Liebe Kollegen,

an unserer Schule gibt es zwei kirchliche Lehrkräfte, die den kompletten Religionsunterricht stemmen. Ich selbst habe zwar auch Religion studiert, bekomme aber leider keine Stunden. Das Fach liegt mir am Herzen. Es gibt ja immer wieder Diskussionen darüber, ob der Religionsunterricht in der Schule noch „zeitgemäß“ ist. In diese Diskussion möchte ich hier nicht einsteigen.

Vielmehr interessiert mich, wie andere Schulen im Land das Feiern der christlichen Feiertage begehen und ob es da vielleicht sogar regionale Unterschiede gibt? Wenn ihr an der Umfrage unten teilnehmt, kommentiert doch auch gerne darunter, wo ihr unterrichtet.

An unserer Schule sind die gemeinsamen Gottesdienste ein festes Ritual – vor Weihnachten, vor Ostern und zum Ende des Schuljahres kommen alle Schüler und Lehrer in der Kirche zusammen. Trotzdem wird bei uns auch jedes Jahr aufs Neue darüber diskutiert, ob wir das weiterhin so handhaben. Ich persönliche finde es ein sehr schönes und wertvolles Ritual. Wir kommen in einem anderen Setting nochmal als Gemeinschaft alle zusammen, kommen zur Ruhe und nehmen uns einen besinnlichen Moment Zeit für Gott und füreinander. Jedoch ist es für die Organisierenden jedesmal ein großer Aufwand, welcher auch nicht immer von allen geschätzt wird.

Ich bin auf eure Antworten auf die Umfrage gespannt! Wie wird es an eurer Schule gehandhabt?

Und dann wünsche ich euch allen natürlich wunderbare Ferien mit schönem Frühlingswetter, guter Erholung und einigen wertvollen Tagen „schul-freier“ Zeit.

Eure Diana

Veranstaltet eure Schule einen Ostergottesdienst?

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Schulgottesdienste zu christlichen Feiertagen: Umfrage

12 Gedanken zu „Schulgottesdienste zu christlichen Feiertagen: Umfrage

  • 9. April 2017 um 8:35
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    Hallo,
    bei uns (Baden-Württemberg) gab es jahrelang zwei Gottesdienste: einen zu Weihnachten, einen zum Schuljahresende. Die Kinder sind nach Alter aufgeteilt (1/2 & 3/4) gehen die Kinder dann in die katholische bzw. in die evangelische Kirche. Dabei handelt es sich bei uns um jeweils ca. 200 Kinder. Ein paar Kinder, die nicht in den Gottesdienst gehen dürfen , wurden derweil in der Schule betreut. Der Gottesdienst wurde immer von uns Religionslehrerinnen vorbereitet.
    Häufig haben wir die Gottesdienste als Stressfaktor erlebt, da viele Kinder nicht mehr wissen, wie man sich in einer Kirche benehmen sollte und die Lehrkräfte zum Teil nur noch damt beschäftigt waren, die Kinder zur Ruhe zu bringen.
    Den Weihnachtsgottesdienst haben wir nun durch ein adventliches Beisammensein in der Aula ersetzt. Aufgrund der Größe der Schule teilen wir auch hier die Kinder nach 1/2 und 3/4 auf. Es wird gemeinsam gesungen und verschiedene Klassen bringen Beiträge. Der religiöse Hintergrund des Festes wird stets deutlich gemacht. Die Atmospäre ist viel heimeliger als in der Kirche, die längere Wegstrecke fällt weg (so ist es auch leichter, die schulischen Musikinstrumente einzusetzen) und wir haben während der all dieser Feiern feststellen können: Jetzt ist Weihnachten da! Für uns hat sich der Wechsel gelohnt. Für uns Religionslehrerinnen ist es zudem eine Erleichterung zu wissen, dass die Vorbereitung nun auf mehrere (andere) Schultern verteilt ist. Zudem wissen wir nun, wer die Veranstaltung leitet (während wir in der Kirche teilweise erfahren mussten, dass der leitende Pfarrer, Diakon,…. nicht immer sich auf das Niveau der Grundschüler einstellen konnte, was manchmal etwas anstrengend für alle Beteiligten war.
    Den Gottesdienst zum Schuljahresende führen wir weiterhin in der Kirche durch. Hier steht bei den Großen die Verabschiedung im Mittelpunkt und für alle natürlich die Segenswünsche für die Ferien und den weiteren Lebensweg.
    Mit dieser recht neuen Lösong sind wir im Kollegium nun sehr zufrieden.

