Sie geben den Kindern Struktur und Orientierung: kleine Rituale, an den richtigen Stellen eingesetzt, erleichtern mir als Lehrer sowie den Schülern das Schulleben. Im Folgenden möchte ich vor allem solche Rituale vorstellen, die den Wechsel von Sozialformen betreffen. Die Kinder sind so mit ihnen vertraut, dass sie sie zum Teil selbständig durchführen.

  • Wie bereits im Artikel zum Belohnungssystem beschrieben, kleben auf jedem Schülertisch drei Smileys mit einer bestimmten Farbe hinterlegt. Diese Farben dienen der Gruppeneinteilung, sowie der Bildung des Sitzkreises oder Kinositzes. Insgesamt gibt es vier Farben: grün, gelb, blau und orange. Passend dazu gibt es 4 laminierte Viertel eines Kreises, also je 1 in den besagten Farben. Möchte ich einen Sitzkreis machen, so hängt der Teacher’s assistant die Viertel nacheinander an die Tafel und ruft damit diejenigen Kinder der Reihe nach in den Sitzkreis, die die entsprechende Farbe haben. Am Ende entsteht dann an der Tafel ein Kreis mit den vier Farben. Der Sitzkreis kann genauso auch aufgelöst werden. Dazu nimmt der Teacher’s assistant einfach die Viertel nacheinander wieder weg.

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  • Für den Kinositz oder das Kugellager gehen wir ähnlich vor, nur dass ich zusätzlich ein Symbol an die Tafel male. Nebenbei bemerkt, bin ich kein großer Fan von zu vielen Schildern, die Sozialformen oder Arbeitsaufträge abbilden. Lieber skizziere ich kurzerhand das Gewünschte an die Tafel. So zeichne ich zB für den Kinositz einfach drei übereinanderliegende Linien mit versetzten Strichen, und für das Kugellager zwei Kreise – einen Innen- und einen Außenkreis. Sollen die Kinder zurück an ihren Platz, so wird das Zeichen einfach weggewischt.

Dieses Thema hatte ich bereits im Blog behandelt und es gab von den Lesern viele interessante Anregungen:

  • Sara schrieb zb:”Eine Kollegin von mir hat den Kindern immer zugeblinzelt, wenn sie in den Kreis kommen sollten. Das hat zum einen den Vorteil, dass alle zum Lehrer schauen, um nicht zu verpassen, wann sie dran sind, zum anderen läuft es total leise ab. Dauert aber ein wenig.Was ich auch noch kenne: Der Lehrer klatscht mehrfach und die Kinder, deren Namen zu der Silbenanzahl passt, kommen in den Kreis.”
  • Frau Lienchen schrieb:
    “Bei uns in der Vorschule tauchen die Kinder einfach ab, dh sie legen die ARme auf den Tisch und den Kopf darauf. Dann geht einer von uns Lehrern herum und tipp die Kinder an, die dann in den Kreis gehen können.
    Klappt – zumindest bei den Kleinen – super!
    Mal sehen, ob es in der 1. Klasse genauso leise bleibt!”

 

  • Herschbock meinte: “Bei mir läuft alles (Materialien abholen bezw.abgeben oder in den Kreis kommen oä) über die „Ameisenstraße“ ab, d.h. die Kinder kommen nacheinander/ hintereinander, so wie sie sitzen nach vorne. Zum einen hat man die Arbeitsmaterialien dann schon in der richtigen Reihenfolge und dem Bewegungsdrang der Kinder kommt man auch entgegen. Klappt nach einer Einübungszeit (wie bei allem) gut.”

 

  • Ela informierte uns: “Hallo, ich habe meine Schüler in 4 Gruppen eingeteilt: Augen, Haare, Ohren und Nasen. Für den Sitzkreis o.ä. male ich dann ein Gesicht an die Tafel. Der Mundwinkel zeigt an, wie leise und ordentlich es geklappt hat. Gleichzeitig gibt es einen Gruppenanführer, der für Ruhe in seiner Gruppe sorgt, Austeildienst der Gruppe ist und die Materialien einsammelt. Klappt in meiner 26er-Klasse ganz toll.”

 

  • Myway3 hatte noch eine interessante Erweiterung: “Ich arbeite mit Ankern . Wenn eine bestimmte Melodie erklingt,bedeutet es z.B. für die Kinder auf den Platz zu gehen und einzuräumen. Wenn ich an einem bestimmten Platz in der Klasse stehe bedeutet es wieder etwas anderes. Es gibt auditive Anker,Anker,die mit einer bestimmten Bewegung verbunden sind und visuelle Anker.Habe dazu Seminare von Pearl Nitsche in Wien besucht.Das Buch Nonverbales Klassenzinmermanagement kann ich dazu absolut empfehlen,obwohl man sie selbst unbedingt mal erlebt haben muss.”

Ich bin sicher, dass es noch mehr Ideen gibt und diese Liste weitergeführt werden kann. Ich habe in den letzten Tagen viel über Rituale nachgedacht und eine kleine Manöverkritik geschrieben, die ich übermorgen veröffentliche. Ich bin sehr gespannt, was eure Meinung ist.

Wer auf der Suche nach neuen Ritualen ist, wird sicher hier fündig:


(Partner-Link)

Rituale für den Sozialformenwechsel

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