Dieser kurze Gedankengang schlummert schon länger in meinen Entwürfen, erst jetzt habe ich ihn wieder entdeckt. Er soll nicht verloren gehen, und wird heute ergänzt! Im Februar 2017 hatte ich beruflich eine Zeit, in der ich sehr gestresst war und es dringend notwendig wurde, einen Gang runterzuschalten. Ich hatte damals darüber geschrieben, was ich mir konkret vorgenommen hatte, um den Schulalltag für mich ein bisschen zu entschleunigen. Der Beitrag hatte damals eine große Resonanz erhalten und viele interessante Beiträge von Lesern gebracht.

Wer dort nochmal nachlesen möchte, klickt bitte hier: KLICK ->

Dass ich mit diesem Beitrag den Nerv vieler Leser getroffen hatte, freute mich natürlich, erschreckte mich aber auch gleichzeitig. Wie viele andere in ihren Kommentaren geschrieben haben, frage auch ich mich ab und zu, wie ich diesen Job bis zum Pensionsantritt “durchhalten” soll.

Aber wie kann das sein, dass es ums Durchhalten geht? Wir sind motivierte Pädagogen, Idealisten, denen das Wohl der Kinder am Herzen liegt. Wir lieben unseren Job – und üben ihn deshalb aus, Tag für Tag. Und ertragen nur deshalb die vielen Belastungen und auch Ungerechtigkeiten, die der Beruf mit sich bringt. Und dann noch die Neider, die behaupten, wir jammern auf sehr hohem Niveau bei sovielen freien Tagen und einem solch “exorbitanten” Gehalt.

Ja, ich gebe ohne zu Zögern zu, dass ich als Lehrer gut verdiene. Das habe ich noch nie bestritten. Ich hatte damals das Glück, frühzeitig verbeamtet zu werden und konnte mittlerweile bereits ein paar Stufen steigen. Und trotzdem – was nützt mir das, wenn die einzige Lösung die zu sein scheint, das Deputat zu reduzieren, um auch nur einigermaßen auf ein ertragbares Arbeitspensum zu kommen? Kann das wirklich sein, dass man soweit gehen muss? Auf 25% des Gehalts zu verzichten und damit auch Pensionsansprüche zu reduzieren, um überhaupt in der Lage zu sein, den Job weiter auszuüben, die Freude nicht zu verlieren und einem Burnout zu entgehen?

Ich finde, das darf nicht sein. Hier muss sich etwas ändern. Zum Beispiel eine feste Systemzeit für Lehrer, zb zwei Stunden, um die die Unterrichtsverpflichtung reduziert wird, damit man wenigstens einen kleinen Ausgleich hat für die viele Zeit, die man mit dem Schreiben von Konzepten, Förderplänen, Berichten etc. verbringt. Die Verringerung des Klassenteilers und eine bessere Lehrerversorgung an den Schulen. Mehr Teamteaching. Klassenlehrerstunden. Eine gerechte Verteilung von Vertretungsstunden – und die wirkliche Möglichkeit, die Vertretungsstunden vergütet zu  bekommen! Eine finanzielle Vergütung für diejenigen, die an einer Schule deutlich mehr machen als andere – und machen wir uns doch nichts vor, in jedem Kollegium ist ganz klar, wer diejenigen sind, auf deren Schultern die meisten Aufgaben verteilt werden! Und von einer sinnvollen Umsetzung der Inklusion fange ich gar nicht erst an…

Solange die Verantwortlichkeiten für uns und damit die Belastung immer weiter steigen, ist es kein Wunder, dass sich immer weniger Leute dazu entscheiden, Lehrer zu werden. Hier muss ein Umdenken stattfinden!!!

Frage an euch: arbeitet ihr voll oder habt ihr reduziert? Welche Aufgaben schlauchen euch am meisten und wo würdet ihr euch eine Veränderung wünschen?