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  • 9. April 2017 um 10:04
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    Ich war in RLP bisher an drei Schulen, da gab es Gottesdienste nur zur Verabschiedung der 4 und den Einschulungsgottesdienst. Einmal sogar zu Erntedank, da sind aber nur die Christen hin. Einige Schulen machen die Verabschiedung und Einschulung aber auch ohne Gottesdienst, was mir lieber ist.
    Das Zusammenkommen handhaben wir an meiner jetzigen Schule auch, allerdings ohne religiösen Hintergrund, was mir sehr zusagt. Auch haben mir die Abschlussgottesdienste und den Kindern kaum gefallen, die waren so weit weg von Gott und was dazu gehört, es war sehr stocksteif und immer wurden nur kirchliche Lieder gesungen. Selbst ausgewählte Lieder die moderner sind und aus der Lebenswelt der Kinder, hatten da nie Platz. Daher finde ich die Feiern in der Schule von der Atmosphäre her auch viel schöner, da es wirklich nicht so „entfremdet“ ist.

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  • 9. April 2017 um 10:19
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    Bei uns (RLP) gibt es einen Gottesdienst zu Weihnachten, einen an Aschermittwoch und einen vor den Sommerferien im Rahmen der Verabschiedung der Viertklässler. Es gibt auch einen Einschulungsgottesdienst, dort sind aber nur die Ersties mit Familien. Ich persönlich finde die Gottesdienste und auch den Reli und Ethikunterricht (im Sinne einer gemeinsamen Werteerziehung) wichtiger denn je. Leider ist es bei uns so gelöst, dass die wachsende Gemeinschaft muslimischer Kinder in der Zeit der Gottesdienste aktuelle Filme schaut. Das führt regelmäßig zu viel Gemaule unter den christlich und glaubensneutral erzogenen Kindern, nach dem Motto: „Die dürfen Filme schauen und bekommen Popcorn und wir müssen in die Kirche“.
    Wie auch schon Katrin geschrieben hat, gibt es auch bei uns zusätzlich zu den Gottesdiensten ein Ostersingen, einen Martinsumzug, ein regelmäßiges Adventssingen (immer montags) und eine schulweite Weihnachtsfeier inklusiver einer Aufführung der Theater-AG. Immer öfter halten sich die muslimischen Kinder dann die Ohren zu oder sie kommen gleich mit Kopfhören. Vor diesem Hintergrund laufen auch bei uns aktuelle Diskussionen darüber, ob und wenn ja wie wir diese Traditionen beibehalten.
    Was die Organisation anbelangt, so gibt es bei uns genügend Freiwillige. Kirchliches Personal haben wir keines, aber wir arbeiten eng mit den ortsansässigen Kirchen zusammen. Die Gottesdienste sind dann auch immer ökumenisch (bis auf den zu Aschermittwoch aber die evangelischen Kinder gehen trotzdem alle mit).

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  • 9. April 2017 um 10:54
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    Ich unterrichte in Sachsen und allein das Wort Schulgottesdienst würde sicherlich bei vielen Kollegen und Eltern Unverständnis auslösen. Ich unterrichte Ethik und in der 3. Klasse sieht der Lehrplan die Beschäftigung mit dem Christentum vor. Letztes Jahr bekam ich einen Elternbrief überreicht, was das solle, es gäbe doch wahrlich wichtigere Dinge. Über 2/3 der Klasse hat noch nie eine Kirche, geschweige denn einen Gottesdienst besucht. Bei der Auswahl der Advents- und Weihnachtslieder bemühe ich mich, dass diese nicht zu christlich sind…

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    • 11. April 2017 um 21:22
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      Hier kann ich mich – aus Sachsen-Anhalt – anschließen. An der Schule, in der ich unterrichte, wird mangels Interesse nicht einmal das Fach Religion unterrichtet. Meine Ersties feiern Ostern den Osterhasen, nicht Christus.
      Privat freue ich mich, dass meine Tochter im Religionsunterricht ihrer Schule alles lernen kann, was sie von mir und ihrem Vater nicht lernen kann, da wir keine Berührungspunkte mit dem Christentum haben. Einen Gottesdienst haben auch meine Kinder noch nie besucht – allerdings waren wir beim Krippenspiel der Tochter alle in der Kirche.
      Meine Freundin (evangelisch) fasste am Wochenende so passend zusammen: hier sind , vor allem in den Städten, die Kirchengänger Leute, die sich bewusst als intellektuell von der Masse abheben wollen. Auf dem Dorf sind es vor allem die Ommas, die in die Kirche gehen.

