoll und notwendig.

Wie die Kinder den Plan lesen und wie sie damit arbeiten können, werden wir eindringlich üben. Schließlich ist das Lesen und Nutzen von Plänen genauso Lernstoff wie die Mathematik selbst.

Wie die ersten Mathematikstunden in meiner ersten Klasse abliefen und wie wir in Deutsch vorgehen, beschreibe ich im nächsten Beitrag. Bleibt dran!


Jörgs Konzept basiert auf folgendem Buch:

Individuelles Lernen mit System: Ein praxiserprobtes Jahreskonzept für alle Grundschulklassen (Partner-Link)

Wenn ihr die vorherigen Teile von Jörgs Serie „Matheunterricht individuell“ noch einmal nachlesen möchtet, klickt bitte hier.


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Mathe individuell: Von den Anfängen in Klasse 1

2 Gedanken zu „Mathe individuell: Von den Anfängen in Klasse 1

  • 26. September 2017 um 21:22
    Permalink

    Hallo,
    vielen Dank für den Einblick in deine Arbeit. Ich arbeite das 1.Mal mit Flex und Flo. Könntest du vielleicht einmal so einen Arbeitsplan einstellen? Liebe Grüße Sabine

    Antworten
    • 27. September 2017 um 18:07
      Permalink

      Hallo Sabine,

      Mein nächster Beitrag gibt genauere Einblicke in die Arbeitspläne sowie in die Arbeit damit.

      Liebe Grüße
      Jörg

      Antworten

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