Liebe Leser,

ich wage mich heute an ein Thema heran, das viel Diskussionsstoff bietet. Womöglich werde ich es mir mit diesem Beitrag bei einigen Lesern verscherzen – wer weiß. Aber da ich eben gerade über einen Post einer anderen geschätzten Bloggerin gestolpert bin, die etwas rezensierte und dann mehrfach gefragt wurde, ob eine solche “Werbung notwendig” sei, habe ich doch das Bedürfnis, mich einmal dazu zu äußern. Und gleichzeitig damit einen offenen – und bitte wertschätzenden – Meinungsaustausch zuzulassen.

Das Bloggerdasein ist wahrscheinlich für die meisten eine Entdeckungsreise. Am Anfang ist man meist selbst nur jemand, der gerne und viel auf anderen Blogs unterwegs ist. Irgendwann denkt man sich dann “Ach, ich könnte ja selbst mal versuchen, einen Blog auf die Beine zu stellen.”  Und dann wagt man sich an das große Unbekannte. Man gestaltet, man schreibt, und monatelang findet man gar nicht wirklich viel Anklang. Doch wenn man durchhält, kommen irgendwann plötzlich immer mehr Leser auf den Blog. Und man freut sich! Weil man öfter mal nette Kommentare von den selben Personen bekommt und somit weiß, dass es auch regelmäßige Leser gibt, die den Blog schätzen.

Das Ganze macht man nebenher und manchmal ist man motiviert, weil man eine gute Idee hat, über die man schreiben kann, und manchmal macht sich auch eine große Unlust breit, und man weiß gar nicht, worüber man noch schreiben soll. Oder man hat schlichtweg keine Zeit. Und doch will der Blog gepflegt werden.

Nun kommt man irgendwann an den Punkt, an dem der Blog gut frequentiert wird. “Es läuft”, so könnte man sagen. Automatisch drängt sich irgendwann die Frage auf – warum nicht damit ein bisschen Geld verdienen? Nebenher? Durch verschiedene Partnerprogramme gelingt das sogar wirklich nebenher. Aber bereits hier scheiden sich die Geister – und da habe ich Sponsored Posts oder bezahlte Rezensionen noch gar nicht angesprochen.

Doch warum soll es verwerflich sein, dass ein Blogger mit seiner Arbeit Geld verdient? Gibt es ein ungeschriebenes Gesetz, dass Blogs ein kostenloses Angebot sein müssen? Warum erwarten Leser, dass sich ein Blogger Tag für Tag Zeit für seinen Blog nimmt, ohne daraus finanziellen Nutzen zu haben? Ein Beispiel: am Blog-Adventskalender haben vier Personen viele Stunden lang gearbeitet, Inhalte mussten geschrieben werden, eine Datenbank erstellt, eine Schnittstelle programmiert, der Zugriff geregelt und das Ganze auch noch gestaltet werden.

Ein Blogger “liefert” seinen Lesern Impulse, Ideen, Links, etc. pp, die diesem im Idealfall für seine Arbeit weiterhelfen. Und das ist für den Leser in der Regel völlig umsonst – es sei denn, es gibt ein Materialportal, für dessen Zugang der Leser bezahlt. Aber auch da muss ich sagen, finde ich es total gerechtfertigt! Warum soll man nicht für etwas bezahlen, durch das man regelmäßig profitiert?

Partnerprogramme und Sponsored Posts sind die Möglichkeit für einen Blogger, dem Leser weiterhin einen kostenlosen Mehrwert zu bieten. Und wenn sich einem Blogger diese Möglichkeit bietet, finde ich es absolut legitim, diese auch wahrzunehmen.

Jetzt ist es bei mir eine besondere Situation, weil ich selbst nicht Betreiber dieser Seite bin, sondern nur für die redaktionellen Inhalte zuständig. Mit dem Webseitenbetreiber zusammen haben wir aber für uns die Vorgabe, dass auf unserem Blog immer die Inhalte im Vordergrund stehen und der Leser nicht von Werbung “zugespamt” wird. Wenn es einen gesponsorten Post gibt, oder auch Werbung geschaltet wird, ist diese immer klar gekennzeichnet und nicht subtil, sodass der Leser nicht in die Irre geführt wird. (Nebenbei bemerkt stolpere ich bei anderen Blogs immer wieder über Artikel, bei denen ich mich frage, ob dies nun Werbung ist oder nicht. Deshalb wirklich die Bitte an andere Blogger: kennzeichnet eure Werbung, das halte ich nur für fair!)