Ist die Reduktion die Lösung? Ein Umdenken ist notwendig!!

14 Gedanken zu „Ist die Reduktion die Lösung? Ein Umdenken ist notwendig!!

  • 13. Mai 2018 um 8:37
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    Liebe Diana,
    mit deinen Sätzen triffst du den den wunden Punkt ziemlich genau. Viele meiner Kollegen haben ihre Stunden reduziert (ich auch) und versuchen, so etwas Ausgleich zu schaffen. Förderpläne, Lernstandanalysen, Konzeptarbeit… der Unterricht möchte aber auch vor- und nachbereitet werden. In den letzten Jahren ballen sich Schüler mit speziellen Verhaltensproblemen und manchmal kommen wir gar nicht mehr dazu, unsere eigentlich Arbeit durchzuführen. So spürt man immer wieder aufkeimenden Frust und teilweise Resignation bei den Kollegen. Unsere Schule hat keine gute Unterrichtsversorgung und im Krankheitsfall bricht einiges zusammen. Neue Lehrer sind nicht in Sicht, Stellen können gar nicht besetzt werden.
    Wir haben das Glück, dass wir einen Teil der Überstunden nach Absprache als Arbeitszeitverlagerung nutzen können. Engagement – man hat immer Kollegen, die an sich selbst denken und diejenigen, die das Schulleben aktiv gestalten. Spezielle Stunden für Lehrmittelverwaltung, Admin / Homepage,Fachkonferenzleitung u.a. Aufgaben wären schon mal ein Anfang. Sicherlich hat jeder einen anderen Anspruch an seine Arbeit, aber mir hat mein Beruf immer Spaß gemacht und eigentlich kann ich mir auch nichts anderes vorstellen. Gleichzeitig frage ich mich aber auch, ob ich meine Arbeit in der Qualität, die ich möchte, noch zwanzig Jahre “durchhalte”. Vielleicht ändert die Politik ihre Einstellung und sieht ein, dass die Bildungsstandards langfristig so nicht erreicht werden können.

    Andrea

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    • 13. Mai 2018 um 19:14
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      Ohja, von dem Fall, wenn ein oder mehrere Kollegen ausfallen, möchte ich gar nicht erst anfangen…

      Antworten
  • 13. Mai 2018 um 10:38
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    Liebe Diana,
    ich habe meine Stunden schon immer auf eine 3/4-Stelle reduziert. Da ich als Angestellte einiges weniger verdiene, als verbeamtete Kollegen, kann ich mir das nur leisten, weil mein Mann gut verdient. Trotzdem habe ich oft mehr als eine 40-Stunden-Woche.
    Helfen würde mir eindeutig, wenn Noten abgeschafft würden. Mal ganz davon abgesehen, dass ich Zensuren als kontraproduktiv bezüglich nachhaltigen Lernens empfinde, machen mir die Klassenarbeiten zurzeit den größten Stress. Schon zu Schuljahresbeginn überlege ich, wann welche Arbeit zu schreiben ist und welche benoteten fachspezifischen Leistungen von den Kindern erbracht werden müssen, damit alle im Jahr untergebracht werden können ohne. Natürlich sollen sie sich nicht zu einem Zeitpunkt häufen, damit die Kids (und die Eltern :) ) nicht zu sehr gestresst sind. Die Korrektur erfolgt meist am Wochenende (wie auch die Unterrichtsvorbereitung), sodass man eigentlich nur selten ganze Tage frei hat. Aufsätze lege ich so, dass sie möglichst vor Ferien oder einem langen Wochenende geschrieben werden, damit ich sie “in Ruhe” nachsehen kann. Dabei frage ich mich ständig, was die Korrektur eigentlich bringt (außer der Tatsache, dass ich am Ende eine Note ins Zeugnis schreiben kann), denn für die Kinder ist das Thema mit Schreiben der Arbeit abgeschlossen. Da kann mir keiner erzählen, dass sie sich alles noch einmal in Ruhe ansehen und üben, was falsch war. Ist auch verständlich, denn sie müssen sich ja schon wieder auf das nächste Thema einlassen, um die nächste Arbeit irgendwie hinzukriegen. Und auch ich muss mich dann eigentlich schon dem nächsten Thema für die nächste Arbeit widmen, während ich die alten Klassenarbeiten noch nachsehe.
    Das ist, was ich am meisten stresst, vielleicht besonders, weil sich mir der Sinn dieses Aufwandes nicht erschließt.
    Viele Grüße sendet
    Cheater

