Zwei Schulen erregten in den letzten Monaten besonders das öffentliche Interesse. Eine Schule in Saarbrücken und eine in Bayern. Der Grund: Gewalt gegen Schüler und Gewalt gegen Lehrer. Unzumutbare Zustände. Und wenig bis keine Handhabe. Die Kollegen fühlten sich allein gelassen und wagten einen letzten, verzweifelten Schritt: Den Brief an die Ministerien und an die Öffentlichkeit.

Dazu kommt der überall herrschende Lehrermangel, über den dauernd berichtet wird. Das Einbeziehen von Seiteneinsteigern. Eltern, die die Lehrer ihrer Kinder in sozialen Netzwerken kritisieren. Und die Diskussionen über die Gehälter der Grundschullehrer.

Noch nie zuvor trat das Thema Schule über die Medien so in mein Bewusstsein wie im letzten halben Jahr. Das liegt unter anderem mit Sicherheit daran, dass ich viel mehr Zeit damit verbringe, Artikel von Online-Zeitungen zu lesen. Und dank der sozialen Netzwerke werden mir natürlich vermehrt solche Artikel angezeigt, die auch zu meinen “Interessen” passen.

Und fast alles, was ich so lese und womit ich mich auseinandersetze, hinterlässt irgendwie einen bitteren Nachgeschmack. Gerade jetzt, wo ich nicht aktiv im Dienst bin und mit ein bisschen Abstand auf meine bisherige Zeit als Lehrerin blicken kann.

Wie nehmt ihr das mediale Interesse der Öffentlichkeit am Thema Schule wahr? Verfolgt ihr solche Artikel? Fühlt ihr euch angesprochen?

Einer Sache bin ich mir sicher: mehr denn je wird negativen Ereignissen heutzutage eine Plattform geboten, sodass wir viel schneller und viel häufiger Dinge erfahren, als das noch vor einigen Jahren der Fall war. Dazu kommt, dass gute Nachrichten über unser Schulsystem viel zu selten die Runde machen (weil “bad news” einfach mehr Leser heranziehen und besser geeignet sind, “die Sensationslust” zu stillen??!).

Der Lehrerberuf wird für meinen Geschmack allzu häufig als ein Beruf dargestellt, den heutzutage niemand mehr machen möchte. Was ja einfach nicht der Fall ist! Ich wünschte, es erschienen einmal Artikel über Lehrer, die ihren Beruf lieben, ihn mit Leidenschaft machen und dafür nicht verspottet werden à la “Soviel Herzblut reinzustecken dankt dir eh niemand.” oder “Dann hast du bald einen Burnout.”. 

Ja, es gibt zu wenige Lehrer. Und ja, die Anforderungen wachsen und wachsen. Und ja, der Erziehungsstil mancher Eltern macht es uns schwer. Aber ich kann hier nur für mich sprechen: Ich mache meinen Job sehr gerne; er fordert mich heraus, aber er gibt mir auch immer wieder sehr viel zurück! Und hier auf dem Blog begegne ich virtuell vielen, vielen Kollegen, die ebenso für ihren Lehrerberuf brennen wie ich. Und auch das gibt mir immer wieder neuen Antrieb, neue Motivation!

Wir sind nicht allein und jeder von uns kann einen Beitrag für eine bessere Welt leisten, indem wir für unsere Schüler da sind, uns um sie kümmern, ihnen etwas beibringen, sie fördern, ihnen zuhören, ihnen unsere Werte vermitteln, ihnen ein gutes Vorbild sind und ihnen zur Seite stehen, während sie heranwachsen.


Verzeiht, wenn dieser Beitrag keine klare Linie verfolgt oder der Titel nicht ganz zum Inhalt passt. Mir lagen diese Gedanken seit Wochen auf der Seele und ich wollte sie heute mit euch teilen. Ich bin gespannt, was eure Gedanken zum Thema sind.

 

 

Schulen in der öffentlichen Diskussion und ein Ja zum Lehrerberuf

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