Ein Sponsored Post wird bei uns nur veröffentlicht, wenn wir inhaltlich auch davon überzeugt sind und denken, dass er ein Mehrwert für die Leser sein kann. Eine Rezension schreibe ich selbst nur, wenn ich das Material auch wirklich gut finde. Mittlerweile bin ich sogar von den Rezensionen eher abgekommen, da ich schlichtweg keine Lust habe, von den Verlagen Materialien zugeschickt zu bekommen, in der Erwartung, dass ich dann für sie kostenlose Werbung mache.

Für uns ist das damit ein Mittelweg. Wir betreiben den Blog aus Spaß und Freude und ich profitiere auch von dem Austausch, der über den Blog möglich ist. Wir haben aber auch viel Arbeit damit und nutzen daher die Möglichkeiten, die das Internet bietet, um mit dem Blog auch ein bisschen Geld zu verdienen. Und das, wie ich meine, nicht auf Kosten der Leser. Wer das verwerflich findet, muss ja bestimmte Seiten schlichtweg nicht besuchen.

Was denkt ihr über das Thema “Werbung auf Blogs”?

 

Werbung auf Blogs – ja oder nein

10 Gedanken zu „Werbung auf Blogs – ja oder nein

  • 11. Dezember 2016 um 10:34
    Permalink

    Hallo Diana,
    ich finde Empfehlungen und Rezensionen auf Blogs absolut in Ordnung. Ist das nicht teilweise auch die Idee eines Blogs? Wichtig ist es meiner Meinung nach, so wie von dir geschrieben, dass der Blogger davon überzeugt ist und es nicht ausschließlich zum Geldverdienen tut. Viele Leser können nur schwer einschätzen wie viel Arbeit tatsächlich hinter so einem Blog stecken. Ein paar Euro (meistens eher nur ein paar Cent…) über Partnerlinks etc. sind daher meines Erachtens nach gerechtfertigt. Grundsätzlich sollte aber der Spaß am Teilen seiner Gedanken/Erlebnisse/Ideen im Vordergrund eines Blogs stehen!
    Lg Herr Planet

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  • 11. Dezember 2016 um 11:18
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    Gegen Werbung ist (im Grunde) nichts auszusetzen. Wenn man mit seinem Blog Geld verdienen kann und möchte … why not? Aber man sollte sich halt an gewisse Spielregeln halten. Dafür gehört für mich a) ein gescheites Impressum und b) eine deutliche Kennzeichnung der Werbung als Werbung. Und diese (scheinheilige) Vorstellung von geschenktem Material gehört für mich dazu. Wenn mir jemand eine Doccam im Wert von fast 100€ schenkt, dann würde ich auch sehr nett und zugewandt darüber schreiben. Immerhin besteht ja die Hoffnung, dass ich bei weiteren Schenkungen wieder berücksichtigt werde. Oder die (nicht billigen) Materialien aus dem Finken-Verlag. Da kann ich gerne und oft lobgeschwängerte Rezensionen schreiben, damit der Strom an geschenkten Materialien nicht abreißt. Eine Hand wäscht die andere. Im Fernsehen oder in Zeitschriften muss Werbung deutlich als solche deklariert sein. Dies sollte schon aus Gründen der Fairness auch für Blogs gelten.

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    • 11. Dezember 2016 um 12:00
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      Hallo Herr Emrich, da pflichte ich dir bei! Im ersten Moment denkt man als Blogger vielleicht sogar “Cool, kostenloses Material!”, dabei gehen die Verlage dabei ja ganz strategisch vor. Für sie ist das die billigste Werbung, die sie bekommen können. Material verschenken sie sowieso massenweise als Prüfexemplare – warum dann nicht gleich an Blogger, die dann auch noch kostenlos ein Loblied darauf singen? Wenn man es darauf anlegt, könnte man sein Arbeitszimmer bis zur Decke mit gesponsortem Material füllen – aber hat man dann wirklich was gewonnen? Eine Empfehlung wird dadurch eher immer unseriöser, finde ich, je öfter eine geschrieben wird.

