Wer regelmäßig hier mitliest, kennt meine private Situation – ansonsten kann man auch hier gerne nochmal nachlesen:

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Ich hatte mich glaube ich schon mal über Versetzungen und Abordnungen von Lehrkräften hier “ausgelassen”. In den Jahren, die ich nun im Dienst bin, hab ich diesbezüglich echt schon Unglaubliches und auch für mich Unerklärliches erlebt. Ich kann einerseits sehr gut verstehen und halte es auch absolut für sinnvoll, dass eine Schule ein möglich konstantes Lehrerkollegium haben soll. Dennnoch finde ich es andererseits wichtig, auch die Lehrer als Persönlichkeiten wahrzunehmen und sie bspw. nicht zwanghaft jahrelang an einer Schule “festzuhalten”, an der sie nicht sein wollen.

In meinem Fall sollte es sich nicht “nur” um eine Versetzung handeln, sondern ich wollte bzw. will das Bundesland wechseln. Eigentlich wurde vor Jahren eine Verordnung erlassen, nach der der Wechsel von Lehrern in ein anderes Bundesland erleichtert werden sollte, vorwiegend aus familiären Gründen. (Man könnte an dieser Stelle eine Diskussion über den Sinn und Unsinn von “Bildung ist Ländersache” führen…) Für mich ist es gar keine Frage, dass Lehrer die Möglichkeit haben müssen, das Bundesland zu wechseln! Das offizielle Verfahren dazu ist das Lehreraustauschverfahren. Entgegen weit verbreiteter Meinung braucht man keinen direkten Tauschpartner. Vielmehr wird geschaut, dass sich die Anzahl derer, die ein bestimmtes Land verlassen wollen und derer, die reinkommen wollen, in etwa die Waage hält. Und das Ganze passiert dann auch noch im Ringtausch, das heißt, zwei Bundesländern tauschen nicht zwingend direkt miteinander. Eigentlich ganz gut durchdacht, das Ganze! Dennnoch ist es kein Selbstläufer, denn jedes Jahr wollen seeeehr viele Lehrer das Bundesland wechseln. Und aktuell haben alle Bundesländer einen Lehrermangel…

Die andere Möglichkeit ist tatsächlich die, das Dienstverhältnis beim aktuellen Dienstherrn zu kündigen und sich im Prinzip für eine Neuanstellung in einem anderen Bundesland zu bewerben. Die Nachteile hierbei könnt ihr euch denken – sofern man verbeamtet ist und schon einige Jahre im Dienst, würde man all das verlieren und nochmal von vorne anfangen. Gut, wenn ich unbedingt den Wohnort wechseln möchte und das der einzige Weg scheint, würde ich letztlich auch das in Kauf nehmen, aber ich persönlich denke, man sollte versuchen, über das Lehreraustauschverfahren wegzukommen, denn dann behält man den Status inkl Besoldungsstufen etc.

Als ich vor drei Jahren zum ersten Mal einen Antrag auf Teilnahme an dem Verfahren gestellt hatte, war mir relativ klar, dass dieser noch keinen Erfolg bringen würde. Die Gründe waren mir bekannt und nachvollziehbar. Aber ich hatte es wenigstens schon einmal versucht. Auch im Jahr drauf klappte es nicht – was mir schon etwas mehr zu schaffen machte. Immerhin führten mein Mann und ich jahrelang eine Fernbeziehung, was dann doch irgendwann an den Nerven zehrte; vor allem, wenn man nicht weiß, wie lange das noch so geht.

Vor dem dritten Anlauf wurde ich schwanger und konnte – für mich ein großes Glück! – meine Viertklässler damals noch gerade so zum Übergang begleiten und schließlich entlassen. Der Zeitpunkt war nahezu perfekt. Ohne zu wissen, wie es schulisch für mich weitergehen würde, ging ich in den Mutterschutz und schließlich in die Elternzeit. Ich stellte erneut den Antrag auf Teilnahme am Lehreraustauschverfahren.

Stellt euch ein Verfahren vor, das gefühlt aus (mind.) 20 verschiedenen Schritten besteht. Geschätzt bin ich aktuell bei Schritt 13. Also es geht voran, es sieht sogar ganz gut aus, aber soooo vieles ist noch unklar!

Hat von euch jemand an diesem Verfahren teilgenommen? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Der Wechsel des Bundeslandes – ein Selbstläufer? Wohl kaum.

