Keine Bange! Klassenlehrer-sein ist super schön. Kein Vergleich zum Fachlehrer- oder Referendariatsdasein. Die Vorteile am Klassenlehrerdasein sind eindeutig: man hat eine “Heimat”, nämlich die eigene Klasse und das eigene Klassenzimmer. Dort ist man selbst der Chef. Man kann seine eigenen Vorstellungen umsetzen und alles so machen, wie es einem am besten gefällt (na gut, manches natürlich in Absprache mit den Fachlehrern). In der eigenen Klasse hat man ein Gefühl des Ankommens, wenn alles einmal läuft, wie man es sich vorstellt.

Läuft man noch gestresst zwischen anderen Klassen und Fächern herum, ist es erholsam, in die eigene Klasse zu kommen. Dort wissen alle genau, was man erwartet, und was bestimmte Signale und Stimmungen bedeuten. Oft muss man gar nicht so viel sagen, um sich mitzuteilen.

Natürlich bringt das Klassenlehrerdasein einiges mit sich:

  • Koordination der Fachlehrer und Kommunikation mit ihnen über die Klasse
  • Organisatiorisches wie Entscheidungen über Sitzordnung, Klassendienste, Ordnungssystem, etc.
  • Bestimmen der Regeln und Konsequenzen
  • Festlegung von Ritualen
  • Verantwortlichsein für alles, was in der Klasse geschieht
  • und natürlich eine der größten Säulen: die Elternarbeit. Hierbei gilt es, sich zu überlegen: wie ist man für die Eltern erreichbar? Bevorzugt man schriftliche Mitteilungen, E-Mails, Anrufe, …? Bietet man Sprechstunden an?

Und um Neulingen ein bisschen die Angst zu nehmen: man wächst in alles rein! Und es macht unglaublich viel Spaß!!

Ich würde denjenigen, die zum ersten Mal Klassenlehrer werden, folgende Ratschläge geben:

  • Sucht Rat bei euren Kollegen, die schon länger im Dienst sind. Fragt sie, welche Regeln und Rituale sie zb haben, wie sie mit nichtgemachten HA umgehen, etc. Vielleicht könnt ihr was übernehmen.
  • Vereinbart mit Kollegen und Schulleitung, was ihr machen könnt, wenn ein Schüler massiv stört. Vielleicht könnt ihr die Abmachung treffen, denjenigen zu einem Kollegen oder der Schulleitung zu schicken.
  • Fragt bei Kollegen nach, ob sie Vorlagen für Gesprächsprotokolle für Elterngespräche haben und wie sie den Elternkontakt generell regeln.
  • Nehmt euch Rückendeckung bei der Schulleitung und vereinbart, dass ihr euch bei Konflikten mit Eltern an die Schulleitung wenden könnt und schnell Hilfe bekommt, wenn nötig. So könnt ihr beispielsweise auch an die Schulleitung verweisen, wenn euch jemand ganz blöd kommt und ihr nicht wisst, wie ihr reagieren sollt.
  • Informiert euch, ob es an der Schule irgendwelchen festgelegten, fächerübergreifenden Regeln oder Vereinbarungen für Klassen gibt.
  • Der Klassenlehrer kümmert sich meistens um Dinge wie Versicherungen, Ausflüge, Verkäufe, Klassenkasse, Patenschaften, Schulbücher, Räume, Material, … erkundigt euch bei Kollegen, ob es bestimmte Dinge gibt, die ein Klassenlehrer von Klasse xy immer machen muss (zb ob Klasse 6 die Einschulungsfeier der 5er ausrichtet, oder ob Klasse 3 ein Theaterstück für die Erstklässlereinschulung aufführen soll).
  • Und meiner Meinung nach auch ganz wichtig: bezieht die Schüler in Entscheidungen mit ein. Falls es einen Klassenlehrerwechsel gab, haben die Kinder ja bereits Erfahrung mit anderen Klassenlehrern. Was gefiel ihnen da gut? Was klappte gut? Was hat nicht so gut geklappt? Was würden sie gern verändern? Haben sie Vorschläge, Wünsche?

Und dann: sich einfach Zeit lassen für den Beziehungsaufbau und in diesen auch viel Mühe investieren; und sich selbst und das, was man umgesetzt und implementiert hat, immer wieder hinterfragen, überprüfen, weiterentwickeln. Und dann mit Spannung erwarten, was sich entwickelt.

Als Lektüre kann ich euch folgende Bücher empfehlen:

(Partner-Links)

Zum ersten Mal Klassenlehrer
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