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  • 11. Dezember 2016 um 11:38
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    Hallo Diana,
    Rezensionen von Materialien finde ich auch interessant und wichtig für den Austausch. Wenn dann allerdings neben der Rezension direkt der passende Werbelink auftaucht (so wie hier auf der Seite) hat das ein “Geschmäckle”. Zeitweise habe ich den Eindruck, dass Rezensionen nur aus dem Grund geschrieben werden, Werbeklicks zu generieren.
    Wenn auf einem Blog solche Werbung geschaltet wird, entscheide ich dann häufig, diesen Blog nicht mehr zu besuchen Für mich persönlich steht der kollegiale Austausch im Vordergrund – ich bin selber Blogbetreiberin. Wenn ich Kolleginnen im Lehrerzimmer Material gebe oder wir Ideen austauschen, fließt auch kein Geld. Man kann einen Blog auch ohne (große) Ausgaben betreiben. Natürlich kostet die Anschaffung von Bildrechten etc. auch Geld, wenn man diese Bielder benutzen möchte. Aber dann spende ich lieber Geld an die Blogbetreiberin, zahle einen Mitgliedsbeitrag oder schicke etwas über die Wunschliste zu, als Werbung zu klicken. Durch solche Werbeklicks gebe ich auch immer persönliche Daten weiter, das möchte ich nicht.
    In diesem Zusammenhang möchte ich auch Werbung machen für die Seite der Landesanstalt für Medien NRW wo es sehr gute Unterrichtsmaterialien zum Thema “Kinder und Onlinewerbung” gibt: http://www.kinder-onlinewerbung.de/. Denn vor allem für Kinder sind solche Werbeklicks kaum einzuschätzen, die Förderung von Medienkompetenz wichtig.

    Wenn ich das Gefühl habe, eine Kollegin tauscht sich gerne aus und teilt ihre Ideen, dann kommentiere ich auch gerne, trete in Kontakt. Bei “kommerziellen” Blogs mache ich das deutlich weniger, da dort das “Kollegiale”, nach meinem Empfinden, weniger im Vordergrund steht.
    Letztendlich stellt sich mir auch die Frage, ob sich das Ganze lohnt, da das Finanzamt sicherlich seine Finger nach den Mehreinnahmen ausstreckt.
    Beste Grüße
    Claudia

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    • 11. Dezember 2016 um 12:03
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      Hallo Claudia, danke für den Linktipp! Ich kann dir nur beipflichten, dass wir mit der bewussten Medienbildung unserer Schüler eine sehr wichtige Aufgabe haben!

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  • 11. Dezember 2016 um 13:18
    Permalink

    Ich lese gerne und regelmäßig diverse Blogs und kann mir denken, dass dahinter sehr viel Arbeit steckt. Oft frage ich mich, wie die verschiedenen Blogger es schaffen, so viele, zum Teil sehr schöne Materialien, herzustellen und dann noch die Zeit finden für das Teilen und beschreiben ihrer Ideen, sowie das Kommuinizieren mit den Bloggern, DEsöfteren beteilige ich mich auch inhaltlich an diesem Austausch, gebe meine eigenen Erfahrungen preis und bedanke mich für das Material/das Teilen. Meiner Meinung nach muss jeder Blogger für sich sekbst entscheiden, ob er auf seiner Seite Werbung haben möchte, oder ob er rezensiert. Sollte tatsächlich jemand nur positiv rezensieren, um noch mehr kostenloses Material zu bekommen, ist das schade, aber aus meiner Sicht auch seine Entscheidung. Wir als LEser der Blogs und erwachse mündige Bürger sollten in der Lage sein mit Werbung reflektiert umzugehen und alle empfohlenen Ideen/MAterialien für uns selbst und unseren Unterricht auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen. Ich kann es auf der einen Seite verstehen, dass man seine Arbeit gerne gewertschätzt haben möchte und auf einen Austausch auf seiner Seite hofft. Was mich als Leser manchmal stört, ist die Kritik mancher Blogger an der “Mitnahmementalität”. Entweder man entscheidet sich kostenlos zu teilen und nimmt in Kauf, dass einige “einfach nur herunterladen” (und verdient sich vlt. was durch Werbung oder Rezensionen dazu) oder man knüpft an den Download eine Schutzgebür, wie es ja auch einige Blogger tun. Dann gehe ich davon aus, dass diejenigen, die das MAterial schätzen trotzdem bereit sind etwas dafür zu zahlen – und der Rest hat dann halt PEch gehabt.

