Raum und Orientierung ist ein sehr wichtiges Thema des Mathematikunterrichts und zieht sich im Lehrplan Bayerns durch alle Jahrgangsstufen der Grundschule. Leider geben die meisten Lehrwerke dazu kaum Aufgabenstellungen. Deshalb heißt es, selbst kreativ zu werden. Im Folgenden skizziere ich ein paar meiner Ideen und hoffe anschließend auf eure Anregungen.

In der ersten Klasse beginne ich mit links/rechts, oben/unten.
Wir suchen Dinge auf Wimmelbildern und im Klassenzimmer und beschreiben den anderen, wo diese zu finden sind.
Als Bewegungsspiel eignet sich gut ein “Kommandospiel”: Hebe das rechte Bein, berühre mit dem linken Ohr den Tisch, usw.
Schwieriger wird es dann, rechts und links am Gegenüber zu erkennen (Spiegelbild). Auch dazu kann man viel praktisch tun (darauf deuten, Kommandos geben, …).

Der nächste Schritt ist dann das Ablaufen von Wegen. Hierbei spiele ich mit den Kindern gerne das “Roboterspiel” im Pausenhof: einer ist der Mechaniker, der die Anweisungen gibt (geradeaus, links, rechts), der andere ist der Roboter, der die Befehle ausführt. Wichtig: Pro Anweisung nur einen Schritt gehen.
Je nach Pausenhof kann man hier schon einen großen Straßenplan aufmalen (oder den der Verkehrserziehung nutzen), auf dem die Kinder entlang laufen.

Nun führe ich im Klassenzimmer den Stadtplan ein. Für mich hat sich da eine Abwandlung von “Eckenhausen” bewährt. Eckenhausen ist eine Karte aus dem Zahlenbuch. Das Besondere daran ist, dass alle Straßen rechtwinklig verlaufen, so wie in manchen amerikanischen Planstädten. Die Häuser sind nur als Symbole aufgezeichnet, nicht mehr gegenständlich. Ich vergrößere den Plan um ein Vielfaches und lege ihn auf den Boden. Wir betrachten dann die einzelnen Stationen und schließlich darf ein Playmobilmännchen einzelne Wege ablaufen. Das Ganze wird dann noch in Gruppen geübt (Wege benennen, aufschreiben, gehen).

Eckenhausen

Erst danach arbeiten die Kinder an den Aufgaben in Buch und Arbeitsheft, bei denen sie Wege finden und beschreiben müssen.

In den Klassen 3/4 werden diese Fertigkeiten erweitert. Dann sind die Kinder gefordert, selbst eine Skizze/einen Lageplan zu erstellen und den Zusammenhang zwischen Längen in der Realität und Längen/Entfernungen auf Karten (Maßstab) zu beschreiben.

Wie geht ihr das Thema an?
Habt ihr noch weitere Unterrichtsideen oder Literatur- und Materialtipps?

// Dies ist ein Gast-Beitrag von Steffi, einer regelmäßigen Leserin des Blogs. Sie ist Grundschullehrerin in Bayern und unterrichtet zur Zeit eine erste Klasse.

Räumliche Orientierung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.