Es gibt Lehrer, die regelmäßig Hausaufgaben aufgeben, um das im Unterricht Gelernte zu Hause zu wiederholen und zu vertiefen. (Ich gehöre dazu.) Trotzdem ist es – zumindest während der Grundschulzeit – immens wichtig, dass die Eltern ihre Kinder regelmäßig über die Hausaufgaben hinaus zum Üben anregen. Die grundlegenden Fertigkeiten, die die Kinder in der Grundschule lernen, können sich nur durch regelmäßiges Üben wirklich entwickeln und verbessern. Die schulische Arbeit reicht nicht aus, aus einem Kind einen guten Leser oder einen guten Rechner zu machen.
Deshalb sollten Eltern ihre Kinder in den folgenden 3 Bereichen, zu denen ich ein paar Tipps geben will, regelmäßig fördern:
(Kopf)Rechnen: ganz ohne Hilfsmittel können dem Kind immer wieder Rechenaufgaben gestellt werden – während des Autofahrens, auf einem Spaziergang, … es bietet sich auch an, Spielzeuge oder andere Dinge und Fragestellungen aus dem Interessensgebiet und der Lebenswelt des Kindes in Rechenaufgaben zu verpacken, wie z.B. “Du hast jetzt schon 7 Spielzeugautos und du willst noch 2 mehr. Wieviele hättest du denn dann?” So können sich gerade die Schulanfänger die Rechenoperationen besser vorstellen und können evtl. sogar die Aufgabe mit dem Material legen. Im Alltag kann man mit den Kindern auch ganz leicht üben, Zahlen zu lesen. Überall in unserer Umwelt befinden sich Zahlen, die die Kinder lesen können. Natürlich kann man dem Kind auch Aufgaben diktieren, die es dann aufschreibt oder man schreibt eigene auf. Auch mit 2 oder mehreren Würfeln kann das Kind spielerisch rechnen üben.

 
Lesen: wichtig sind meiner Meinung nach dreierlei Punkte:

  • Kinder brauchen ein Lesevorbild – wenn zu Hause keine Bücher vorhanden sind und die Eltern selbst nie lesen, bekommt das Kind auch keine Lesekultur vorgelebt. Sind die Eltern selbst begeisterte Leser, sprechen sie über Bücher und zeigen, wie selbstverständlich aber auch interessant und spannend das Lesen für sie ist.
  • Kinder brauchen ritualisierte und verlässliche Lesezeiten – zum Beispiel eine ruhige Viertelstunde am Nachmittag, das alleine Lesen im Bett oder die Vorlesezeit vorm Schlafengehen. Natürlich können sich auch Eltern und Kind beim Lesen abwechseln. Wichtig ist, dass die Eltern ein Interesse am Buch zeigen. Ganz nebenbei können Sie die Ausdrucksfähigkeit und das Leseverständnis Ihres Kindes fördern, indem sie über das Gelesene und die Bilder sprechen.
  • Kinder brauchen ein Angebot an Büchern, deren Themen sie interessieren. Finden Sie zusammen mit ihrem Kind Bücher, die es begeistern können. Manche Jungs mögen lieber Sachbücher über Erfinder, Dinosaurier oder Weltrekorde. Mädchen mögen manchmal gerne Schulgeschichten oder Pferdegeschichten. Natürlich sollte man das Kind bei der Wahl nicht beeinflussen – es sollte sich selbst entscheiden können, was es gerne hätte. Bieten Sie ihm alles an und reduzieren sie die Auswahl nicht auf geschlechtsspezifische Bücher. Schön ist immer ein Besuch in der Kinderbuchhandlung oder in der Bücherei. Verkäuferinnen oder Bibliothekarinnen wissen oft ganz genau, was sie schönes im Regal stehen haben und können die Kinder meist am besten dazu motivieren, sich ein Buch auszusuchen.

 
Schreiben: Wörter, Sätze oder Texte zu schreiben kann meist nicht einfach so nebenbei geübt werden und wird von vielen Kindern als anstrengend und eher unschön empfunden. Natürlich können Sie trotzdem, falls es mal weniger oder keine Hausaufgaben gibt, dem Kind ein paar Wörter oder Sätze diktieren oder ihm Wörter vorschreiben, die es dann nachschreibt. Auch um die Schrift zu verbessern sind regelmäßige zusätzliche Übungen von Nöten. Suchen Sie ein kleines Buch heraus und lassen Sie ihr Kind ein paar Zeilen am Tag abschreiben. Es gibt aber auch spielerische Möglichkeiten, das Schreiben ganz nebenher zu üben: beim Lösen von Kreuzworträtseln, beim Schreiben von Postkarten oder Briefchen an Oma/Patentante/Freund/…, beim Beschriften und Erstellen eines eigenen Wörter-Dominos oder -Memorys, usw. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass das Schreiben als Kulturgut einem Nutzen dient. Lassen Sie Ihr Kind die Einkaufsliste schreiben oder eine Memonotiz für den Kühlschrank verfassen.

Überfordern Sie ihr Kind nicht und übertreiben Sie es auch nicht mit den Übungen! Ein Kind braucht unbedingt auch ausreichend Freizeit, Spiel und Bewegung. Melden Sie Ihr Kind in einem Verein an oder lassen Sie es ein Instrument lernen. Vereinbaren Sie Spielezeiten mit den Freunden. Und nebenher behalten Sie ein waches Auge darauf, dass regelmäßig gelesen, gerechnet und geschrieben wird.

Regelmäßiges Üben zu Hause

2 Gedanken zu „Regelmäßiges Üben zu Hause

  • 20. August 2015 um 11:22
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    Deinen Eingangssatz finde ich persönlich recht gewagt formuliert. Wenn du die aktuellen pädagogischen Diskussionen verfolgst und in Foren unterwegs bist, dann wirst du merken, dass sich an HA die Geister scheiden. Sehr kontrovers geht es in Diskussionen zu und so pauschal kann man das eigentlich nicht stehenlassen.
    Aber das, worauf du eigentlich hinaus willst, nämlich häusliches Üben, kann ich nur unterstreichen und unterstützen (selbst wenn auch das einige nicht gern lesen und hören)
    Lg

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    • 20. August 2015 um 18:58
      Permalink

      Hi Cubi, du bringst mich zum Schmunzeln :) du hast recht, bei einem meiner älteren Beiträge haben sich auch Lehrer zu Wort gemeldet, die keine Hausaufgaben geben. Ich persönlich kenne ausschließlich Befürworter von HA… Daher der Eingangssatz. Trotzdem, du hast recht, dass ich das nicht pauschalisieren sollte! Ich werd’s anpassen. Lg

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