Freies Schreiben von Weihnachtsgeschichten

Die folgenden Vorschläge können in den Klassen 2-4 umgesetzt werden. Ich persönlich habe diese Doppelstunde in einer 2. Klasse gemacht und die Ergebnisse waren erstaunlich! 

Das Schreiben von Geschichten kommt zwar hauptsächlich ab der 3. Klasse, da aber ganz intensiv und ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Kinder dann von der Menge, der Zeit und der Anstrengung, die dafür nötig ist, erschlagen sind. Deshalb finde ich es sinnvoll, bereits in der 2. Klasse ab und zu Geschichten schreiben zu lassen, dabei aber auf einem heruntergebrochenen Niveau, ohne großartige Kriterien oder Ansprüche. Die Kinder sollen da einfach ihrer Fantasie freien Lauf lassen und drauflos schreiben. Je nach Lerngruppe kann man dann immer noch im Nachhinein ein paar „Tipps” besprechen, wenn man das Gefühl hat, dass dafür Aufnahmebereitschaft da ist.

Ich habe für dieses kleine Schreibprojekt Überschriften vorbereitet, die ich an der Tafel aushing. (Alternativen wären Fotos / Bilder / Gegenstände / Sätze / Reizwörter / Musik u.v.m., was einen Schreibanlass schaffen würde.) Eine Überschrift lautete zum Beispiel „Ein unerwarteter Gast”. In vielen Überschriften war aber auch das Wort „Weihnachten” verpackt, sodass das Thema deutlich vorgegeben war. Ich präsentierte die Überschriften im Kinositz nach und nach und wir sammelten gemeinsam erste Ideen zu möglichen Geschichten. In dieser Phase sprudeln viele Kinder schon vor Ideen und können es nachher kaum abwarten, mit dem Schreiben zu beginnen. Einige Schüler hatten lustige Ideen und es wurde gelacht – das nahm ich zum Anlass nachzufragen, was denn nun lustig war und wie eine gute Geschichte sein kann (lustig, spannend, traurig,…) und wie sie nicht sein sollte (zb langweilig).

Nachdem wir die Überschriften durchgegangen waren (ich hatte mich für eine Anzahl von 5 entschieden), durften sich die Kinder entweder alleine oder zu zweit daran setzen, eine Geschichte zu einer der Überschriften aufzuschreiben. Alle sollten sich an ihrem Platz zunächst nochmal genau Gedanken machen bzw. sich absprechen, wovon ihre Geschichte handeln würde. Als kleines Gerüst hatte ich den Schülern zuvor im Verlauf des genauen Arbeitsauftrages eine Kurve an die Tafel gezeichnet, die eine kurze Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss mit einer Auflösung illustrierte. Als Gedächtnisstütze schrieb ich an die Einleitung noch die Fragewörter „wer? wo? wann? was?” dazu.

Die Schüler hatten dann ca. 30-45 Minuten Zeit, um ihre Geschichte aufzuschreiben, bevor sie sie abgabgen und ich ggf noch vorsichtig Verbesserungsvorschläge machte. Für die Schnellen hatte ich zuvor verschiedene Bücher mit Weihnachtsgeschichten aus unserer Schülerbücherei herausgesucht, in denen sie dann noch stöbern durften. Wer das Schreiben von Geschichten systematischer angehen will oder mit höheren Ansprüchen, der bereitet natürlich verschiedene Differenzierungen vor, vor allem für die, denen das Schreiben schwer fällt (zb Satzanfänge, Formulierungshilfen, Beispiele, etc.).

Am Ende der Doppelstunde durften die Kinder ihre Geschichten vorlesen. Wie zu Beginn des Beitrags erwähnt, waren die Ergebnisse wirklich erstaunlich. Von der Menge her schrieben sie zwischen 1 und 2 Seiten, mal mit, mal ohne wörtliche Rede. Aber alle Geschichten passten zur gewählten Überschrift und alle waren lustig oder schön oder spannend und kamen bei der Klasse gut an. Die Kinder hatten Spaß dabei und empfanden das Schreiben nicht als Bürde. Insofern war es eine sehr erfolgreiche Stunde, auch wenn der Anspruch für die 2. Klasse schon hoch war.

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.