Der Klassenrat ist ein sehr wichtiges, demokratisches Instrument in meinem Unterricht. Er wird jeden Freitag abgehalten. Da ich meine Schüler seit der 1. Klasse begleite, ist es mir wichtig, dass sich der Klassenrat jedes Jahr ein bisschen weiterentwickelt.

Hier seien kurz die einzelnen Schritte nochmal zusammengefasst:

  1. Klasse: Mit Hilfe von Kärtchen machen wir eine Gefühlsrunde, in der jede/r etwas äußern darf. Was ärgert mich? Was gefällt mir gut? Wofür muss ich mich entschuldigen? etc. Genauere Infos findest du in diesem Beitrag.
  2. Klasse: Themen und Anliegen für den Klassenrat werden gesammelt umd im Klassenrat besprochen. Ein Kind leitet als Moderator den Klassenrat. Am Ende jedes Anliegens steht die Lösungsfindung. Nachzulesen hier.
  3. Klasse: Zum Einen werden Anliegen und Themen für den Klassenrat nicht mehr für alle zugänglich aufgeschrieben, sondern in einen verschlossenen Briefkasten eingeworfen. Dieser darf am Freitag nur vom Moderator geöffnet werden.

Zum Anderen leiten zwei Kinder nun immer den Klassenrat – ein Moderator und ein Protokollant. Während der Moderator die Leitung inne hat und die einzelnen Fälle moderiert, schreibt der andere das Protokoll in ein kleines Buch. Der Ablauf ist dann wie folgt:

  • der Moderator eröffnet den Klassenrat;
  • die Vereinbarungen aus dem letzten Klassenrat werden vom Protokollant erneut vorgelesen, und der Moderator fragt in die Runde, ob diese eingehalten wurden;
  • anschließend trägt der Moderator neue Anliegen vor und moderiert dann die Gespräche. Wichtig ist, dass Kritik als Wünsche formuliert werden und am Ende immer eine Lösung in Form einer Vereinbarung gefunden wird;
  • der Protokollant hält die Vereinbarungen fest;
  • am Ende werden alle Vereinbarungen nochmal vorgelesen;
  • der Moderator erklärt den Klassenrat für beendet.

Für noch ungeübte Moderatoren habe ich mal Moderationskarten erstellt, die man hier ansehen kann.

Zu Beginn von Klasse 3 hatte ich noch den Klassensprecher und seinen Vertreter regelmäßig für die beschriebenen Rollen eingeplant. Die Anregung einer Leserin hat mir jedoch zu denken gegeben und ich habe die Eröffnung durch den Klassensprecher in Frage gestellt. Ich musste ihr recht geben und habe von da an diese Rollen jede Woche neu bestimmt. So konnten sich alle Kinder im Moderieren üben und es wurde so auch besser angenommen.

Insgesamt habe ich mit dieser Form des Klassenrats sehr positive Erfahrungen gemacht.

Klassenrat in Klasse 3

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