    Antworten
    • 13. Mai 2018 um 19:13
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      Ich stimme dir in einem Punkt zu: der immense Korrekturaufwand steht in keinem Verhältnis zum Ergebnis!!! Ich könnte im Laufe des Schuljahres eine Endnote schätzen – überspitzt gesagt – und käme dann nach zig Stunden korrigieren und verrechnen auf fast genau die gleiche Note! Das ist für mich deprimierend und verlorene Zeit.

      Antworten
  • 13. Mai 2018 um 10:55
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    Ich habe auch ” nur ein Teilzeitjob mit auch ” nur 12 Stunden…einige werden nun müde lächeln, aber zu Hause erwarten mich dann 3 schulpflichtige Kinder, die bekocht werden wollen, Vokabeln müssen abgefragt werden, zu diversen Vereinen wird gefahren….dazwischen und am Abend wird dann der Unterricht ( bzw eher anderer Schreibkram gemacht ) vorbereitet..
    Ich habe eine große Klasse mit 28 Kindern, 3 Flüchtlingen und einem ESE- Kind.
    Es wollen 28 Elterngespräche a 30 Minuten geführt werden und die Überstunden auf der Klassenfahrt bezahlt mir auch keiner.

    Die GEW hat neulich in einer Studie veröffentlicht, dass Teilzeitkräfte 50% mehr arbeiten als Vollzeit, unbezahlt.

    Aber aufstocken und am Ende noch ein Hauptfach dazu haben ( 4 mal Vergleichsarbeiten korregieren, oh weia), das kann ich mir nun noch weniger vorstellen.

    Lieber eine ” Teilzeitmutti” sein,
    belächelt werden von vielen und tapfer weiter arbeiten.

    Für die Kinder.

    Antworten
    • 13. Mai 2018 um 19:11
      Permalink

      Diese Studie kenne ich nicht, lese ich aber mal nach, danke! Ich kenne es bisher so, dass sich einige Teilzeitkräfte eher raushalten, was die ausserunterrichtlichen Aufgaben angeht. Bald heißt es ja auch für mich: als Teilzeitkraft mit Kind arbeiten. Das wird sicher eine ganz neue Erfahrung und auch eine große Herausforderung! Mit 3 Schulkindern – Respekt!

      Antworten
  • 13. Mai 2018 um 11:12
    Permalink

    Liebe Diana,

    auch aus meiner Sicht triffst du den Nerv der Kollegen. Sicherlich wäre es schön, wenn der Job des Grundschullehrers wieder mehr Anerkennung findet, mehr Lehrer eingestellt werden würden, ganz zu schweigen von Teamteaching oder einer funktionierenden Inklusion. Ich habe einen Schüler mit Cochlear Implantaten in der Klasse und bräuchte gerade beim Nachteilsausgleich eigentlich dringend eine Beratung durch die Förderschullehrkraft. Die darf jedoch nicht mehr kommen, da sie selbst Personalmangel an der Schule haben – ein Hohn….