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  • 9. April 2017 um 11:16
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    Bei uns in Bremen gibt es lediglich privat Schule aus dem katholischen Bereich die Gottesdienste (täglich) haben. An staatlichen Schulen gibt es diesen Unterricht lediglich auf Papier und wird überwiegend für die Werteerziehung genutzt. In der Praxis heißt dass es gibt Klassenrat. Ich selber bin noch mit Relogionsunterricht im klassischen Sinne groß geworden. Meine Schwester (2 Jahre älter ) hatte lediglich Malstunde in dieser Zeit. Ich selber sehe dies Zwiegespalten. Denn auf der einen Seite finde ich es wichtig dass die ganzen unterschiedlichen Religionen und oft damit verbunden Kulturen sich kennen lernen. In Bremen und besonders Bremerhaven gibt es eine hohe Migrationsquote. Auf der anderen Seite haben wir recht wenig Zeit für doch sehr hohe Ansprüche. Ich selber Nutze die Zeit auch eher um mit den Kindern über Klassenthemen oder sonstige Dinge zu sprechen als wirklich Religion zumachen. Dafür haben wir auch keine wirklichen Lehrer und soweit ich weiß sind die Plätze an der Uni Bremen auch eher rar in diesem Fach und wer dies studiert hat woanders kaum eine Chance einen Job zu bekommen.

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  • 9. April 2017 um 12:59
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    Hallo, ich wohne in Bayern, welches Großteils ja katholisch, in meiner Ecke aber überwiegend evangelisch ist. An unserer Schule gibt es kaum andersgläubige Kinder, allerdings nimmt der Anteil von Schüler/n/innen ohne Bekenntnis zu. Bei uns gibt es Weihnachten, zu Schuljahresbeginn (für die Erstklässler mit ihren Familien extra) und zu Schuljahresende Gottesdienste, teilweise aufgeteilt in 1/2 und 3/4. Die Erfahrungen sind teilweise wie schon genannt: Organisation um Busfahrten, Unruhe bei den Kindern, Unlust bei den Erwachsenen, immer weniger Bindung zu religiösen Vorgängen allgemein. Selber bin ich zwie gespalten: Sollen wir dieser Unlust nachgeben oder sollen wir an diesen Feierlichkeiten festhalten? Ist ja auch ein gesellschaftliches Problem, Weihnachten etwa wird auch von vielen gefeiert, die sich gar nicht für Kirche interessieren. Immerhin gibt es bei uns noch etliche Eltern, die sich eine religiöse Erziehung für ihre Kinder wünschen, auch in der Schule. Der soziale Aspekt des gemeinsamen Erlebens ist meines Erachtens ebenso wichtig. Natürlich geht das auch ohne kirchlichen Hintergrund. Allerdings bin ich der Ansicht, dass wir in einem Land leben, in dem christliche Werte immer noch eine große Rolle spielen, schließlich baut unsere Gesellschaftsordnung darauf auf, und so finde ich es auch wichtig, diese weiterzugeben. Ob dies dann in der Schule bei einer „Andachtsfeier“ oder in der Kirche geschieht, ist vermutlich nicht ausschlaggebend. Ich selbst bin gläubig, gehe zur Kirche, habe die missio, sehe aber schon die Schwierigkeit, wenn Gottesdienste nur als Unruhefaktor ohne inhaltlichen Wert oder als Benachteiligung (kein Kino) empfunden werden, noch inhaltlich etwas vermitteln zu können. Letztlich wird man immer wieder neu entscheiden müssen, welchen Weg die jeweilige Schule wählen soll.
    Ich freue mich über deine Denkanstöße! Viele Grüße, Sissi

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  • 9. April 2017 um 13:47
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    An unserer Schule (NRW) finden wöchentlich Schulgottesdienste ( im Wechsel Kl. 2 bzw. 3/4) statt. Vor Ostetn oder Weihnachten keine zusätzlichen. Im Wechseln feiern wir in der Schulgemeinde Erntedank ( in der ev. Kirche) und St. Martin ( in der Karl. Kirche) , ebenso verfahren wir mit Einschulungs- bzw. Abschiedsgottesdiensten.
    Annette.
    .

