Tagesplan

Bereits in Klasse 1 beginne ich, selbstorganisiertes Lernen (SOL) zu initiieren. Wie ich dabei vorgehe, könnt ihr hier nochmal nachlesen. Im letzten Drittel der ersten Klasse führe ich den Tagesplan ein.

Der Tagesplan (siehe Bild) gibt den Kindern eine Struktur vor. Er listet mögliche Aufgaben auf, die die Kinder zu erledigen haben. Gelegentlich differenziert er in verschiedene Niveaus. Es gibt immer Pflicht- und Zusatzaufgaben.

Dieser Plan scheint auf den ersten Blick vielleicht ein Rückschritt, was die Differenzierung angeht. In erster Linie hat er aber 2 Funktionen:

  • die Selbstorganisation der Kinder zu fördern und anzuregen, das heißt, den Kindern zu ermöglichen, selbst zu entscheiden, wann sie was bearbeiten. Dies haken sie ab, wenn es erledigt ist.
  • die Reflektionsfähigkeit der Schüler zu fördern. Dies wird zum Einen durch eine Zielformulierung angebahnt (natürlich üben wir im Plenum, was mögliche Ziele sind und wie man sie formulieren könnte), zum Anderen durch die Bewertung der eigenen Arbeitsweise am Ende des Tages (dazu tragen die Kinder einfach einen entsprechenden Smiley in den Kreis unter dem Plan ein; den zweiten Smiley fülle ich aus und gebe den Kindern so ein einfaches Feedback). Im Rahmen dieser Endreflektion wird also das Ziel, das man sich gesetzt hat, nochmal überprüft und bewertet.

Ich habe mich dazu entschlossen, so vorzugehen, weil ich in der 1. Klasse unmöglich alles in einen Plan unterbringen kann: dreifache Niveaudifferenzierung, Selbstorganisation, Zielformulierung, Zielüberprüfung/Reflektion, Feedback durch die Lehrperson, Kontrollmöglichkeiten, Sozialform, etc. Das würde die Erstklässler überfordern. Deshalb versuche ich das Ganze etwas zu entzerren und im Laufe des ersten Schuljahres verschiedene Schwerpunkte zu setzen, die die Schüler dann an das umfassendere SOL in Klasse 2 heranführen.

Selbstorganisiertes Lernen in Kl. 1: Zielformulierung

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