    An der Schule versuchen wir die Ungerechtigkeit, die das System mit sich bringt, ein wenig auszugleichen. Vertretungsstunden und Überstunden werden als Plusstunden notiert und können von den Kollegen in freie Tage umgetauscht werden. Außerdem haben wir ein Punktesystem eingeführt, um die zusätzliche Arbeitsbelastung auf alle Schultern zu verteilen. Einberechnet sind auch Fachkonferenzleitungen, Teilnahme an Schulvorstand, Steuergruppen etc. Funktionen wie Zeugnisprogrammbetreuung, PC-Betreuung oder Homepageverwaltung erhalten eine Topfstunde (sie arbeiten also eine Stunde weniger in der Woche). Außerdem ist ein vernünftiges Teilzeitkonzept notwendig. Wenn diese Dinge an der Schule nicht exisitieren, sollte man sich schnellstens dransetzen.

    Ich denke, es ist wichtig, seine Arbeit möglichst effizient zu gestalten (vor allem zu Hause) und für sich selbst einen Ausgleich zu finden.
    Euch allen wünsche ich alles Gute und viel Kraft!
    Liebe Grüße
    Yvi

    Antworten
  • 13. Mai 2018 um 11:40
    Permalink

    Liebe Diana.

    Ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen! Ich habe genau aus diesen Gründen nie Vollzeit gearbeitet. Ich würde es (jetzt mit Kind sowieso) nicht schaffen. Derzeit habe ich 21 Stunden, was in Ba-Wü 75% entspricht. Davon sind 2 Std Anrechnung für die Mentorentätigkeit. Und die 19 Std Unterricht sind absolut ausreichend, da meine Zusatzaufgaben (Mentorin einer LA, Homepagegestaltung, Multimediaberaterin, Mitarbeit am Stundenplan, Lehrerzimmerumgestaltung, Verantwortung für Drucker und Lehrer-PC, Ansprechpartner Kooperation mit weiterführenden Schulen und neuerdings noch Datenschutzbeauftragte) eigentlich den vollen Lehrauftrag abdecken. Und ich bekomme aktuell bis auf den vorgeschriebenen Ausgleich für Mentoren nichts. Wenn ich da den Blick ans Gymi richte, wäre ich mit den Aufgaben schon eine Gehaltsstufe aufgestiegen und hätte min. 1 AE Stunde dafür. So bleibt mir aktuell auch nicht mehr übrig, als zu hoffen, dass ich wenigsten 1 AE-Std im nächsten Schuljahr bekomme. Ob ich mir ein anderes System wünsche – ja! Denn ich habe einen recht guten Überblick über die Zusatzaufgaben an unserer Schule und weiß genau, wie ungerecht es verteilt ist. Frei nach dem Motto: Wer nicht voll arbeitet hat Zeit für Zusatzaufgaben. Eine leistungsgerechtere Bezahlung wäre mehr als angemessen. Und dann sind wir noch gar nicht bei den Punkten wie Lehrerversorgung, Teamteaching usw. die aufgrund des Lehrermangels in so unereichbare Ferne rücken, dass man wirklich nur davon träumen kann. Ich würde mich schon freuen, wenn wir im nächsten Jahr wieder alle Stunden abgedeckt hätten und nicht ständig beim kleinsten Ausfall Chaos herrscht beim Vertreten…
    Dennoch: Ich liebe meinen Job und auch die Zusatzaufgaben die ich habe mache ich zum größten Teil gerne! Allerdings iäsind die Rahmenbedingungen mehr als fragwürdig. Aktuell wird man als Grundschullehrer einfach nur “verheizt”. Bleibt abzuwarten wie lange die aktuelle Lehrergeneration das durchhält!

