Im letzten Jahr habe ich ein neues Ritual zum Tagesbeginn begonnen. Es war ein Kalenderritual, das gleichzeitig zeitliche Orientierung bietet als auch den Wissensdurst der Kinder stillt.

Mit Sicherheit werden einige Kollegen nun denken, dass ein Kalenderritual besser in die 1. oder 2. Klasse passt, wenn man sich in Mathematik und Sachkunde mit der Uhrzeit, den Wochentagen und den Monaten beschäftigt. Ich stimme dem voll und ganz zu und habe keinen guten Grund parat, warum ich es nicht früher eingeführt habe. Mir waren zuvor einfach immer andere Dinge wichtiger, die „unbedingt noch zu tun waren“.

Da ich meine Klasse nun bereits im 4. Jahr unterrichtete, ist es mir wichtig, dass ich immer mal wieder etwas Neues mache, was „das Geschäft belebt“. Und weil ich meine Pappenheimer mittlerweile sehr gut kenne und sie im letzten Jahr einen unendlichen Wissensdurst über alltägliche Dinge entwickelt haben, wollte ich eben diesen mit kleinen und kurzen Phasen bedienen.

Dazu nutzte ich einen Kalender mit Wissensfragen für Kinder. Ich hatte mich für den Kalender „Frag doch mal die Maus“ entschieden. Es gibt aber auch noch einige andere in diesem Stil (s.u.).

Das allmorgendliche Ritual zum Tagesbeginn hat sich schnell verselbständigt: Nach der Begrüßung ging ein bestimmtes Kind zum Kalender, nannte das Datum des Tages und las die Frage vor. Anschließend durfte das entsprechende Kind auch die Antworten und Vermutungen der anderen moderieren. Zum Schluss las es dann die richtige Antwort vor.

Hier und da bot es sich auch an, den Inhalt aus der Tagesfrage aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Hier hieß es, spontan zu sein und auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Das war nicht immer möglich, aber ab und zu. Darüberhinaus war auch hier, wie bei allen Materialien, eine gewisse Skepsis von Nöten – sicherlich waren nicht alle 365 Kalenderblätter für die Zielgruppe geeignet, evtl. auch nicht zu 100% korrekt.

Nach einen „Versuchs-Schuljahr“ mit diesem Wissenskalender kann ich nur Positives dazu sagen. Meine Schüler liebten den Kalender – und wenn ich einmal das Ritual vergaß, streckte ganz schnell ein Kind und sagte „Wir müssen noch an den Kalender denken!“. Der absolute Renner waren letztlich gar nicht unbedingt die Fragen und Antworten (auch wenn diese fast immer sehr spannend waren), sondern die Sternzeichen und vor allem die Namenstage. Im Kalender fanden sich nämlich auch sehr viele altertümliche und den Kindern unbekannte Namen, über die sie sich zum Teil richtig schlapp lachen konnten. Damit war das Kalenderritual auch immer eine Möglichkeit, kurz abzuschalten und die Stimmung aufzulockern. Ich kann es also wirklich nur empfehlen.


(Partner-Links)

Diesen Post hatte ich etwas abgeändert bereits vor Einführung des Rituals veröffentlicht. Darauf kamen bereits zahlreiche interessante Antworten von Kollegen. Einfach hier klicken und runterscrollen.

Wissenskalender fürs Klassenzimmer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.