Ablauf der Buchstabenerarbeitung in der ersten Klasse

Zum Thema Buchstabeneinführung gibt es auf dem Blog hier schon ein paar Einträge (schaut mal weiter unten). Dabei geht es hauptsächlich um Möglichkeiten der Übung und um Stationen des Buchstabenweges.
In diesem Beitrag möchte ich das Ganze mal von einer etwas systematischeren Seite angehen und euch die zeitliche Struktur skizzieren, nach der ich vorgehe:

Montags: Hinführung zum Buchstaben, zb durch eine Geschichte/Bilder/Lied o.ä. – Motivation und Neugier schaffen / den Buchstaben kennenlernen; erste Anlautübungen dazu, Schwungübungen, ggf Gebärde; und schließlich die optische Analyse (an der Tafel groß zeigen, wie der Buchstabe geschrieben wird, Besonderheiten hervorheben, …), danach probieren die Schüler selbst aus, den Buchstaben zu schreiben (zunächst in die Luft, auf den Tisch, auf die Hand etc.)

Dienstags: Optische Analyse weiterführen (Linienschreibweise nochmal verdeutlichen, Schreibübungen zb im Schreiblehrgang/AB/Schreiblernheft)

Mittwochs: Akustische Analyse (wo/wann höre ich den Laut? Am Anfang, in der Mitte oder am Ende eines Wortes?), Mundstellung

Donnerstags: Lesestunde / Silbenteppiche, später Fibelarbeit, Lese-Mal-Blätter etc. / zu Beginn (die ersten Wochen) wiederholen wir nochmal die akustische Analyse, solange noch wenige Buchstaben bekannt sind

Freitags: biete ich eine Wiederholung an in Form einer Stationenarbeit mit unterschiedlichen Aufgaben zum Buchstaben / mit der Zeit werden dann natürlich Buchstaben kombiniert und die Übungen erweitert, je mehr Silben gebildet werden können

Im letzten Durchgang habe ich noch eine Gebärdensprache zusätzlich gemacht, was ich ganz toll fand. Die Gebärde wurde am Anfang der Woche eingeführt und auch immer wieder geübt durch Gebärdendiktate.

Die ersten Wochen läuft das oben beschriebene sehr strukturiert ab bei mir. Erst nach und nach öffne ich die Übungsangebote – und das dann auch abhängig von der Klasse. Jetzt zum Beispiel habe ich eine sehr große Klasse mit 26 Kindern und insgesamt wenig Platz, sodass ein Buchstabenweg mit vielen praktischen Stationen einfach nicht umsetzbar ist (zumal mir das Material fehlt!). Daher habe ich jetzt zum Beispiel in Woche drei mal die Knete benutzt und wir haben alle gleichzeitig mal die ersten Buchstaben geknetet. Vielleicht kann ich nach und nach mehr von solchem Material zur freien Verfügung stellen, aber das geht erst, wenn ich mich auf die Kinder besser verlassen kann und trotz praktischem Arbeiten eine angenehme Arbeitsatmosphäre möglich ist.

Hausaufgaben gebe ich täglich, allerdings die ersten Wochen entweder Mathe oder Deutsch. Anfangs hauptsächlich in den Bereich des Schreibens und der akustischen Analyse, insgesamt im Umfang auch eher gering. Im Unterricht versuche ich möglichst am ersten und zweiten Tag zu beobachten, wem der Buchstabe schon gut gelingt und wem nicht, sodass ich entsprechend Differenzierungsangebote in den Folgetagen machen kann.  

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