    Antworten
  • 13. Mai 2018 um 18:04
    Permalink

    Liebe Diana,
    du wirst einige Kommentare bekommen, denke ich… Ich selbst arbeite Vollzeit und habe das immer getan. Eine Stunde bekomme ich als Medienbeauftragte “vergütet”, was schon ein Luxus ist. Aber mit Klassenleitung, Inklusion, zig Fachklassen fällt das auch nicht wirklich ins Gewicht.
    Ich finde auch, dass die einzigen Auswege mehr Doppelbesetzungen im Unterricht wären (100% wären an vielen Stellen wirklich nötig) und es auch an der GS mal einen vernünftigen Topf an Anrechnungsstunden gäbe. Die SL würden ja gern mehr verteilen, wenn denn Stunden da wären…
    Mit der Teilzeitdiskussion habe ich so meine Probleme. Als Vollzeitkraft kann ich es nicht ganz nachvollziehen, warum alle Aufgaben (vor allem in der Schulentwicklung) nur von den paar 28-Stunden-Kollegen getragen werden sollen. Klar, ich verdiene mehr als Teilzeitkollegen (wobei manche davon lange im Dienst sind und vermutlich gar nicht so weit unter meiner Besoldung liegen). Aber ich habe auch keinen Tag länger Ferien, um mich davon mal zu erholen – eher bei höherer Unterrichtsbelastung ja auch weniger Ferientage durch mehr Vorbereitungszeit. Und ja, ich weiß, dass ich dafür mehr Geld bekomme. Ja.
    Ich wünsche mir, dass irgendwann mal ein System kommt, in dem alle Kollegen fair und möglichst gleich bezahlt werden. Die aktuelle Situation führt neben den vielen so gut aufgezählten Mankos an Schulen zu noch mehr Unfrieden, wenn Kollegen mit verschiedenen Stundenzahlen und Gehaltsstufen die gleiche Arbeit erledigen. Mal sehen, ob die Politiker es wirklich wagen, die “besser ausgebildeten” Frischlinge mit A13 zu entlohnen… Sorry, andere Diskussion.
    Abschließend: Ich finde auch, dass wir als Grundschullehrer sehr gut verdienen. Wer anderes sagt, kommt aus einem zu guten Elternhaus ;-) ABER ich verstehe nicht, warum es mehr Stunden für weniger Geld als in anderen Schulstufen sein kann – schlechtere, bedeutungslosere Arbeit???
    LG, Katha

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    • 13. Mai 2018 um 19:06
      Permalink

      Liebe Katha, dein letzter angesprochener Punkt ist etwas, was mich auch immer wieder ärgert! Ich habe lange an einer GHS gearbeitet und dabei die Klassen 1-10 unterrichtet. Als GS-Kraft musste ich trotzdem 28 Std unterrichten, meine HS-Kollegen aber 27. Was soll das?? Von den Deputaten und Gehältern an den Gymis mal ganz abgesehen… „dort, wo die Elite ausgebildet wird“… und wer bereitet diese vor?? Die Grundschullehrer…

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    • 13. Mai 2018 um 19:08
      Permalink

      Achso und: bei uns war es genauso und ich kenne es auch von anderen Schulen: die Vollzeitkräfte müssen gefühlt mind. 70% der Aufgaben erledigen, obwohl sie vielleicht nur 40% des Kollegiums ausmachen… Unterricht – das eigentliche Kerngeschäft – läuft dann nur noch nebenbei… leider!

      Antworten
  • 13. Mai 2018 um 21:07
    Permalink

    Hallo Diana, hallo Katha,

    nach dem, was ich so in Kollegenkreisen gehört habe, seid ihr da aber an euren Schulen eher die Ausnahme, was die Verteilung von Zusatzarbeiten an Voll- oder Teilzeitkräfte angeht.
    Oder täusche ich mich da?
    Bei uns ist es so, dass ich mit meinen 11 Stunden (und drei Kindern im Alter von 7,8 und 10 Jahren zuhause) genau so viele Pausenaufsichten machen muss, wie meine Kollegen mit 28 Stunden Deputat. Ich bin in genau so vielen Schulentwicklungsteams, bin Mitglied der Schulkonferenz, nehme an genau so vielen Konferenzen teil, muss genau so oft Protokoll schreiben, muss auch zu allen Zusatzveranstaltungen (BJS, Wandertage…) kommen, muss ebenso Elterngespräche und Lernentwicklungsgespräche führen…
    Wenn ich ausrechne, was für einen Prozentsatz an Zusatzstunden ich im Vergleich zu meiner bezahlten Stundenzahl arbeite, dann bin ich mir ganz sicher, dass die von Sabine oben genannten 50% stimmen!
    Meine Mutter hat das früher schon immer gesagt: Teilzeitkräfte müssen in der Regel vergleichsweise mehr Überstunden machen als Vollzeitkräfte.
    Zumindest ist das an den Schulen bei uns in der Umgebung so.
    Liebe Grüße
    Sabine