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  • 9. April 2017 um 13:56
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    Wir, eine kleine Schule in Bayern, feierten am Freitag in der Schule eine schöne Andacht zum Abschluss der Fastenzeit. Vorbereitet wurde sie von den Religionslehrerinnen. Sie hatten viele Kinder aktiv einbezogen, indem diese Texte vorlasen, Bilder und Dinge in die Mitte zu einem Gesamtbild legten.
    Die Lieder waren in allen Klassen eingeübt und am Keyboard von einer Lehrerin begleitet worden.
    Zum Schuljahresanfang und zum Schlussgottesdienst treffen wir uns stets zu einer ökumenischen Feier, zu der auch die Eltern eingeladen sind, in der katholischen Kirche. Die Schulanfänger haben am zweiten Schultag einen eigenen Anfangsgottesdienst in der kleineren, evangelischen Kirche. Seit einigen Jahren nehmen auch die Kindergartenkinder daran teil.

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  • 9. April 2017 um 14:44
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    Ich kenne viele bayerische Förderschulen, die sehr wohl noch Gottesdienste – auch zu Ostern – bieten. Oft ist dieser für die ganze Schulgemeinschaft, manchmal für nicht-/andersgläubige Kinder freiwillig (werden dann während dieser Zeit anders betreut). Ich habe übrigens schon oft erlebt, dass die nicht-/andersgläubigen Schüler sehr wohl auch freiwillig (!) in die Gottesdienste gingen, weil ihnen diese schönen Stunden gut gefielen.
    An (mindestens) einer dieser Schulen wird versucht, die Sache zu variieren: beispielsweise gab es dort statt dem klassischen Gottesdienst schon Kreuzwege oder Ostergänge, natürlich mit christlichen Elementen. Das mit den Adventsfeiern statt einem Weihnachtsgottesdienst (wie es Anna oben beschreibt) habe ich auch schon erlebt, manchmal aber auch zusätzlich zum GoDi.
    Altersgemäß wird je nach Schule eine gemeinsame Veranstaltung für die Klassen 1-9 angeboten oder aber nach Grundschulstufe (Klassen 1-4) und Mittelschulstufe (5-9) getrennt.
    Ähnliches konnte ich übrigens auch an Grund- und Mittelschulen in Bayern beobachten!

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  • 9. April 2017 um 17:54
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    Ich arbeite in Sachsen an einer Evangelischen Grundschule in freier Trägerschaft. Wir feiern zur Schuleinführung, zum Erntedank, zu Weihnachten, zur Passionszeit oder zu Ostern und zum Schuljahresende einen Gottesdienst in der nahe gelegenen Kirche. Die Religionslehrerin plant diese zusammen mit einem Pfarrer und einer Kollegin oder einem Kollegen aus dem Schul- oder Hortteam.
    Zudem gestalten wir mit den Schülern zu fast jedem Monatsende eine Andacht in unserer Kapelle (ehemaliger Hortraum). Diese Termine werden am Schuljahresbeginn unter den Lehrern und Erziehern verteilt, so dass jeder mal „den Hut auf hat“. An unserer Schule lernen auch Schüler, deren Eltern nicht kirchlich gebunden sind. Diese nehmen selbstverständlich an allen Aktivitäten teil. Dies ist den Eltern bewusst, wenn sie ihr Kind bei uns anmelden.

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  • 10. April 2017 um 12:44
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    Ich unterrichte in einer Schule in der Nähe von München. Bei uns gibt es jeweils einen Gottesdienst am Anfang und Ende des Schuljahres. Die Organisation übernehmen die Relilehrer mit Unterstützung der ortsansässigen Pfarrer (ev und kath). Es wird keiner zur Teilnahme gezwungen, aber tatsächlich nehmen fast alle Kinder am ökumenischen Gottesdienst teil. In meiner Klasse hat sogar bereits ein muslimisches Kind ein Gebet im Gottesdienst vorgelesen (war vorher mit den Eltern abgesprochen).
    Die Kinder werden bei den Gottesdiensten aktiv eingebunden (Gebete lesen, Schauspiel o.ä.) und stehen den Gottesdiensten positiv gegenüber. Auch von Elternseite gab es bisher keine Beschwerden – die Teilnahme ist ja freiwillig.
    Meiner Meinung nach muss bei einem Schulgottesdienst keine absolute Stille herrschen. Wir sprechen vorher immer über die Verhaltensregeln in der Kirche und bisher hatte ich in keiner Klasse größere Probleme.

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