8 Gedanken zu „Der Wechsel des Bundeslandes – ein Selbstläufer? Wohl kaum.

  • 1. Mai 2018 um 17:31
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    Liebe Diana, ich selbst musste mich – Gott sei Dank- noch nicht so einem Verwaltungsakt unterwerfen, aber ich kann gut nachfühlen, wie zermürbend diese Phase des Hoffen und Bangens ist! Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass es nun endlich für dich klappt !!! Liebe Grüße!!

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  • 2. Mai 2018 um 0:11
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    Hallo Diana,
    ich habe im Herbst darüber nachgedacht, das Grenzgebiet IM Land wäre aber auch ok, so würde/wollte ich dem Land im akuten Mangel erhalten bleiben…das Ergebnis ist wie es aussieht keine Versetzungsfreigabe…nicht mal innerhalb EINES Landes…und ich bin dafür am Boden🙈

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  • 2. Mai 2018 um 13:27
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    Hallo Diana,

    ich habe vor 2 Jahren an dem Lehrertauschverfahren teilgenommen mit den gleichen Absichten wie du: Beim ersten Mal klappt es bestimmt nicht, aber der Folgeantrag wird dann priorisiert. Zum Glück wurde dann doch der erste Antrag schon genehmigt und so konnte ich zum neuen Schuljahr das Bundesland wechseln. Bis auf die Mengen an Anträgen und Formularen ging es also relativ flott.
    Ich drücke dir die Daumen, dass alles so läuft, wie du es dir wünscht!

    Liebe Grüße

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    • 2. Mai 2018 um 14:22
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      Danke :) wann hattest du denn Bescheid, an welche Schule es dich genau verschlägt? Weißt du das noch? Oder konntest du das sogar wählen?

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    • 2. Mai 2018 um 16:33
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      Liebe/r Wusler,
      war dein Antrag damals eine „Familienzusammenführung“, verheiratet und evtl. auch schon mit Kind? Ich hab heute von 3 abgelehnten Anträgen mit mittlerweile 3 Kindern gehört…

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      • 2. Mai 2018 um 17:19
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        Was? Ehrlich? Das fände ich krass, denn die Familienzusammenführung ist doch der Sinn und Zweck dieses Verfahrens…

        Antworten
  • 2. Mai 2018 um 19:00
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    Hallo Diana
    Ich habe erfolgreich das Ländertauschverfahren hinter mich gebracht und bin sehr glücklich darüber, nun wieder in meiner alten Heimat zu sein. Bei mir ging es glücklicherweise schnell, aber ich sooo viele andere Lehrerinnen kennengelernt, die trotz mehrerer Kinder im schulpflichtigen Alter noch immer Jahr für Jahr erfolglos ihre Versetzungsanträge stellen… Je mehr ich mich mit dem Verfahren beschäftigt habe, desto offensichtlicher wurde es, dass die Entscheidungen oft sehr willkürlich getroffen werden und es wohl (leider) auch häufig davon abhängt, ob man jemanden kennt, der jemanden kennt, … der irgendetwas zu sagen hat. Aus eigener Erfahrung kann ich dir empfehlen, unbedingt Kontakt mit Schulen aufzunehmen, an denen du dir vorstellen könntest zu arbeiten. Ich habe während meiner Elternzeit angefangen an einer ganz tollen Schule zu arbeiten (einige Stunden sind mit Genehmigung des Dienstherrn als Nebentätigkeit möglich) und hatte das Glück, dass sich meine jetzige Schulleiterin am Schulamt für mich stark gemacht und mich angefordert hat. Letztlich hat vermutlich genau das den Ausschlag gegeben, dass es bei mir gleich beim ersten (ernst gemeinten) Antrag geklappt hat.
    Ich drücke dir die Daumen und wünsche dir starke Nerven 😉

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  • 2. November 2018 um 15:25
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    Hallo :)

    Ich stelle jetzt auch einen versetzungsantrag Bawü—> Bayern.. aber ohne Mann und Kinder wohl aussichtslos, da ich auch erst das 2. Jahr an der Schule bin und noch in der Probezeit :( weiß hier jemand, ob es auch in Bayern Sinn macht, sich an Schulen vorzustellen ? In Bayern ist ja einiges anders ..

    Drücke uns allen die Daumen.. ninalla

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