Vor allem für Berufsanfänger ist es eine leidige, aber auch notwendige Frage, über die sie sich im Klaren sein müssen:

Was mache ich, wenn ein Kind permanent meinen Unterricht stört?

Wenn ein Kind nach der ersten und vielleicht auch noch zweiten Ermahnung immer noch nicht leise ist, oder mit XYZ nicht aufhört, sind weitere Maßnahmen als nur die verbale oder mimische Ermahnung gefragt. Schließlich haben alle anderen Schüler ein Recht auf Unterricht.

In zahlreichen Artikeln habe ich bereits dargestellt, wie ich die Einhaltung der Regeln handhabe. Heute einmal kurz und knackig eine Auflistung an schnellen Handlungsmöglichkeiten, die man hat (und hierbei sind andere Aspekte wie positive Verstärkung, über deren Wichtigkeit ich mir absolut im Klaren bin, bewusst einmal ausgelassen).

Wenn ein Kind permanent stört, kann ich:

  • es umsetzen / aus dem Sitzkreis entfernen / alleine setzen;
  • es in ein Nebenzimmer oder raus schicken;
  • ihm etwas zum sofortigen Abschreiben geben;
  • es in das Klassenzimmer eines Kollegen bringen und dort etwas abschreiben lassen;
  • es in der Pause drin lassen;
  • eine Strafarbeit / Zusatzaufgabe mit nach Hause geben;
  • es von etwas am gleichen Tag ausschließen;
  • es von etwas in naher Zukunft ausschließen, worauf es sich freut;
  • mit ihm ein kurzes und unmisverständliches 4-Augen-Gespräch führen, ggf. eine Vereinbarung treffen;
  • die Eltern anrufen und informieren;
  • es zur Schulleitung schicken;
  • als letzte Konsequenz die Eltern anrufen und sie auffordern, ihr Kind abzuholen;
  • in Absprache mit der Schulleitung greifen danach ggf. Maßnahmen wie der tageweise Unterrichtsausschluss.

Wichtig ist bei solchen Maßnahmen immer:

sich klar ausdrücken, bei der Ermahnung eine klare Konsequenz formulieren “Wenn… dann…” und diese Konsequenz dann auch unbedingt durchziehen! Anderenfalls merkt das Kind sofort, dass man leere Drohungen von sich gibt und reizt die Situation weiter aus.

Weitere Artikel zum Thema sind:

In der persönlichen Reflektion sollte man sich aber auch fragen:

  • war die Rhythmisierung des Unterrichts angemessen? Gab es Sozialformenwechsel? Anspannung – Entspannung?
  • waren die Lerninhalte passend? Waren die Aufgaben zu schwer oder auch zu leicht für den Schüler?
  • gibt es vielleicht persönliche Dinge, die das Kind beschäftigen?


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Maßnahmen und Konsequenzen im Unterricht

4 Gedanken zu „Maßnahmen und Konsequenzen im Unterricht

  • 26. Juni 2016 um 10:27
    Permalink

    Was du beschreibst, sind die absoluten Basics des Lehrerhandelns. Das muss jeder Lehrer wissen, auch ein Berufsanfänger.
    Es gibt jedoch Schüler, bei denen ALL DIESE Maßnahmen nichts nützen – und dafür muss eine Schule Antworten haben, am besten konzeptioneller Art. Darüber lohnte es sich, zu schreiben – nicht aber über Maßnahmen, die ohnehin jeder schon kennt.

    Antworten
  • 26. Juni 2016 um 14:31
    Permalink

    Lieber Johannes,
    trotzdem finde ich es sehr wichtig, wenn einige Punkte nochmal aufgezählt werden. Und gerade für Berufsanfänger finde ich es toll, nochmal nachlesen zu können!

    DANKE

    Antworten
  • 26. Juni 2016 um 15:52
    Permalink

    Hallo,
    ich finde die Übersicht nützlich, gerade in Krisensituationen ist man oft nicht flexibel und findet alleine keine klaren Gedanken.
    Für “in der Pause drinlassen” hat unsere Schulleitung eine Anzeige von Eltern wegen Freiheitsberaubung kassiert. Nur mal so…

    Liebe Grüße
    H.

    Antworten
    • 26. Juni 2016 um 20:50
      Permalink

      Ernsthaft? Das würde doch nie durchgehen!

      Antworten

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