    Antworten
  • 3. Juni 2018 um 20:02
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    Auch wenn das jetzt negative Reaktionen geben wird: Ich finde das Gejammer wirklich unerträglich. Ich bin selbst Lehrer und mir ist bewusst, was für ein privilegiertes Leben ich führe!!
    Unser Job ist ganz wunderbar zu schaffen, wenn man eben nicht, wie 90% aller Lehrer, die Ferien als Urlaub begreift, sondern mindestens die Hälfte der Ferien seinen Unterricht vorbereitet. Dann hat man in der Schulzeit genügend Ressourcen, um den ganzen Kram, der sonst noch anfällt, und das ist in der Tat viel, zu erledigen. Ein großer Stressfaktor fällt zudem weg, wenn man seine Klasse im Griff hat und im Klassenzimmer eine ruhige Arbeitsatmosphäre herrscht. Die zu schaffen, ist unser Job.

    Ich werde mich nicht beschweren, dass ich beim Arzt innerhalb von 24 Stunden einen Termin bekomme, dass ich, wenn ich möchte, unter der Woche um 14 Uhr auf dem Tennisplatz stehen kann, dass ich ein super Gehalt bekomme, dass ich eine Jobsicherheit habe, die ihresgleichen sucht etc.

    Ganz ehrlich, der Rest der Arbeitswelt lacht doch über uns. Ich habe vor meinem Lehrerjob in der Wirtschaft gearbeitet und weiß, wovon ich rede. Dort herrscht ein ganz anderer Druck.

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    • 15. August 2018 um 9:24
      Permalink

      Danke für diesen Kommentar! Ich habe auch angefangen auf Lehramt zu studieren (inkl. Praxissemester) und mich dann nochmal umentschieden, da mich das Studium damals zu wenig gefordert hat. Jetzt arbeite ich in der freien Wirtschaft im deutschsprachigen Ausland und dort weht ein ganz anderer Wind mit nonstop Meetings (oft nur auf englisch), anspruchsvoller Projektarbeit, keiner lebenslangen Jobgarantie (Stichwort: warum werden Lehrer eigentlich verbeamtet?), max. 25 Urlaubstagen und wahnsinnigem Druck für junge Mütter so schnell wie möglich wieder aus der Elternzeit zu kommen.

      Ich habe selbst zwei kleine Kinder und kann über die meisten Lehrerdiskussionem nur völlig resigniert den Kopf schütteln. Ein bisschen mehr Demut über einen tollen, sicheren, sehr familienfreundlichen und auch noch gut bezahlten Job würde den meisten Lehrern gut tun. Klar, ich hätte das auch haben können, aber ich sehe den Lehrerberuf als wirkliche Berufung, eine Berufung, die nicht meine war.

      Ich hoffe mein Kommentar kommt nicht zu negativ daher, sondern regt ein wenig zum Nachdenken an. Ich denke es ist ein toller und vor allem wahnsinnig wichtiger Beruf (genau wie der des Erziehers/der Erzieherin) und ich würde mir einfach nur ein wenig mehr Weitblick auf die Arbeitsumstände der meisten Anderen in unserer Gesellschaft wünschen. Und ich bin da sogar noch privilegiert und verdiene gut. Was ist da erst mit den ganzen Müttern im Niedriglohnsektor?

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