In den Klassen 1 und 2 ist ja die Zehnerbündelung von außerordentlicher Bedeutung. Trotz meiner Bemühungen mit verschiedenen Materialien zu arbeiten, gab es immer noch Kinder, die mit der Zehnerbündelung einfach nichts anfangen konnten. Dies änderte sich deutlich, als ich mit dem Schätzkönig anfing.

Wie eine Leserin anmerkte, macht diese Übung im ersten halben Jahr der ersten Klasse noch nicht so viel Sinn. Eigentlich rechnen die Kinder ja im ersten Schuljahr nur im Zahlenraum bis 20. Allerdings habe ich im zweiten Halbjahr der ersten Klasse mit dem Schätzkönig bereits den Zahlenraum erweitert – allerdings dann eben “nur” in der Mengenvorstellung und noch nicht mit konkreten Rechenoperationen. Die meisten Kinder haben ja sowieso so Mitte des ersten Schuljahres Vorstellungen zum Zahlenraum bis 100 und sind ganz wissbegierig diesbezüglich. Daher finde ich, man kann das ruhig aufgreifen und schon mal anbahnen. Wer das nicht möchte, oder wessen Klasse vielleicht einfach noch nicht so weit ist, der kann dann im ersten Halbjahr des zweiten Schuljahres mit dem Schätzkönig beginnen. Und so funktioniert’s:

Einmal pro Woche gibt es für die Kinder eine Schätzaufgabe. Dazu bringe ich oder manchmal auch ein Schüler etwas geeignetes mit: Schaschlickspieße, Kaffeebohnen, Erbsen, Nudeln, Murmeln o.ä. in einem geeigneten Gefäß. Die Kinder dürfen das dann anschauen und schätzen, wieviele Kaffeebohnen o.ä. im Glas sind. Ihre Schätzung schreiben sie mit Namen auf einen Zettel und geben ihn ab. Am nächsten Tag treffen wir uns dann im Sitzkreis und lösen die Schätzaufgabe auf. Dazu werden an alle Kinder Kaffeebohnen verteilt. Jedes Kind soll nun ein Zehnerhäufchen oder -reihe zusammenbekommen und in die Kreismitte legen. Es wird getauscht, abgegeben und dazugenommen. Während die ersten Zehner in der Mitte liegen, fangen die ersten Kinder schon an, die Zehner zu zählen, weil sie unbedingt wissen wollen, ob sie der tatsächlichen Anzahl nahe waren oder nicht. Die übrig gebliebenen Kaffeebohnen werden am Ende als Einer dazugelegt. Wir zählen dann gemeinsam die Zehner und Einer und kommen so auf die genaue Anzahl. Anschließend werden die Tipps verlesen und der Schätzkönig oder die Schätzkönigin bestimmt. Dieser erhält einen Applaus und darf etwas für die nächste Runde mitbringen.

Die Kinder sind sehr begeistert bei der Sache und können den Schätzkönig immer kaum erwarten. Habt ihr vielleicht ähnliche Tipps, wie man motivierend die Zehnerbündelung visualisieren kann?

Schätzkönig: Zehnerbündel erkennen und Mengen abschätzen
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4 Gedanken zu „Schätzkönig: Zehnerbündel erkennen und Mengen abschätzen

  • 1. Mai 2015 um 18:44
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    Hallo,
    Die Idee mit dem Schätzkönig hab ich nun auf mehreren Blogs gelesen und möchte das nächstes Jahr auch mal probieren.
    Ab wann machst du den Schätzkönig in der 1. Klasse? Bewegst du dich da nur im erarbeiteten Zahlenraum oder gehst du auch darüber hinaus? Kommen die Kinder damit zurecht, auch wenn sie den Zahlenraum noch nicht erarbeitet haben?
    Bei uns geht es in der 1. Klasse nur bis 20, da können dann nicht viele Kinder bündeln.

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    • 3. Mai 2015 um 12:27
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      Hallo Sara,
      guter Einwand! Das habe ich gar nicht so genau beschrieben, wie ich es hätte sollen. Ich hole das im Artikel noch nach, damit es keine Misverständnisse gibt. LG

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  • 9. Februar 2016 um 17:25
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    Ich finde dieses Schätzspiel ganz toll. Ich habe eine 1. Klasse und werde es im zweiten Halbjahr sicher machen. Auch wenn wir in der ersten Klasse nur im ZR 20 /30 rechnen, habe ich keine Angst vor sehr lebensnahen Problemstellungen und handlungsorientierten Lösungen. Ich werde diese Aufgaben also im ZR 100 halten.

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  • 16. Mai 2016 um 18:06
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    Ich mache den Schätzmeister in der 1.Klasse ab der 5. Schulwoche. ( zr 10), zuerst ist es nur zählen – einige Kd können nicht bis 10 zählen- wird gleich geübt. In das Schätzglas kommen am Montag immer unterschdl. Dinge rein( Anfangs von mir, später bringen die Kinder manchmal etw. mit)- das Glas wird geschüttelt- damit die Dinge nicht gezählt werden können;-), dann gibt jedes Kind seine Schätzung ab- das Glas steht außer Sichtweite- ich schreibe die aktuelle Schätzung auf die Namensliste, diese ist gut sichtbar in der Schätzmeisterecke aufgehängt. Haben alle ihre Schätzung gesagt, stelle ich das Glas sichtbar zur Liste dazu. Die Kinder wissen meist schon nach der 1. Pause wer richtig geschätz hat. Erst am Freitag wird gemeinsam gezählt und die Namen der Schätzmeister werden auf unser “SchätzmeisterInplakat der Woche” geheftet. Ab Weihnachten oder ab Semesterferien geht es dann bis zum Zr 30.

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