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  • 11. Dezember 2016 um 13:43
    Permalink

    Hallo Diana,
    ich finde deinen Eintrag wirklich lesenswert. Seit ich meinen Blog schreibe, bekomme ich auch immer mal wieder Anfragen, ob ich nicht dieses Konzept oder jenes Material “testen” möchte. Manchmal wird offener, manchmal weniger offen verlangt, dass im Blog etwas darüber auftaucht.
    Ich halte es so, dass ich nur die Angebote annehme, bei denen ich mir vom Material etwas für meine persönliche Arbeit in der Schule verspreche oder die ich mir vielleicht auch schon mal anschaffen wollte aber zu geizig war. Gebloggt wird dann aber auch nur über das, was ich wirklich gut finde und empfehlen will. Neulich wollte irgendwer quasi ne Werbeanzeige für ein Nachhilfeinstitut platzieren. Kommentarlos gelöscht die Mail…
    Ich finde es keinesfalls verwerflich, wenn die Kolleginnen und Kollegen solche Testexemplare annehmen und auch darüber schreiben. Schön fände ich es aber wie die anderen auch, wenn man kurz dazu schreibt, dass man quasi Werbung macht. Insgesamt ist das ja eine Sache der Fairness gegenüber der Leserschaft.
    Beste Grüße,
    Katha

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  • 11. Dezember 2016 um 17:09
    Permalink

    Schwieriges Thema mit (wohl) viel Zündstoff, wenn man im ein oder anderen Blog die Kommentare zu Rezensionen liest. Da werden manche Schreiber ja schon kräftig angegangen. Ich für meinen Teil denke mir, dass das doch jeder Blogschreiber selbst entscheiden darf, ob er Produkte rezensiert oder ob er mit seinem Blog Geld verdienen möchte. Ich selbst schreibe auch die ein oder andere Rezension für Produkte, die ich kostenlos bekommen habe (meist jedoch für die Verlagsseite direkt und nicht auf dem Blog, wobei ich die Rezensionen dann teilweise auch verlinke), allerdings habe ich mir wirklich vorgenommen dies ehrlich zu tun und auch ggfs. vorhandene Mängel zu benennen, denn nur dann macht eine Rezension auch Sinn. Grundsätzlich möchte ich nur Dinge rezensieren, die ich auch in meinem Unterricht direkt einsetze oder für mich für relevant halte. Alles andere lehne ich ab und ich habe auf ein paar Angebote auch schon geantwortet, dass ich keinen Link setze, da ich nicht denke, dass die vertriebenen Produkte zu den Inhalten des Blogs passen. Auch mit Kritik in Rezensionen muss man rechnen, wer dann kein Interesse mehr an der Rezension hat… Pech – aber das ist nun mal Sinn und Zweck einer Rezension. Diese überschwänglichen “Alles supertoll”-Rezensionen halte ich nicht immer für glaubhaft. Materialhinweise mit Links finde ich persönlich z.B. sehr hilfreich und wenn dann darauf hingewiesen wird, dass man z.B. an irgendeinem Partnerprogramm teilnimmt ist das für mich auch in Ordnung. Ja, ein Blog kostet etwas Geld, wie z.B. der Erwerb von Bildrechten oder Speicherplatz und warum sollte das nicht so gedeckt werden? Ich finde diese Lösung geschickt und die Leser des Blogs erhalten dadurch ja keinen Nachteil, wer die Links nicht als Parterlink anklicken möchte, aus Datenschutzgründen oder warum auch immer, kann dies ja auch umgehen, ist doch in Ordnung. Ein Hinweis darauf, dass man solche Partnerprogramme nutzt (z.B. im Impressum) halte ich für “Ehrensache” und dient auch der Transparenz und der Glaubwürdigkeit eines Bloggers. Wenn dann allerdings in jedem Blogbeitrag ein solcher Link zu finden ist, dann frage ich mich schon auch, ob hinter dem Blog nur ein gewerbliches Interesse steckt oder es hier noch um Ideenaustausch geht. Eine andere Möglichkeit wäre, dass man von vornherein einen Beitrag zahlt, um das Material des Blogs nutzen zu können. Finde ich auch legitim, warum auch nicht. Wer das nicht möchte kann ja anderweitig nach Material suchen. Ich persönlich finde es aber schöner, wenn ich mein Material so im “Lehrerzimmer-Stil”, also frei verfügbar teilen kann, denn ich vertrete die Auffassung, dass wir Kollegen uns gegenseitig ruhig unterstützen können, denn wir sitzen ja alle im selben Boot. Aber egal, wie man es macht, man wird es, wie so oft im Leben nicht allen Recht machen können. Daher muss einfach jeder seinen Weg finden und für sich so gehen, wie er es für richtig hält.

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  • 12. Dezember 2016 um 14:46
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    Eigentlich ist die Sache doch ganz einfach: Wer Werbung macht, sollte dies einfach ganz transparent dazu schreiben. So fühlt sich kein Leser “manipuliert” und weiß, mit der Werbung entsprechend umzugehen. Entweder man findet die Rezension interessant und kauft, oder man lässt es bleiben. Wäre ich eine Bloggerin, würde ich mich so auch wohler fühlen, da es ehrlich ist.
    LG Liss

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