Die können ja noch gar kein Englisch“, mag man meinen. Aber schon nach wenigen Wochen verstehen die Erstklässler einiges, und das, obwohl sie nur 2 Stunden Englisch pro Woche haben.

Über die Wirksamkeit von Englischunterricht in der Grundschule wird viel diskutiert – defacto sind die meisten Fünftklässler einer Klasse laut Untersuchungen nach einigen Wochen oder Monaten Englischunterricht auf dem gleichen Niveau. Egal, ob sie in den Jahren zuvor Englisch hatten oder nicht.

Trotzdem bin ich ein Verfechter des Englischunterrichts in der Grundschule! Die Kinder kommen bereits mit einem großen Vorwissen in die Schule. Sie kennen etliche englische Wörter, die eingedeutscht worden sind, ohne dass es ihnen vielleicht bewusst ist. Dazu kommt, dass sie durch Musik, Film und Fernsehen von Englisch umgeben sind. Und: der Englischunterricht ist noch sehr spielerisch und macht den Kleinen einfach Spaß.

Und genauso wie sie nach wenigen Wochen bereits die ersten Brocken verstehen, die ich spreche, können sie auch nach kürzester Zeit bereits selbst einiges auf Englisch sagen. Natürlich begrenzt sich das zunächst auf einzelne Wörter, und da hauptsächlich Nomen, und auf Chunks, also kurze Verbindungen mehrerer Wörter. Aber bereits beim 2. Wortfeld kann man das Nachsprechen und Produzieren von einzelnen Wörtern durch Mini-Dialoge erweitern.

Ist den Kindern die Übersetzung der Farben bspw. schon bekannt, so kann man in einer anderen Stunde damit starten, indem man Farbkarten oder buntes Papier noch einmal aufhängt, auf einzelne Farben zeigt und fragt: “Is that orange?“, oder noch einfacher: “Is it orange?“. Bereits intuitiv werden einige Kinder mit “Yes” oder “No” antworten. Als Weiterführung kann “No, yellow.” oder sogar “No, it’s yellow.” gefordert werden.

Klingt simpel, bringt den Kindern aber jede Menge Spaß. Sie finden es einfach super witzig, wenn jemand zum Beispiel eine Katze als Kuh bezeichnet. “Is that a cow??

Haben die Schüler eigene Bildkarten zur Hand, können sie die Mini-Dialoge mit einem Partner üben und sich gegenseitig fragen. So wird jeder Einzelne zum Sprechen und zur Wiederholung der Wörter angeregt. Selbstverständlich sind hierbei sowohl ganz kurze als auch ausführlichere Frage und Antworten völlig in Ordnung: von “Red?” – “No!” bis “Is the colour red?” – “No, the colour is green.” kann alles dabei sein.

Habt ihr Vorschläge für ähnliche Mini-Dialoge für die erste Klasse?

Mini-Dialoge Englisch Klasse 1

2 Gedanken zu „Mini-Dialoge Englisch Klasse 1

  • 10. Dezember 2018 um 21:47
    Permalink

    Ich halte nichts davon, wenn Erstklässler kurze Sätze auf Englisch lesen sollen, obwohl sie noch nicht einmal richtig deutsch lesen bzw. schreiben können.
    Da kommen die Kinder völlig durcheinander.
    Ein Beispiel:
    deutsch: Eule
    englisch: oil
    wie erkläre ich meinem Kind die unterschiedliche Schreibweise, obwohl beides am Anfang gleich klingt !?
    Für Erstklässler definitiv zu komplex

    Antworten
  • 11. Dezember 2018 um 15:19
    Permalink

    Hallo Michael, ich respektiere Ihre Meinung und pflichte Ihnen sogar bei – deshalb wird die Schriftsprache im Englischen oft auch erst in der 3. Klasse eingeführt. Im Artikel oben habe ich rein gar nichts von “Lesen” geschrieben, sondern es geht ausschließlich darum, in der 1. Klasse Fragen und Antworten (nach) zu sprechen.

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